Nach dem vorläufigen Rodungsstopp will RWE die Förderung im Braunkohlegebiet am Hambacher Forst in den kommenden drei Jahren in reduziertem Umfang fortsetzen. Bei dem Motiv handelt es sich um ein Symbolbild aus dem Tagebau Garzweiler.
Bild: © RWE AG

RWE will Förderung im Hambacher Forst drosseln

Trotz des Rodungsstopps im angrenzenden Wald will RWE in dem Tagebaurevier weiter fördern. Aber deutlich weniger als bisher geplant. Das hat Folgen für die Stromproduktion.

Nach dem vorläufigen Rodungsstopp am Braunkohletagebau Hambach will RWE die Förderung in den kommenden drei Jahren in geringerem Umfang fortsetzen. In einer ersten Bewertung geht der Konzern von einer Reduzierung der Förderung um jeweils 10 bis 15 Mio. Tonnen in den Jahren 2019 bis 2021 aus. Das wäre ein Rückgang um bis zu 38 Prozent. Pläne, den Tagebau zwischen Aachen und Köln komplett einzustellen, gebe es nicht, sagte ein RWE-Sprecher.

Der Rodungsstopp gilt bis zu einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Köln. RWE rechnet damit, dass dies möglicherweise nicht vor Ende 2020 der Fall sein wird. Der Konzern darf im Tagebau aber weiter fördern, solange dabei keine bewaldeten Flächen des Hambacher Forsts in Anspruch genommen werden. Nach früheren Angaben von RWE ist die Abbaukante des Tagebaus noch 150 Meter von dem Wald entfernt.

Zwei Kraftwerke werden weniger produzieren

Die Reduzierung der Förderung werde sich auch auf die Stromproduktion von zwei Kraftwerken auswirken, sagte der RWE-Sprecher. In den Kraftwerken Neurath und Niederaußem könnte die Stromerzeugung um 9 bis 13 Mrd. kWh im Jahr sinken. Beide Kraftwerke werden aus Hambach beliefert.

Die Folgen des Rodungsstopps sind an diesem Mittwoch Thema im nordrhein-westfälischen Landtag. Die Grünen fordern eine neue Entscheidung der schwarz-gelben Koalition zum Braunkohleabbau im Rheinischen Revier, mit der die genehmigten Fördermengen drastisch reduziert werden. (dpa)