Wollen nicht in die Röhre gucken: die verantwortlichen Lokalpolitiker in Schenefeld
Bild: © VKU

Schenefeld erwägt Gründung eigener Stadtwerke

Nur drei Jahre laufen die Konzessionsverträge der Stadt Schenefeld für Gas und Strom noch. Grund genug für die Lokalpolitiker, über den Kauf eines eigenen Netzes nachzudenken.

Die Diskussion in der Stadt Schenefeld ist in vollem Gange. Noch ist nicht entschieden, ob eigene Stadtwerke gegründet werden sollen. Und allmählich drängt die Zeit, denn schon zum 1. Januar 2022 laufen die Konzessionsverträge für Strom und Gas, die die Stadt geschlossen hat, aus. Nun ziehen die Schenefelder in Erwägung, die Netze zu erwerben und den Betrieb an eigene, neu zu gründende Stadtwerke zu vergeben.

Um die Risiken abwägen zu können, hat die Stadt jetzt bei WRG Solutions nach Angaben des Pinneberger Tageblattes eine Machbarkeitsstudie anfertigen lassen. Auf die Frage, ob es sich für die neuen Stadtwerke finanziell lohnen werde, sich um die Konzession zu bewerben, kam eine klare Antwort: „Grundsätzlich ist der Betrieb von Strom- beziehungsweise Gasnetzen, unter Berücksichtigung der derzeit absehbaren Risiken, rentabel.“

Netze könnten sich aus laufendem Betrieb refinanzieren

„Insbesondere in der jüngeren Vergangenheit gibt es viele Beispiele erfolgreicher Netzübernahmen, mit anschließendem wirtschaftlichen Betrieb der Netze“ zitiert das Pinneberger Tageblatt aus dem Papier. Für die Stadt Schenefeld sei dies jedoch im Detail zu untersuchen, da diese Aussage von mehreren Einflussfaktoren wie dem Zustand und dem Alter der Netze, dem Netzkaufpreis oder der Kapitalverzinsung abhängig sei.

Um nach der Geschäftsaufnahme, wegen anfallender erster Rechnungen und noch nicht generierter Erträge, nicht in Insolvenz zu geraten, empfehle es sich, das Stammkapital auf zum Beispiel  250.000 Euro festzusetzen. Die Finanzierung der Netze würde vollständig beziehungsweise zum größten Teil durch Kredite finanziert werden, die wiederum durch die Gewinne des Netzbetriebes gedeckt würden. (sig)