Smart Home selbst konfigurieren wie die PV-Anlage

Das größte Hindernis für die Verbreitung des vernetzten Heims ist die Zusammenstellung und Installation der Komponenten. Eine Lösung ist da.

Ein in jeden Onlineshop einbettbarer Konfigurator für Smart-Home-Endkunden, genannt "Shop & play", ist eines der Hauptergebnisse von Smartlive. Das geförderte Forschungs- und Entwicklungsprojekt ist nach drei Jahren "erfolgreich" beendet, berichtete am Dienstag das Effizienznetzwerk ASEW im Verband kommunaler Unternehmen. Die ASEW gehörte zum Projektkonsortium.

Solche Konfiguratoren zur volldigitalen Bestellung komplexer Produkte gibt es bereits seit Jahren etwa für Photovoltaik(PV)-Anlagen mit und ohne Batteriespeicher. Im Unterschied zur PV, die naturgemäß von einem Fachmann installiert werden muss, ist hier der Anspruch, dass die Endkunden die bestellten Komponenten bloß noch an die Steckdose anschließen müssen ("Plug & play").

Zweitens wurde auch ein Visualisierungswerkzeug entwickelt, mit dem sich die Kunden die Informationen, die sie wirklich interessieren, selbst sortieren und eigene Reports sowie Visualisierungen anlegen können. Dieses Dashboard Tool nennt sich "Open Dash".

Konsorten arbeiten mit Smart-Home-Verein zusammen

Weitere handfeste Ergebnisse sind, dass die Projektbeteiligten ein Netzwerk namens "Habitat"- gegründet haben, das an Smartlive anknüpfen soll, und dass sich Habitat bereits darauf geeinigt hat, die Entwicklungsergebnisse "aktiv" in die Smart Home Initiative Deutschland e. V. einzubringen, das derzeit größte Netzwerk für Hausautomatisierung in Deutschland.

Mitglieder von "Habitat" sind demnach die früheren Smartlive-Projektkonsorten:

  • Uni Siegen, Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Neue Medien (Federführung)
  • die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, Lehrstuhl für Betriebswirtschaft, vor allem Wirtschaftsinformatik
  • die ASEW (die Projektleitung hatte der Brüsseler Büroleiter Stefan Schulze-Sturm)
  • Devolo, der Marktführer für stromleitungsgebundene (Powerline-)Kommunikation bei Smart Home
  • Bosch
  • und Peak Lab.


Von Anfang an Echtdaten aus dem Alltag


Auf der Entwicklungsebene äußert sich die ASEW überzeugt von dem Ansatz von Smartlive, Smart Home vom Endkunden her zu denken, von seinen tatsächlichen Bedürfnissen und von seinen Erwartungen an einfache Bedienung. Bedienbarkeit (Usability) und Nutzungserlebnis (User Experience) standen im Vordergrund. Daher forschten und entwickelten die Projektpartner von Anfang an mit Endanwendern in Alltagssituationen, in einem sogenannten Living Lab. "Unsere Testhaushalte lieferten keine bloßen Laborwerte", schreibt Corinna Ogonowski, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni Siegen. (geo)