Hans-Jürgen Kayser (links) und Bernd Funke (Mitte) leiten künftig als Doppelspitze die Stadtwerke Geseke GmbH. Erster Gratulant war Gesekes Bürgermeister Dr. Remco van der Velden (rechts). Bild: @ Stadt Geseke

Stadt Geseke gründet eigene Stadtwerke

Tätigkeitsschwerpunkt des mehrheitlich kommunalen Unternehmens ist vor allem die Schaffung bezahlbarer Wohnungen. Dadurch soll auch die Integration von Migranten gefördert werden.

Der Rat der nordrhein-westfälischen Stadt Geseke (Kreis Soest) hat in einer Sondersitzung grünes Licht für die Gründung von Stadtwerken gegeben. Die Kommune mit rund 21 000 Einwohnern wird 51 Prozent der Anteile an dem neuen Unternehmen halten, die restlichen 49 Prozent liegen bei der Gelsenwasser-Tochter VGW, heißt es in einer Medienmitteilung. Die neuen Stadtwerke werden in der Rechtsform einer GmbH geführt und sollen vor allem in der Wohnungswirtschaft tätig sein und bezahlbaren Wohnungsraum schaffen.

Stadt bringt zahlreiche Immobilien in neues Unternehmen ein

Passend dazu bringt die Stadt Geseke ihren Anteil zum Großteil dadurch auf, dass sie Häuser und Grundstücke in das neue Gemeinschaftsunternehmen einbringt. Die Geldeinlage liegt bei knapp 700 000 Euro. "Die Immobilien sind der Kern des wohnungswirtschaftlichen Geschäftsfeldes unserer neuen Stadtwerke", sagt Bürgermeister Dr. Remco van der Velden. Durch die Immobilientätigkeit der Stadtwerke soll bezahlbarer Wohraum in der Mittelstadt geschaffen werden.

Rund zehn Immobilien wechseln in das Eigentum der Stadtwerke, darunter die Stadtverwaltung, das Haus der Vereine sowie vier Häuser, die die Stadt für die Unterbringung von Migranten erworben hatte. Das Angebot an freien Wohnungen in Geseke sei durch den Zuzug von Migranten und die seit kurzem bestehende Residenzpflicht für bestimmte Flüchtlinge noch verschärft worden, heißt es.

Stadtwerke für Unterhalt, Sanierung und Nachnutzung zuständig

"Wir möchten sozialen Wohnraum durch Neubauten, aber besonders auch durch den Erwerb und die Renovierung bestehender Gebäude schaffen", stellte Bürgermeister van der Velden klar. Die geplante Schaffung bezahlbarer Wohnungen sei zudem eine gute Chance zur Integration. Die Stadtwerke sind für die Unterhaltung, Sanierung und Nachnutzung der Gebäude zuständig. Als Gegenleistung erhält es Mietzahlungen von der Stadt und kann die weitere Nutzung der Gebäude und Grundstücke organisieren.

Die Stadtwerke Geseke GmbH wird von einer Doppelspitze geleitet. Diese bilden Bernd Funke, Geschäftsführer der VGW, und der Geseker Hans-Jürgen Kayser. Zum Eigentum des neuen Unternehmens gehört auch die Mehrheitsbeteiligung an der Stadtwerke Geseke Netze GmbH & Co. KG in Höhe von 74,9 Prozent. Das mehrheitlich städtische Netzunternehmen ist Eigentümerin des Strom- und Gasnetzes in Geseke. Die restlichen 25,1 Prozent an der Netzgesellschaft gehören der Innogy Netze Deutschland GmbH.

Einstieg in den Vertrieb ist aktuell nicht geplant

Für den Betrieb, Unterhalt und Ausbau des Stromnetzes ist weiterhin die Innogy-Tochter Westnetz zuständig, für das Gasnetz entsprechend die Gelsenwasser Energienetze GmbH. Im Vertrieb wird die neue Stadtwerke Geseke GmbH nicht tätig sein. (hoe)