Aufbruch zur neuen Stadtwerke SH GmbH & Co KG (von links): Helge Lehmkuhl (Erster Stadtrat und Vertreter des Bürgermeisters von Schleswig), Dietmar Steffens (Geschäftsführer Stadtwerke Eckernförde), Wolfgang Schoofs (Geschäftsführer Schleswiger Stadtwerke), Holger Ley (Aufsichtsratsvorsitzender Schleswiger Stadtwerke), Jörg Sibbel (Bürgermeister Eckernförde & Aufsichtsratsvorsitzender Stadtwerke Eckernförde & Stadtwerke SH), Pierre Gilgenast (Bürgermeister Rendsburg und Aufsichtsratsvorsitzender Stadtwerke Rendsburg), Helge Spehr (Geschäftsführer Stadtwerke Rendsburg).
Bild: @ Henrik Matzen

Stadtwerke-Allianz: Jetzt steht die Kooperationsgesellschaft

Die Betriebsführung der Stadtwerke Schleswig, Rendsburg und Eckernförde wird in die neu gegründete Stadtwerke SH GmBH & Co. KG zusammengelegt. Die jeweiligen Kommunalvrsorger bleiben eigenständig, bündeln ihre Know-How aber künftig in drei Kompetenzcentern.

75.000 Kunden, knapp 500 Mitarbeiter, ein Gesamtumsatz von 180 Millionen Euro: mit der Stadtwerke SH GmbH & Co. KG entsteht in Schleswig Holstein ein mittelgroßer, schlagkräftiger Kommunalversorger. Die Gründung der  Kooperationsgesellschaft wurde am vergangenen Freitag (15. Oktober) in Schleswig notariell beurkundet. Die Gesellschaft bündelt künftig die Betriebsführung der Stadtwerke Schleswig, Rendsburg und Eckernförde, sie wird zum Jahresbeginn ihren Betrieb aufnehmen. Im Verlauf der vergangenen Woche hatten die Räte der drei Kommunen grünes Licht für das Großprojekt gegeben.

Neuer Außenauftritt

Die Stadtwerke SH verstehen sich laut Pressemitteilung als Dienstleistungsunternehmen für die drei Stadtwerke. Diese  behalten ihre Eigenständigkeit und bleiben weiterhin Betreiber ihrer jeweiligen Netze und Einrichtungen – beispielsweise Schwimmbäder, Häfen, Ladesäulen oder Parkhäuser. Im Außenauftritt werden die Stadtwerke SH wie ein neues Unternehmen auftreten – mit eigenem Namen, eigenem Logo und eigenen Unternehmensfarben.  Dahinter stehen die drei Stadtwerke als gleichberechtigte Gesellschafter. Dies wird auch optisch erkennbar bleiben.

Drei Unternehmensstandorte, drei Geschäftsführer

Sämtliche Beschäftigungsverhältnisse zwischen Mitarbeitern und Stadtwerken gehen auf die Stadtwerke SH GmbH & Co. KG über. Die Unternehmensstandorte in Schleswig, Rendsburg und Eckernförde bleiben erhalten. Die Geschäftsführer der Stadtwerke von Schleswig, Rendsburg und Eckernförde bilden gemeinsam die Geschäftsführung. Der Schleswiger Stadtwerkechef Wolfgang Schoofs wird hierbei für die Bereiche Betriebswirtschaft und Vertrieb verantwortlich sein, der Fokus seines Kollegen Helge Spehr aus Rendsburg wird auf der Technik  und den Netzen liegen und Dietmar Steffens von den Stadtwerken Eckernförde ist künftig für die Themen Infrastruktur und Energiedienstleistungen zuständig.

Kalte Nahwärmenetze und Eis-Energiespeicher

Anlass für die Gründung der Betriebsgesellschaft sind massive energiepolitische und gesellschaftliche Veränderungen wie Klimawandel, Digitalisierung oder Fachkräftemangel. Um den sich daraus ergebenden wirtschaftlichen Notwendigkeiten gerecht zu werden, bündeln die Stadtwerke nun in der Kooperationsgesellschaft ihre Kompetenzen, um beispielsweise die Ladeinfrastruktur für E-Mobilität oder Breitbandnetze zügiger auszubauen. Geplant sind drei Kompetenzcenter, die die Spezialkompetenzen der drei Stadtwerke widerspiegeln. Vorgesehen sind diese Eineiten für die  Bereiche Energieversorgung (hier sind insbesondere kalte Nahwärmenetze ein Fokus, ebenso Wärmecontracting und die Wärmeversorgung durch Eis-Energiespeicher), Elektromobilität und Digitalisierung und Infrastrukturen.

Kräfte bündeln bei der Digitalisierung

Durch einen höheren gemeinsamen Innovationsetat sollen außerdem größere Fortschritte bei der Entwicklung und Implementierung klimafreundlicher Energien erzielen. Auch in den Bereichen Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen, Energieeinkauf, Digitalisierung und IT-Infrastruktur, Absicherung kritischer Infrastruktursysteme zur Steigerung der Versorgungssicherheit sowie der Telekommunikationssicherheit würden Vorteile durch die Zusammenarbeit entstehen, heißt es.

Steigerung der Arbeitgeberattraktivität

Aufgrund der künftige Größe der Kooperationsgesellschaft gehen die drei Stadtwerke-Gesellschafter davon aus, künftig noch attraktivere Arbeitsplätze, Karrierewege und Arbeitszeitmodelle anbieten zu können. Dies werde die Arbeitgeberattraktivität zusätzlich steigern. Außerdem könne man in der größeren Unternehmensstruktur leichter personelle Engpässe auffangen. Anlässlich der Gründung der Stadtwerke SH ist am 25. November ein Festakt im Beisein des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther geplant. Dann soll auch der neue Unternehmensauftritt vorgestellt werden. (hoe)