Abschluss für die "Stadt als Speicher": Im Forschungsprojekt zur Energiewende haben verschiedene Institutionen und Unternehmen über mehrere Jahre zusammen gearbeitet.
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Stadtwerke Herten: Stadtweites Demand-Side-Management überzeugt

Großer Erfolg für das Forschungsprojekt „Stadt als Speicher“: Stabile Netze, geringe Energiekosten dank smart vernetzter Speicher und Erzeugungsanlagen.

Lastverschiebung war die letzten vier Jahre das Stichwort für die Forschungsgruppe „Stadt als Speicher“.  Die Stadtwerke Herten haben gemeinsam mit der TU Dortmund, der Universität Duisburg-Essen, dem Fraunhofer-Institut, den Stadtwerken Wunsiedel und den Firmen Bittner und Krull sowie Bosch die intelligente Steuerung von Energieerzeugung- und Verbrauch erprobt. Fazit der Stadtwerke: Für die dezentrale Energieversorgung ist eine zentrale Steuerung von Last und Erzeugung sinnvoll und technisch umsetzbar.

Da Windkraft und Solarenergie nicht so konstant zur Verfügung stehen wie Strom aus konventionellen Kraftwerken, werden Energiespeicher künftig eine große Rolle spielen. Im Projekt wurde deshalb erforscht, wie Erzeugungs- und Speicheranlagen vernetzt werden können, damit die zur Verfügung stehende Energie optimal genutzt wird. Dafür wurden bereits bestehende Anlagen "smart" gemacht: Im Feldversuch übermittelten sie Daten an eine zentrale Koordinationsstelle und konnten auch von dort aus gesteuert werden. Damit nutzte Herten die Vorteile eines Lastverschiebungsmanagementsystem (Demand-Side-Management).

Smart Home und Energiespeicher für das Energienetz der Zukunft

In Zeiten der voranschreitenden Energiewende gewinnen solche Managementsysteme für die Netzstabilität immer mehr Relevanz. Vor allem im industriellen Sektor geht es um die Verschiebung von Spitzenlasten in Zeiten niedrigen Stromverbrauchs und geringer Strompreise. Auch Privathaushalte profitieren von einer derartigen Steuerung und könne ihren Verbrauch optimieren und Kosten sparen. Für die Flexibilisierung des Energieverbrauchs werden Daten über Erzeugungsanlagen, Speicher und Bedarf benötigt. Smart-Home-Lösungen wie intelligente Stromzähler und vernetzte Haushaltsgeräte sind daher genauso Teil der Lastverschiebung wie Energiespeicher zur Bereitstellung von Reservekapazitäten.

In Herten wurden neben den Blockheizkraftwerken des Hallenbads Westerholt und der Goethe-Gärten, PV-Anlagen, drei private Wärmepumpen und eine private Nachtspeicherheizung sowie ein Windstrom-Elektrolyseur untersucht.

Anfängliche Probleme bei der Vernetzung

Für die virtuelle Vernetzung der Anlagen sorgte das IT-Unternehmen Bittner und Krull, während der Eingriff in den Anlagenbetrieb von Bosch durchgeführt wurde. Problematisch sei die Verbindung der einzelnen Anlagen gewesen, da diese je nach Hersteller variieren und keine einheitliche Schnittstelle bieten. Trotz anfänglicher Probleme bei der Vernetzung und Datenübermittlung sei die Funktionsfähigkeit des Systems nachgewiesen worden, erklärten Jan Gall und Carsten Honz, die bei den Stadtwerken Herten die nötigen Schnittstellen installierten. (ls)