Stadtwerke Kiel planen Gaskraftwerk

Aktuell beginnen die Stadtwerke Kiel mit der Erschließung des Grundstücks für das neu geplante Gaskraftwerk.

Die Stadtwerke schneiden gegenwärtig den Baumbestand bis auf einige Zentimeter über Grund zurück. Im Anschluss sollen Bodenproben genommen werden. Das ehemalige Militärgelände muss zunächst auf Altlasten hin untersucht werden.

Das geplante Gasheizkraftwerk soll Nachfolgerin für das zusammen mit Eon betriebene Gemeinschaftskraftwerk auf Kohlebasis werden und ist zentraler Teil der Zukunftsstrategie des Kieler Energieversorgers. Die Stadtwerke planen ein Gasmotoren- oder Gasturbinenkraftwerk mit einer Leistung von 200 MW el. Leistung. Unabhängig, ob nun Motoren oder Turbinen zum Einsatz kommen werden, soll das neue Heizkraftwerk einen Wirkungsgrad von 90 % erzielen. Im Schnitt könnten dann ca. 850 000 MWh/a Strom bzw. Wärme produziert werden. Für das modulare Design des neuen Kraftwerks wird der Einsatz von 20 Gasmotoren, mit jeweils einer Leistung von 10 MW oder vier Gasturbinen mit einer Leistung von jeweils 50 MW geprüft. Eine abschließende Technologieentscheidung soll einem Stadtwerkesprecher zufolge im Laufe des Jahres getroffen werden.

Darüber hinaus sollen zwei thermische Speicher mit jeweils 15 000 m³ Volumen sowie ein Elektrokessel mit 30 MW Leistung entstehen. Die Wärmespeicher sollen einen Energiegehalt von 1200 MWh haben und könnten bei Volllast bis zu 200 MW ausspeisen. Die Wärmeauskopplung variiert in Abhängigkeit der benötigten Wärmelast. Bei einer maximalen Auskopplung von 200 MW reiche der Speicher sechs Stunden, so ein Sprecher der Kieler Stadtwerke gegenüber der ZfK. Im Sommer könnten die Wärmespeicher sogar mehrere Tage überbrücken.

Das neue Kraftwerk soll seinen Betrieb zur Heizperiode 2016/2017 aufnehmen. "So können wir die Fernwärmeversorgung für mehr als 65 000 Haushalte in der Region auch nach der Abschaltung des Kohlekraftwerks gewährleisten“, unterstreicht Dr. Jörg Teupen, Technischer Vorstand der Stadtwerke, die Bedeutung des Projekts. Das Gaskraftwerk werde eine Reduzierung der jährlichen CO2-Emissionen um 2 Mio.Tonnen mit sich bringen. Die Investitionskosten belaufen sich auf einen Betrag zwischen 200 und 220 Mio. €. Die Stadtwerke Kiel werden das neue Kraftwerk ohne Beteiligung von Eon betreiben, erklärte der Sprecher.

Bereits im Rahmen der Planungen haben die Stadtwerke Kiel den Belangen des Naturschutzes große Bedeutung beigemessen. Zunächst habe man die umweltpädagogische Bildungsarbeit des Vereins Kollhorst e. V., unter dessen Dach zahlreiche Umwelt- und Naturschutzinitiativen zusammengeschlossen sind, mit 20 000 Euro unterstützt. (msz)