Die Energiewirtschaft ist stark im Wandel: Unternehmen müssen deshalb umdenken und eine in die Zukunft gerichtete Strategie entwickeln.
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Stadtwerke: Rödl&Partner-Studie zeigt große Herausforderungen auf

Dekarbonisierung, Dezentralisierung, Digitalisierung, Demographie und Diversifizierung – das sind die sogenannten "5-D-Themen". Sie dürften für den Unternehmenserfolg von Stadtwerken und Energieversorgern wegweisend sein.

Die Entscheidungsträger in fast allen kommunalen Unternehmen stehen vor großen Herausforderungen. Diese lassen sich mit den makro- und mikroökonomischen Megatrends Dekarbonisierung, Dezentralisierung, Digitalisierung, Demographie und Diversifizierung weitestgehend umschreiben und abbilden. Wie die Entscheider mit diesen "5-D-Themen" umgehen, hat die Agentur Rödl & Partner bei mehr als 50 Unternehmen aus der Energiewirtschaft erfragt.

Die Resultate sprechen eine klare Sprache: Die Auswirkungen der fünf großen Themen schätzen die Energieversorger unisono als "gravierend für das Kerngeschäft" ein. Die Entwicklungen der 5-D-Themen empfinden sie als ineinandergreifend und eng miteinander verzahnt. "Der Blick in andere Branchen hat gezeigt, dass ein disruptiver Wandel vor allem schnell vonstatten geht", kommentiert Anton Berger, Leiter des Geschäftsbereichs Energie bei Rödl & Partner.

Der Klimaschutz als Triebfeder

"Es gibt keinen Grund, anzunehmen, dass der Energiesektor hier eine Ausnahme darstellt. Unternehmen sind deshalb gut beraten, frühzeitig entsprechende Strategien zu entwickeln", so Berger weiter. Die 5-D-Studie liefert aufschlussreiche Erkenntnisse darüber, an welchen Stellschrauben gedreht werden muss, um das Unternehmen in diesem komplexen und vielschichtigen Umfeld "auf Kurs zu halten". Auch die Unternehmen selbst gehen mittelfristig laut Studie von einer Eintrübung ihrer wirtschaftlichen Lage aus.

Vor allem die Klimaschutzziele haben bereits jetzt einen erheblichen Einfluss auf die unternehmensstrategischen Entscheidungen von Energieversorgern. Die Bereitschaft zum Ausbau der erneuerbaren Energien wächst. Vor allem im Bereich der Wärmeversorgung besteht mit Blick auf die Dekarbonisierung erhebliches Potenzial. Und obgleich die Unternehmen parallel an der digitalen Transformation teilnehmen müssen, verfügt die Mehrzahl der Unternehmen über kein Umsetzungskonzept zur Digitalisierung.

"5-D-Themen" als strategische Grundlage

Im Zuge der Diversifizierung der Geschäftsmodelle wird den Themen Smart City, Speichertechnologien/Regelenergie, ganzheitliche Quartiersentwicklung sowie Breitband/Telekommunikation eine hohe Bedeutung beigemessen. Darüber hinaus haben die Energieversorger großes Interesse daran, verstärkt Dienstleistungen für ihren meist kommunalen Gesellschafter zu erbringen.

"Aber nur, wenn der eigene Standpunkt bestimmt, die Großwetterlage eingeschätzt und die Zielkoordinaten bekannt sind, können individuelle Schwerpunkte gesetzt und geeignete Maßnahmen ergriffen werden", verdeutlicht Berger. Den lokalen Akteuren der Energiewirtschaft empfiehlt er, die Potenziale der "5-D-Themen" vor dem Hintergrund der unternehmensindividuellen, insbesondere personellen und finanziellen Ressourcen, zu reflektieren und eine passgenaue Unternehmensstrategie daraus abzuleiten.

Die Studie steht auf den Seiten von Rödl & Partner zum Download bereit. (sig)