Fachwerkhäuser im Tecklenburger Land
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Stadtwerke Tecklenburg übernehmen Gas- und Stromnetze

Die Gründung war erfolgreich, jetzt gehen die Versorgungsnetze in die eigene Regie: Die Stadtwerke Tecklenburger Land werden in den kommenden beiden Jahren zu Lieferanten für Strom und Gas in ihrer Region.

Die Stadtwerke Tecklenburger Land (SWTE) sind im Jahre 2014 von sieben Kommunen, die sich im nördlichen Westfalen nahe Osnabrück befinden, gegründet worden: Westerkappeln, Lotte, Ibbenbüren, Mettingen, Recke, Hörstel und Hopsten. Doch natürlich hatten sie zu Beginn weder ein eigenes Netz noch die nötigen Strukturen. Als strategische Partner waren die Stadtwerke Osnabrück und RWE in die laufenden Prozesse eingebunden, sie garantierten im täglichen Betrieb, dass die neugegründeten SWTE ihr Versorgungsversprechen einhalten konnten.

Die SWTE bieten sowohl Strom als auch Erdgas an. Und nach fünf Jahren hat sich in Zusammenarbeit mit den Osnabrückern und mit der Innogy SE, die inzwischen in die Verpflichtungen von RWE eingetreten ist, eine Mannschaft geformt. Zum Jahresbeginn wurde schließlich der 40-jährige Tobias Koch als hauptamtlicher Geschäftsführer einer GmbH, die die Netze betreiben soll, eingestellt. Und Koch ist voller Tatendrang: „Wir haben dafür einen festen Fahrplan, den wir abarbeiten.“

Umstrukturierung und neue Jobs

Im kommenden Jahr, also 2020, wird die Netztochter der SWTE das Gasnetz in den sieben Mitgliedskommunen im Südwesten Niedersachsens übernehmen. Im Jahr darauf, 2021, wird das Stromnetz folgen. Die bisherigen „Paten“ Innogy und Stadtwerke Osnabrück werden das neue, in der Region arbeitende Kommunalunternehmen dann netzmäßig in die Eigenständigkeit entlassen. Dazu müssen die unterschiedlichen Netze technisch und organisatorisch entflochten werden. Von den Stadtwerken Osnabrück sollen 13 Leute übernommen werden, von Innogy 25.

Bis 2021 soll die Belegschaft für den Strom- und Gasnetzbetrieb auf rund 75 Beschäftige wachsen, erläutert Koch. Und auch der Kundendienst wird ausgebaut. Zum bestehenden Kundencenter in Ibbenbüren kommt mindestens ein weitere Standort auf dem ehemaligen Zechengelände der RAG. Wie viele Strom- und Gaskunden allerdings SWTE derzeit schon bedient, war nicht zu erfahren. „Wir arbeiten weiter am Ziel, Grundversorger in unserem Versorgungsgebiet zu werden“, erklärt Vera Konermann, die Pressesprecherin, den Westfälischen Nachrichten. (sig)