Starke Steigerung beim Redispatch

BNetzA und Bundeskartellamt haben heute ihren Monitoringbericht für 2015 vorgelegt. Dieser enthält einige Überraschungen.

Die Redispatch-Gesamtmenge hat sich im vergangenen Jahr gegenüber 2014 mehr als verdreifacht. Sie betrug im Jahr 2015 rund 16 000 GWh. Das zeigt der heute veröffentlichte Monitoringbericht über die Entwicklung auf den deutschen Elektrizitäts- und Gasmärkten im Jahr 2015 auf. Erstellt wird dieser von der Bundesnetzagentur und dem Bundeskartellamt.

Laut dem Bericht sind die veranschlagten Kosten für Redispatch im Jahr 2015 wurden demnach von den Übertragungsnetzbetreibern mit rund 412 Mio. Euro angegeben. Beim Einspeisemanagement hat sich die Menge der Ausfallarbeit von 1581 GWh im Jahr 2014 auf 4722 GWh fast verdreifacht. Die Summe der im Jahr 2015 ausgezahlten Entschädigungen beträgt rund 315 Mio. Euro. Die geschätzten Entschädigungsansprüche für das Jahr 2015 belaufen sich auf 478 Mio. Euro.
Hier ein Überblick über weitere Kernaussagen des Berichts:

  • Anbietervielfalt auf Strommärkten: Etwa vier Millionen Haushaltskunden haben 2015 ihren Stromlieferanten gewechselt. Das sind rund 231 000 mehr als im Vorjahr. Deutsche Stromverbraucher profitierten weiterhin von der großen Angebotsvielfalt, sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. Bei den Gewerbe- und Industriekunden wechselten im Jahr 2015 knapp 13 Prozent ihren Stromversorger. Dies ist der höchste Wert seit Beginn des Monitorings im Jahr 2006. Die Stromgroßhandelsmärkte seien auch im Jahr 2015 von hoher Liquidität gekennzeichnet gewesen, ergänzte Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts. Auf den beiden größten Endkundenmärkten sei inzwischen kein Anbieter mehr marktbeherrschend.

  • Konventionelle/erneuerbare Energien: Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ist gegenüber dem Jahr 2014 um 26 TWh gestiegen. Über 80 Prozent dieses Zuwachses kommen aus Windenergie an Land (15 TWh) und Windenergie auf See (6,7 TWh). Die Stromerzeugung aus konventionellen Energieträgern nahm gegenüber dem Vorjahr um 15 TWh ab.
    Insgesamt sind die Erzeugungskapazitäten im Jahr 2015 auf 204,6 GW angestiegen (2014: 196,3 GW), davon 106,7 GW konventionell und 97,9 GW erneuerbar.

  • Entwicklung der Strom- und Gaspreise: Nach einem leichten Rückgang der Strompreise für Haushaltskunden im vergangenen Jahr sind diese zum 1. April 2016 geringfügig angestiegen. Der durchschnittliche Preis für Haushaltskunden in der Grundversorgung liegt bei 30,63 ct/kWh. Im Gasmarkt habe sich der Trend zu spürbar sinkenden Letztverbraucherpreisen auch zum 1. April 2016 fortgesetzt. Der durchschnittliche Preis für Haushaltskunden über alle Vertragsarten liegt bei 6,54 ct/kWh. Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes: "Besonders für Industriekunden sind die Gaspreise deutlich gesunken. Dies wurde durch erneut gesunkene Großhandelspreise und durch den bundesweiten Wettbewerb, dem die Anbieter auf den größten Endkundenmärkten ausgesetzt sind, ermöglicht." Zudem habe sich das Volumen des börslichen Gashandels in 2015 wieder signifikant erhöht. (hoe)

Den vollständigen Monitoringbericht 2016 finden Sie hier (externer Link).