Bislang kooperieren nur knapp ein Drittel der etablierten Unternehmen mit Start-ups.
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Start-ups loben Kooperationen mit Mittelstand und Konzernen

In einer Untersuchung des Digitalverbandes Bitkom wurden etablierte Unternehmen und Start-ups zu Kooperationen mit dem jeweils anderen befragt. Bitkom-Präsident Achim Berg betont die Relevanz der Zusammenarbeit.

Der Digitalbranchenverband Bitkom hat untersucht, wie die Zusammenarbeit zwischen Start-ups und etablierten Unternehmen in Deutschland läuft und welche Herausforderungen dabei entstehen.

Dabei gaben 79 Prozent der 300 befragten Start-ups an, schon jetzt gemeinsam mit etablierten Unternehmen Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, auf sonstige Weise zusammen zu arbeiten oder auf finanzieller Beteiligung von den Etablierten zu basieren.

Kooperation fördert Digitalisierung

"Die Kooperation zwischen Start-ups und Mittelständlern sowie Großunternehmen ist nicht nur die beste Start-up-Förderung, sie bringt auch die Digitalisierung in Deutschland voran", sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. "Wir sehen, dass etablierte deutsche Unternehmen derzeit noch auf den Weltmärkten führend sind, sich aber schwer tun mit dem Einsatz neuer Technologien wie künstliche Intelligenz oder Blockchain. In diesen Bereichen haben viele Start-ups ihre Expertise, dafür fehlt ihnen häufig der Marktzugang. Von einer Zusammenarbeit profitieren beide Seiten und die gesamte Wirtschaft.

Der Teil der befragten Start-ups die derzeit noch keine Kooperationen eingegangen sind, gibt dafür als häufigsten Grund an, dass die Etablierten kein Interesse an einer solchen Zusammenarbeit hätten (38 Prozent). Nur etwas weniger Start-ups (34 Prozent) sagen, dass sie auf Kooperationen verzichten, weil sie unabhängig bleiben wollen. Der Rest gibt andere Gründe an, wie fehlender Kontakt zu den Unternehmen (28 Prozent) oder fehlende konkrete Projekte (30 Prozent).

Kooperierende Start-ups sind zufrieden

Die kooperierenden Start-ups sind damit aber überwiegend zufrieden. So sagen 4 von 5 (81 Prozent), dass sie insgesamt positive Erfahrungen gemacht hätten. Darüber hinaus geben 60 Prozent an, dadurch neue Kunden gewonnen oder neue Märkte erschlossen zu haben. Allerdings wird auch Kritik geäußert. So beklagt jedes zweite Start-up, dass die Prozesse bei den Partnern viel zu langsam und aufwendig wären. 23 Prozent klagen über Arroganz von Seiten der Unternehmen.

Die befragten etablierten Unternehmen sind im Vergleich aber noch zu selten zu Kooperationen bereit. Zwei Drittel der befragten Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern gaben an, bislang keine Kooperationen eingegangen zu sein. Gründe dafür sind fehlende Zeit (53 Prozent), kein geeignetes Projekt (56 Prozent) oder, dass kein Mehrwert in der Zusammenarbeit gesehen wird (59 Prozent). (pm)