Steag will Anteile an Fernwärme-Tochter verkaufen

Laut einem Medienbericht ist die Frist zur Einreichung von Angeboten bereits abgelaufen. Auch Anteile an Windparks stehen zum Verkauf.

Im Rahmen einer umfassenden Restrukturierung wird der in kommunaler Hand befindliche Essener Energiekonzern Steag auch Minderheitsbeteiligungen an strategische Assets wie der Steag Fernwärme GmbH und seinem Windparkportfolio verkaufen (siehe auch ZfK 10/16, 15). Ziel ist es, damit neue Wachstumsinvestitionen zu ermöglichen. Die Frist für die Abgabe eines Kaufangebots für die zum Verkauf gestellte Minderheitsbeteiligung von 49 Prozent an der Steag-Fernwärmetochter endete laut einem heute erschienenen Bericht der "Rheinischen Post" (RP) Ende Mai.

Die Steag dementierte die Meldung auf Anfrage der Regionalzeitung nicht. "Wegen bestehender Vertraulichkeitsvereinbarungen können wir zu den Inhalten des Transaktionsprozesses nichts sagen", so ein Sprecher gegenüber der RP. Die Steag Fernwärme GmbH hat knapp 170 Mitarbeiter und erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 109 Mio. Euro. Sie versorgt etwa 300 000 Haushalte in Essen, Bottrop und Gelsenkirchen mit Fernwärme. Den Wert der Minderheitsbeteiligung beziffern Fachleute auf einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag.

"Neue Partner aufnehmen und in neue Geschäftsfelder investieren"

Ebenfalls veräußern will der Essener Energiekonzern im Laufe des Jahres 49 Prozent seiner Anteile an Windparks in Frankreich und Polen. Diese haben eine Kapazität von insgesamt 114 MW. "Sämtliche Portfoliomaßnahmen zielen darauf ab, neue Partner aufzunehmen und den Verkaufserlös in neue und nachhaltig rentablere Geschäftsfelder zu investieren", so der Steag-Sprecher. Wachsen will das Unternehmen unter anderem im Waste-to-Energy-Market und durch den Bau und Betrieb von Kraftwerken in Südostasien.

Der Energiekonzern hatte aufgrund des Strompreisverfalls im April einen Verlust von rund 221 Mio. Euro für das Geschäftsjahr 2016 ausgewiesen. Die Dividende an die kommunalen Eigentümer der Steag, die Stadtwerke Dortmund, Duisburg, Essen, Bochum, Oberhausen und Dinslaken, musste aus den Rücklagen bezahlt werden. Ein Teil der Kommunalunternehmen ist zwingend auf die Ausschüttung angewiesen, weil sie ihre Anteile an der Steag oder einen Teil davon über Kredite finanziert haben.

Ab 2021 werden markante Ergebnisverbesserungen erwartet

Bis 2020 bleibe der Ausblick für die Steag gedämpft, hatte Konzernchef Joachim Rumstadt bei der Pressekonferenz im Frühjahr diesen Jahres erklärt. Ab 2021 rechnet er aufgrund des "Transformationsprogramms Steag 2022" mit jährlichen Ebit-Verbesserungen von 120 Mio. Euro. (hoe)