Matthias Steiner, Leiter Konzessionsmanagement Netze BW, Stockachs Bürgermeister Rainer Stolz, Stadtwerke-Geschäftsführer Jürgen Fürst (vorne), Julia Guster, Leiterin Netzkunden Strom bei Netze BW, Daniel Jundt, Leiter Controlling bei Netze BW, Jochen Stein, Prokurist Kaufmännischer Bereich der Stadtwerke Stockach, Tobias Graf, Bereichsleiter Technik der Stadtwerke Stockach (hinten).
Bild: © Stadtwerke Stockach

Stockacher Entflechtung

Die Stadtwerke Stockach übernehmen die Netze in den Ortsteilen. Die Mittelspannung bleibt aber bei EnBW.

Die Stadtwerke Stockach übernehmen zum Jahreswechsel 2020 das Stromnetz in den Stockacher Ortsteilen. Der Kaufvertrag über den Eigentümerwechsel wurde nun unterzeichnet. 20 Jahre galt der Konzessionsvertrag zwischen Netze BW und der Stadt Stockach nahe Konstanz für die Versorgung der neun Ortsteile. Im März 2014 hatte die Stadt Stockach dann über einen neuen Konzessionsvertrag mit einer Laufzeit von 20 Jahren entschieden, aus dem die Stadtwerke Stockach als Gewinner hervorgingen.

Die folgenden Verhandlungen zur technischen Netztrennung seien komplex gewesen. Die Herausforderung lag darin, dass sich das Umspannwerk der Netze BW in der Kernstadt befindet. Aus diesem Grund verbleibt zunächst ein Großteil der 20-kV-Mittelspannungsleitungen im Eigentum der Netze BW. Diese versorgen nicht nur die Netze der Gemarkung Stockach mit elektrischer Energie, sondern führen den Strom über die Grenzen hinaus weiter in andere Gemeinden, erläutert Matthias Steiner, Leiter Konzessionsmanagement Netze BW.

Wirtschaftliche und sinnvolle Lösung

Stadtwerke-Geschäftsführer Jürgen Fürst resümiert: "Mit der Übernahme der Stromversorgung haben wir jetzt Einfluss auf die Entwicklung der gesamten Netzinfrastruktur in Stockach." Die Verhandlungen seien aufgrund der Komplexität in technischer, juristischer und wirtschaftlicher Sicht langwierig gewesen, aber letztlich hätten sich die Stadtwerke mit dem Altkonzessionär Netze BW auf eine wirtschaftliche und sinnvolle Lösung für die Netzübernahme geeinigt. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart – die Stadtwerke beziffern aber die Investitionssumme für Kauf, Entflechtung und Netzeinbindung auf 4 Mio. Euro. (wa)