Strom-Spot der niedrigste seit der Energiewende

Die Strom-Spotpreise waren im Juni-Mittel mit Abstand die niedrigsten seit mindestens März 2011, ergeben ZfK-Berechnungen.

Demnach kostete der Day ahead Grundlast (Base) Deutschland/Österreich an der Energiebörse Epex Spot, Paris, im Juni-Schnitt der Tagespreise erstmals seit dem Atomkraft-Moratorium vom März 2011 weniger als 30 €/MWh, nämlich 28,90 €/MWh. Die Monatsdurchschnitte sanken damit seit diesem Februar, als sie noch bei 44,62 €/MWh standen, kontinuierlich. Im April 2012 war zuletzt ein Mittelwert oberhalb von 50 €/MWh erzielt worden. Die Tagespreise Grundlast rangierten im Juni zwischen +45,57 und –18,99 €/MWh, d. h. der höchste Tagespreis im Juni entsprach in etwa dem Durchschnittspreis im Februar.

In der entsprechenden Spitzenlast von 8–20 Uhr (Peak) ein ähnliches Bild: Der Juni-Durchschnitt betrug nur noch 31,69 €/MWh, fast 9 €/MWh weniger als im Mai. Auch hier sank der Mittelwert seit Februar kontinuierlich, als er noch bei gut 56 €/MWh gelegen hatte. Die Tagespreise Spitzenlast reichten von +1 bis gut 50 €/MWh.

Auch der durchschnittliche Preisunterschied zwischen Grund- und Spitzenlast lag im Juni bei nur noch 2,79 €/MWh – der niedrigste Spread seit mindestens März 2011. Im Mai diesen Jahres hatte er noch bei über 8 €/MWh gelegen.

Ein Analyst führt den Preisverfall – vor allem an den Wochenenden – auf das hohe Stromangebot aus allen erneuerbaren Quellen bei niedriger Nachfrage aufgrund eines unsommerlichen Sommerwetters zurück. (geo)