Stromvertriebe künftig immens wichtig

Clean Energy Sourcing steigert Umsatz von 344 Mio. € auf 666 Mio. €.

Clean Energy Sourcing (Clens) hat die künftige Rolle der Stromvertriebe in der Energiewende im Rahmen einer Studie vom Institut für Zukunftsenergiesysteme (IZES) in Saarbrücken untersuchen lassen. „Als Schnittstelle zwischen Erzeugung, Bedarf und Großhandel sind die Stromvertriebe die zentralen Akteure im zukünftigen Stromversorgungssystem“, machte der Leiter des IZES, Prof. Uwe Leprich, bei der Vorstellung der Studienergebnisse klar. Sie seien daher dafür prädestiniert, bei der Integration der Erneuerbaren Energien in das Stromversorgungssystem eine herausragende Rolle zu übernehmen. Dazu sei es wichtig, die fluktuierende Erzeugung aus Wind und Sonne in die Portfolien der Versorger zu bringen und damit den Ausgleich der Fluktuation dem Wettbewerb auszusetzen.

"Wir sind der Überzeugung, dass der Strom aus Erneuerbaren unter Wahrung seiner Qualität nicht an Großhandelsmärkten "verklappt", sondern den Vertrieben zur Verfügung gestellt werden soll. Diese können die Verbrauchslast besser steuern, Einfluss auf die Kraftwerke nehmen und nur noch die Differenzen an den Märkten glatt stellen. Der größte Vorteil eines solchen Modells ist, dass Normal- und EEG-Strom dem Wettbewerb zugänglich gemacht werden und ein Wettbewerb um die besten Vermarktungs- und Steuerungsideen entsteht. Damit geben wir ein klares Marktbekenntnis, lehnen aber gleichzeitig Vorschläge ab, die sich zwar marktorientiert nennen, aber nur die Begrenzung des EEG-Zubaus zum Ziel haben, und sich damit gegen den gesellschaftlich gewollten Umbau des Energiesystems stellen," kommentiert Clens-Chef Dr. Thomas Pilgram die Ergebnisse der Studie.

Clean Energy Sourcing hatte am Montag in Berlin den Bericht des Geschäftsjahrs 2012 veröffentlicht. Der Absatz von Grünstrom an Stromkunden und Weiterverteiler stieg von 1500 GWh im Vorjahr auf 4000 GWh. Dabei setzt Clens weiterhin auf die Grünstrombelieferung im Rahmen einer geschlossenen Lieferkette nach dem sogenannten Grünstromprivileg. Neben der Grünstromversorgung nach dem Grünstromprivileg ist Clens im vergangenen Geschäftsjahr auch in die Direktvermarktung nach dem Marktprämienmodell eingestiegen. "Wir haben hier ein attraktives Portfolio aus Wind, Biomasse, Biogas und Photovoltaik aufgebaut, das insbesondere in der Kombination mit der Vermarktung im Rahmen des Grünstromprivilegs gute Ergebnisbeiträge geliefert hat", berichtete Pilgram. Mit der Akquisition des Geschäftsbereichs Loadmanagement/virtuelle Kraftwerke von ihrer Hauptgesellschafterin TeraJoule Energy GmbH konnte der Geschäftsbereich Marktprämie bei stetigen Erzeugern ergänzt werden. "Damit können wir Anlagenbetreibern von stetigen EEG-Kraftwerken, aber auch von konventionellen dezentralen Anlagen, attraktive Angebote für die Direktvermarktung und die Teilnahme an virtuellen Kraftwerken zur Bereitstellung von Regelenergie machen." Derzeit vermarktet das Unternehmen insgesamt ein Anlagenportfolio von 2400 MW, davon 950 MW im Grünstromprivileg.

Der Umsatz konnte von 344 Mio. € im Geschäftsjahr 2011 auf 666 Mio. € gesteigert werden. Das EBIT lag bei knapp 6 Mio. € und blieb damit hinter dem Vorjahresergebnis zurück. "Dies ist Ausdruck des vom Gesetzgeber gewollten Rückgangs der Margen im Bereich Grünstromprivileg sowie unseres Einstiegs in neue Geschäftsfelder, mit denen wir uns auf die Herausforderungen der Energiewende vorbereitet haben", erläutert Pilgram die Zahlen.

Die IZES-Studie liegt auf den Seiten von Clens zum Herunterladen bereit. (al)