Studie: Sind Stadtwerke fit für die Zukunft?

Viele Kommunen werden sich in Zukunft auf rückläufige Ausschüttungen ihrer sogenannten Cashcows einstellen müssen, so das Ergebnis einer Studie.

In den aktuell wichtigsten Bereichen Vertrieb und Netze bei Strom und Gas erwarten die Chefs von Stadtwerken in den kommenden Jahren sinkende Ergebnisbeiträge. Den Einbrüchen begegnen die Kommunalversorger mit dem Einstieg in neue Geschäftsfelder. Hoffnungsträger sind vor allem Energiedienstleistungen, Telekommunikation, Erzeugung aus erneuerbaren Energien sowie Speichertechnologien. Es sei aber auch fraglich, ob diese neuen deutlich kleinteiligeren Geschäftsfelder das großvolumige Altgeschäft ausgleichen können.

Das ergibt die Studie "Stadtwerke – fit für die Zukunft?", die von der Zeitung "Der Neue Kämmerer" in Kooperation mit der Universität Leipzig durchgeführt hat. Dazu wurden im vergangenen Herbst rund 540 Geschäftsführer und Vorstände angeschrieben, 67 Stadtwerke antworteten, so das Blatt. Hinzu kommen sechs Tiefeninterviews unter anderem mit den Stadtwerken Kiel, Hannover und Burg sowie den Technischen Werken Ludwigshafen (TWL).

Zwei zentrale Ergebnisse

Die Studie kommt einerseits zu dem Schluss, dass sich viele Kommunen auf rückläufige Ausschüttungen ihrer bisherigen Cashcows einstellen müssen. Aktuell seien viele Kommunen bereit, ihre Stadtwerke in Zeiten der strategischen Neuausrichtung zu entlasten. Das werde aber offenbar eher auf Basis der kommunalen Kassenlage als anhand der finanziellen Situation des Stadtwerks entschieden.

Zweites wesentliches Fazit sei: Die Insolvenz der Stadtwerke Gera 2014 verschlechterte die Finanzierungsbedingungen deutscher Stadtwerke nicht signifikant. Die meisten Kommunalversorger könnten sich nach wie vor "unkompliziert über bilaterale Kredite" finanzieren, heißt es bei der Zeitung.

Die Studie lässt sich kostenlos hier (externer Link der Zeitung "Der Neue Kämmerer") herunterladen. (sg)