Dr. Marie-Luise Wolff-Hertwig, Dr. Peter Müller (li.) und Dr. Kristian Kassebohm unterzeichnen den Vertrag. Mit dabei auch die beiden Aufsichtsratsvorsitzenden Jochen Partsch (li.) und Thorsten Herrmann. Simon Motz

Südhessen begraben das Kriegsbeil

HSE aus Darmstadt und GGEW aus Bensheim einigen sich bei Konzessionen und beenden alte Klageverfahren.

Über mehrere Jahre hatten sich die beiden südhessischen Energieversorger HSE und GGEW mit wechselseitigen Klagen überzogen; nun deutet alles auf Frieden hin: Die Unternehmen einigen sich über den Verkauf der Stromnetze in Lautertal und Seeheim-Jugenheim sowie der Strom- und Erdgasnetze in Heppenheim und Lorsch an GGEW. Der Kaufvertrag wird zum 1. Januar 2014 gültig. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. GGEW hatte bei verschiedenen Ausschreibungsverfahren der Kommunen die Konzessionen gewonnen. Für eine Übergangszeit von einem Jahr werde HSE die Versorgungsnetze zurückpachten und betreiben. In diesem Zeitraum werden dann auch die Netze technisch entflochten.

Nicht nur beim Kaufpreis bewegten sich beide Unternehmen deutlich aufeinander zu. Mit der Einigung werden auch alle wechselseitig anhängigen Klageverfahren zurückgenommen. Darüber hinaus wollen die kommunalen Energieversorger in Zukunft stärker zusammenarbeiten und Synergien erschließen: „Auch wenn wir weiterhin im Wettbewerb stehen, stellen wir die Signale eindeutig auf Kooperation“, erläuterte die HSE-Vorstandsvorsitzende Dr. Marie-Luise Wolff-Hertwig. Die Energiewende und die Anforderungen der Netzregulierung seien gewaltige Herausforderungen. Deshalb sei es vernünftig, wenn die Energieversorger in der Region stärker zusammenarbeiten, ohne dabei zu vergessen, dass sie im Wettbewerb stehen, betonte GGEW-Vorstand Dr. Peter Müller. (wa)