Ralf Libuda, Geschäftsführer der Stadtwerke Gütersloh und Priska Schick, kaufmännische Leiterin der Stadtwerke Gütersloh präsentieren im Rahmen der Jahrespressekonferenz zwei Fahrzeuge aus der E-CarSharing-Flotte "deins & meins".
Bild:© SW Gütersloh

SW Gütersloh trotzen Wettbewerbsdruck

Mehr Gewinn, weniger Umsatz: Der Kommunalversorger hat sich im vergangenen Geschäftsjahr gut behauptet. Ein Fokus lag dabei auf neuen, innovativen Mobilitätsangeboten und dem Glasfaserausbau.

Die Stadtwerke aus dem ostwestfälischen Gütersloh haben das Geschäftsjahr 2018 mit einem Jahresüberschuss von 2,4 Mio. Euro abgeschlossen. Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr, in dem aufgrund der umbaubedingten Schließung eines Freizeitbades "nur" ein Plus von 0,9 Mio. Euro erzielt werden konnte. Der Umsatz in 2018 lag mit 138,6 Mio. Euro deutlich unter dem Wert des Vorjahres.

"Insgesamt können wir mit unserer Marktposition und dem Ergebnis zufrieden sein. Dennoch täuschen die Zahlen nicht darüber hinweg, dass das abgelaufene Geschäftsjahr erneut durch hohen Wettbewerbsdruck, insbesondere im Strom- und Gassegment, geprägt war", betonten Stadtwerke-Geschäftsführer Ralf Libuda und die kaufmännische Leiterin Priska Schick bei der Vorstellung der Jahreszahlen. Mit einem Marktanteil von 74,4 Prozent beim Strom und 71,5 Prozent beim Gas stehe das Unternehmen im bundesweiten Vergleich gut da.

Deutlicher Rückgang beim Gasabsatz

Größter Umsatzbringer war weiterhin die Stromversorgung mit einem Umsatz von 81 Mio. Euro respektive 298 Mio.kWh (2017: 83,3 Millionen Euro respektive 339,3 Mio. kWh). Der Gasabsatz lag mit einer GWh unter dem Vorjahresniveau von 1,2 GWh. Aufgrund der Preisentwicklung fiel der Umsatz von 40,6 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2017 auf 32,7 Mio. Euro in 2018. Der Wasserabsatz stieg mit einem Volumen von 5,7 Millionen cbm um 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2017: 5,4 Mio. cbm).

Gründung der Stadtbus Gütersloh GmbH

Besonders im Mobilitätsbereich haben die Gütersloher im vergangenen Jahr ihr Angebot deutlich ausgebaut. Im Dezember 2018 wurde das E-Carsharing "deins & meins" eingeführt. Die E-Fahrzeuge sind an vier dezentral gelegenen Standorten im erweiterten Innenstadtbereich gut erreichbar. Im März vergangenen Jahres wurde zudem die Ausgründung der Verkehrsbetriebe in die Stadtbus Gütersloh GmbH vollzogen und im Juni der öffentliche Dienstleistungsauftrag erteilt. Alle 70 Mitarbeiter wurden übernommen. Für rund 700.000 Euro wurden zwei Hybrid-Gelenkbusse angeschafft, im laufenden Jahr sollen zwei weitere Hybridbusse in den Fuhrpark integriert werden.

Großinvestitionen in den Glasfaserausbau

 Zu den großen Projekten der kommenden Jahre gehört der Breitband-Ausbau mit Glasfaser-Technologie für Gewerbe-, Geschäftskunden und Privathaushalte. Über acht Jahre werden jährlich rund elf Millionen Euro investiert, um etwa 640 Kilometer Glasfaser zu verlegen. Der Ausbau erfolgt sukzessive in einzelnen Ausbauclustern und in den Stadtbereichen mit der höchsten Siedlungsdichte. Erfolgreich gestartet ist hier unter anderem das Gemeinschaftsprojekt „Schulen ans Netz“ der Stadtwerke und der Stadtverwaltung: Bis Ende 2019 werden alle 33 Gütersloher Schulen an ein Breitbandnetz mit Up- und Download-Geschwindigkeiten von einem Gigabit pro Sekunde angeschlossen. (hoe)