Die Stadtwerke Heidelberg decken über ein Fünftel des Strom- und Fernwärmebedarfs ihrer Kunden über KWK-Anlagen und erneuerbare Energien ab. Das Bild zeigt das Holz-Heizkraftwerk in Pfaffengrund. Bild: © Stadtwerke Heidelberg

SW Heidelberg: Energiepark nimmt Form an

Das Kommunalunternehmen plant den Bau einer Power-to-Heat-Anlage, eines Wärmespeichers und einer neuen Verbundleitstelle.

Die Stadtwerke Heidelberg wollen bis 2022 den Anteil der Strom-Eigenerzeugung mit erneuerbaren Energien von aktuell rund 20 auf bis zu 40 Prozent steigern. Eine zentrale Rolle spielt dabei der geplante Energiepark auf dem Werksgelände in Pfaffengrund. Dort sollen unter anderem ein Wärmespeicher und eine Power-to-Heat-Anlage errichtet werden.

Der Speicher mit einer Kapazität von voraussichtlich 660 MWh soll nach dem Prinzip eines sogenannten Zweizonenspeichers funktionieren und über einen Bruttoinhalt von 19 600 Kubikmetern verfügen. Seine Höhe wird rund 50 Meter betragen, der Durchmesser 25 Meter. Die Planungen zu diesem Projekt werden konkreter, der Baubeginn soll im kommenden Jahr erfolgen, heißt es im gestern veröffentlichten Geschäftsbericht der Stadtwerke für das Jahr 2015. Die Anlagen sollen bis Ende 2018 fertiggestellt sein, auf dem Dach des Speichers wird ein gastronomisches Angebot entstehen. Ein erstes Modul der Power-to-Heat-Anlage wird eine Leistung von vier MW haben, teilen die Stadtwerke mit. Parallel dazu laufen die Vorbereitungen zum Bau eines Gasmotoren-Heizkraftwerks, das 2022 seinen Betrieb aufnehmen soll. Dessen Leistung wird voraussichtlich bei 20 MW elektrisch und 20 MW thermisch liegen. Aktuell decken die Stadtwerke Heidelberg über 20 Prozent des Strom- und Fernwärmebedarfs ihrer Kunden über eigene KWK-Anlagen oder erneuerbare Energien ab.

"2015 war ein Jahr der Umsetzung und Konsolidierung", sagt Dr. Rudolf Irmscher, Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg. Das kommunale Unternehmen habe den vor fünf Jahren eingeschlagenen Modernisierungskurs konsequent fortgesetzt. Um die neuen Aufgaben aus der Energiewende leisten zu können, wird eine neue Verbundleitstelle im Werk Pfaffengrund gebaut. Der Umzug ist Ende diesen Jahres geplant. Auch der Digitalisierung werde sich das Unternehmen weiter widmen, so Irmscher. So soll in nächster Zeit ein neues Kundenportal online gehen, zudem wird an neuen Online-Produkten für online-affine Kunden, einer App und einer Social-Media-Strategie gearbeitet.

Im Geschäftsjahr 2015 hat der Stadtwerke-Konzern seinen Fehlbetrag von 30,9 Mio. (2014) auf 19,2 Mio. Euro verringert. Während die Gesellschaften des Versorgungsbereichs einen positiven Ergebnisbeitrag von 15,9 Mio. Euro erwirtschafteten, betrugen die Verluste aus dem ÖPNV 27,8 Mio. Euro und aus den fünf Bädern 5,6 Mio. Euro. Das Kommunalunternehmen setzte deutlich mehr Strom, Gas und Fernwärme ab als im Vorjahr. (hoe)