SWM erleidet weniger Verlust als angekündigt

Das größte deutsche Stadtwerk ist zwar 2015 wie angekündigt tief in die roten Zahlen geraten, das Jahr war aber nicht so schlimm wie angekündigt.

Die Stadtwerke München (SWM) haben im vergangenen Jahr ihr Konzernergebnis gegenüber 2014 von plus 81 auf minus 539 Mio. Euro gedreht. Das geht aus einer Pressemitteilung des größten deutschen Stadtwerks von gestern hervor. Der Konzernverlust nach Steuern ist aber immer noch weniger als die 600 Mio. Euro, die die SWM Anfang Dezember vorab gemeldet hatten. Die übliche Gewinnausschüttung an den Stadtsäckel von 100 Mio. Euro entfällt dieses Jahr, heißt es in der Mitteilung.

Die SWM führen die Verluste auf Sondereffekte zurück, während der negative Trend der Vorjahre beim operativen Ergebnis ins Gegenteil verkehrt worden sei. Der weitere Preisverfall auf den Strom-, Erdgas- und Ölgroßhandelsmärkten habe aber zu weiteren Wertberichtigungen (Sonderabschreibungen) gezwungen. In der Stromerzeugung und in der Gasförderung über die 79-Prozent-Tochter Bayerngas Norge wurden Werte in dreistelliger Millionenhöhe nach unten berichtigt. Zudem erhöhten die SWM angesichts der niedrigen Zinsen die Rückstellungen für den bevorstehenden Rückbau des Kernkraftwerksblocks Isar 2, an dem sie ungewollt immer noch 25 Prozent halten.

Das operative Ergebnis (EBIT) steigerte sich um 30 Prozent auf 472 Mio. Euro. Dies führen die SWM auf die Erneuerbaren zurück. Im vergangenen Jahr wurden gleich drei Offshore-Windparks fertig, an denen die SWM beteiligt sind. "Dies zeigt, dass der frühe und entschlossene Einstieg in die erneuerbaren Energien auch betriebswirtschaftlich richtig war und die SWM damit bessere Perspektiven haben als andere Energieversorger", heißt es in der Pressemitteilung. Zudem wirke bereits das Rationalisierungsprogramm, das Anfang 2015 startete. "Verstärkte Anstrengungen" zur Ergebnisverbesserung seien künftig in einem schwierig bleibenden Marktumfeld "notwendig", so die SWM weiter.

An ihrem hohen Investitionsniveau in allen Sparten – 2015 brutto 1,1 Mrd. Euro nach 1,4 Mrd. Euro – möchten die SWM festhalten. Die Eigenkapitalquote sank nur geringfügig auf höchst solide 48 Prozent. Der Konzernaußenumsatz kletterte von 6,1 auf 6,6 Mrd. Euro. (geo)