Bei den Projekt handelt es sich unter anderem im Cluster 1 um die Windpark Borkum Riffgrund West 1.
Bild: © Ørsted

Tennet, EnBW und Ørsted: Neues Anschlusskonzept von Offshore-Windparks

Die drei Unternehmen möchten die Kosten, durch den Anschluss der Windparks an Konverter-Plattformen in der deutschen Nordsee, senken. Außerdem erhoffen sie sich zwei weitere Effekte.

Das Anschlusskonzept ist hierbei nicht unbekannt, denn Tennet wird dies ebenso in den Niederlanden anwenden. Der Netzbetreiber hat sich jeweils mit den Energieunternehmen EnBW bzw. Ørsted darauf geeinigt, die ausgewählten zukünftigen Windenergieanlagen der Offshore-Wind-Projekte mit 66-kV-Abschlusskabeln direkt an die Offshore-Konverter-Plattform anzuschließen.

Von dort aus wird der Drehstrom in Gleichstrom umgewandelt, um ihn dann mit Hochspannungs-Gleichstromkabeln an Land zu übertragen und über eine landseitige Onshore-Konverterstation wieder als Drehstrom ins Stromnetz einzuspeisen. Dadurch kann der Bau von Offshore-Umspannplattformen (OSS) durch den Windparkbauer vermieden oder auf den geringeren Bedarf einer Offshore Service Plattform (OSP) reduziert werden. Zudem entfällt das Export-Kabel für den Netzbetreiber.

Offshore-Windenergie voranbringen

"Dank der Anwendung dieses Anschlusskonzepts können die Kosten von Offshore-Windenergie zusätzlich gesenkt werden", sagt Volker Malmen, Geschäftsführer von Ørsted in Deutschland. Das Kostensenkungs- und Innovationspotential für die Branche sei weiterhin sehr groß, fuhr Malmen fort.

Breite Akzeptanz erwartet

Holger Grubel, Leiter Portfolioentwicklung Offshore Wind bei EnBW, ergänzt: "Ein Direktanschluss bietet Vorteile für alle Beteiligten, zumal 'EnBW He Dreiht' die gesamte Kapazität des Konverters auslastet." Gleichzeitig erfordere dieses neue Konzept aber weiterhin eine enge Abstimmung der Beteiligten in allen Projektphasen, um die technischen Herausforderungen zu meistern.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) wird im Rahmen von getrennten Genehmigungsverfahren für die Netzanbindungen sowie für die Offshore-Windparks über das Anschlusskonzept befinden. Erste Gespräche dazu wurden bereits geführt. Dieses Anschlusskonzept wird dann gemäß Flächenentwicklungsplan, sofern es die Distanz zwischen den Windenergieanlagen und der Konverter-Plattform erlaubt, eine Standard-Alternative ohne OSS zu 155-kV-Anschlüssen mit OSS für den Bau von Offshore-Windparks und deren Netzanbindung ab dem Jahr 2026 sein. (ab)