Ein Bild aus besseren Zeiten: Syneco-Projektleiter Dr. Manfred Groh verfolgt in Echtzeit die Leistungsverfügbarkeit von gut 50 Anlagen des virtuellen Kraftwerks zur Vermarktung von Regelleistung. Bild: Syneco

Thüga: Aus für Virtuelles Kraftwerk

Die Thüga-Tochter Syneco stellt die 2013 gestartete Vermarktung von Regelleistung über ihr Virtuelles Kraftwerk zum Jahresende ein.

„Wie zahlreiche andere Marktteilnehmer auch sieht die Syneco nach dem durch Überangebot verursachten rapiden Preisverfall in der Regelleistungsvermarktung keinen wirtschaftlichen Sinn. Sie wird diese zum Jahresende einstellen und damit auch die Vermarktung des virtuellen Kraftwerks“, sagte Thüga-Sprecherin Carmen Meinhold gegenüber der ZfK. Das Portfolio der eingebundenen mittelgroßen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen mit einer elektrischen Nennleistung zwischen 0,5 und 5 MW lag bei bis zu 200 MW. Rund 12 Stadtwerke waren an dem virtuellen Kraftwerk beteiligt, das von Syneco, der Energiebeschaffungsplattform der Thüga, betrieben und vermarktet wurde. Die Software stammte von der Energy & Meteo Systems (Oldenburg). Im vergangenen Jahr vermarktete das virtuelle Kraftwerk in drei Regelzonen „erfolgreich Sekundärregelleistung und Minutenreserve“, so eine Pressemitteilung der Thüga-Gruppe vom 10. September 2014.

„Der zusätzliche Aufwand und die Anforderungen, die sich durch die Vermarktung von Regelleistung ergeben, stehen jedoch mittlerweile in keinem gesunden Verhältnis zu den aufgrund von Überkapazitäten gesunkenen Erlösmöglichkeiten im Regelleistungsmarkt“, unterstrich Meinhold. Unabhängig davon betreibe Syneco weiterhin eine Art virtuelles Kraftwerk zur optimalen Direktvermarktung von dezentralen Anlagen. Die dort produzierte Arbeit vermarkte Syneco auch am EPEX-Spotmarkt im Day-Ahead und Intraday-Handel. (hcn)