Von links: Sven Becker, Sprecher der Geschäftsführung bei Trianel und Geschäftsführer Dr. Jörg Vogt. Bild: Trianel GmbH

Trianel verdoppelt Jahresergebnis

Die strategischen Weichenstellungen habe zu dem positiven Ergebnis geführt, betont Trianel-Chef Sven Becker. Drei Megatrends sind die Treiber.

Die Stadtwerke-Kooperation Trianel blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2014 zurück. „Trotz der anhaltenden Belastungen aus der konventionellen Erzeugung haben wir unser Vorjahresergebnis verdoppeln können“, sagt Sven Becker, Sprecher der Geschäftsführung der Trianel GmbH, anlässlich der Jahrespressekonferenz in Düsseldorf. Die Stadtwerke-Kooperation erwirtschaftete einen Jahresüberschuss von 5,2 Mio. € und Umsatzerlöse von 1780 Mio. €.

„Die positive Entwicklung im Jahr 2014 ergibt sich vor allem aus dem erfolgreichen Ausbau unserer Handels- und Portfoliomanagementaktivitäten, der Fokussierung unserer Projektentwicklungsaktivitäten auf erneuerbare Energien sowie die bilanzielle Entlastung durch die Restrukturierung der Trianel Gaskraftwerk Hamm GmbH & Co. KG. Dadurch konnten wir Rückstellungen für das hocheffiziente Kraftwerk deutlich reduzieren“, erläutert Dr. Jörg Vogt, Geschäftsführer der Trianel GmbH. „Die gegenüber 2013 um 12,2 % auf 1780 Mio. € gesunkenen Umsatzerlöse spiegeln das niedrige Preisniveau auf den Energiegroßhandelsplätzen und die zunehmende Fokussierung unserer Handelsaktivitäten auf das kurze Ende wider“, so Vogt weiter.

„Treiber unserer strategischen Ausrichtung sind die drei Megatrends in der Energiewirtschaft: Erneuerbare Energien, Flexibilisierung und Digitalisierung“, so der Trianel Chef. Das Schlüsselelement der Digitalisierung sei für Trianel Smart Metering. Inzwischen nutzen Becker zufolge 25 Stadtwerke die Smart-Metering-Plattform (T-Ped) der Stadtwerke-Kooperation. Dazu gehört auch die Fernsteuerung von EE-Anlagen und neu entwickelte Tarife.

Im Bereich Erneuerbare soll im zweiten Halbjahr die neue Gesellschaft Trianel Erneuerbare Energien GmbH & Co. KG auf die Trianel Onshore Windkraftwerke GmbH & Co. KG folgen. Dann sollen mehr als 500 Mio. € in das Nachfolgeunternehmen fließen, das in Photovoltaik- und Windanlagen investieren wird. Beim Trianel Windpark Borkum warte man derzeit auf die Bauentscheidung für den zweiten Abschnitt. Der erste Teil mit 200 MW Leistung speist seit Ende 2014 ins Netz und soll im September offiziell in Betrieb gehen. Die Investitionen für den zweiten Teil mit ebensoviel Leistung werden bei 900 Mio. € liegen.

Bei der Flexibilisierung habe man den Ausbau des Intraday-Handels 24/7 erfolgreich realisiert, so Becker. "Wir nutzen den Sekundärregelpool, die Minutenreserve und den 24/7-Handel, um alle Marktchancen für unsere Kunden auszuschöpfen“. Mit dem Aufbau von meteorologischem Know-how und der Ausweitung des internationalen Handelsgeschäfts sowohl im Kurz- wie im Mittelfristhandel seien weitere Voraussetzungen für mehr Flexibilität im Strom- und Gashandel geschaffen worden.

Die Zahl der Gesellschafter erhöhte sich mit dem Beitritt der Stadtwerke Solingen auf 56. Ihr Eigenkapital steigerte die Trianel GmbH gegenüber 2013 um 4,6 % auf 90,5 Mio. €. Damit erhöht sich die Eigenkapitalquote von 28,6 auf 29,4 %. Im operativ erfolgreichen Geschäftsjahr 2014 hat sich auch die Liquiditätslage weiter verbessert.

Erstmals seit 2005 arbeiten am Unternehmenssitz Aachen wieder alle Mitarbeiter  unter einem Dach. „Der Umzug in unsere neue Firmenzentrale ist von großer Bedeutung, sagt Becker. So könne man das Know-how entlang der gesamten Wertschöpfungskette verdrahten und schnell auf rapide Veränderungen in der Branche reagieren.

Trotz der positiven Bilanz sei die konventionelle Erzeugung und das Erdgas-Speichergeschäft unter Druck. „Die Entwicklung an den Großhandelsplätzen macht auch weiterhin Rückstellungen für zu erwartende Verluste nötig“, so Vogt.

Auf das diesjährige Geschäftsjahr blicke man mit viel Optimismus, betont Becker. Im Kerngeschäft Handel und Beschaffung sei die Kooperation gut ins Jahr gestartet. Hinzu kommt die anstehenden Inbetriebnahme des Trianel Windparks Borkum, nach eigenen Angaben gute Perspektiven im Erneuerbaren-Geschäft sowie der Entwicklung neuer Geschäftsfelder. (sg)