Klaus Schäfer (links) leitet seit Anfang des Jahres die Eon-Tochter Uniper. Das Bild zeigt ihn bei einem Pressetermin mit Eon-Chef Johannes Teyssen. Bild: Eon SE

Uniper: Datteln soll bis Frühjahr 2018 fertig sein

Die Aktien des Eon-Ablegers sollen ab Mitte September an der Börse gehandelt werden. Der Bau des Kraftwerks in Datteln wird fortgeführt.

Dank eines starken Gasgeschäftes hat die Eon-Abspaltung Uniper im ersten Halbjahr ihr operatives Ergebnis steigern können. Das bereinigte Ebitda lag mit 1,5 Mrd. Euro rund 50 Prozent über dem Vorjahr, das bereinigte Ebit verdoppelte sich von 0,5 Mrd. auf 1,1 Mrd. Euro. Wesentliche Treiber waren dabei veränderte Konditionen bei den langfristigen Bezugsverträgen für Erdgas aus Russland und weitere positive Impulse aus dem Handelsgeschäft. Das Segment Globaler Handel legte deutlich auf 1,2 Mrd. Euro zu (Vorjahr: 0,4 Mrd. Euro), die Erträge in den Segmenten Europäische Erzeugung und Internationale Stromerzeugung hingegen gingen zurück. Aufgrund von hohen Wertberichtigungen und Drohverlustrückstellungen im Europäischen Kohleerzeugungs- und Gasspeichergeschäft steht unterm Strich aber ein Nettoverlust von 3,9 Mrd. Euro im ersten Halbjahr.

"Die operativen Zahlen für unser erstes Halbjahr sind eine gute Basis für die Börsennotierung im September", kommentierte Uniper-Chef Klaus Schäfer heute morgen in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Zuversichtlich stimmte ihn unter anderem der starke operative Cashflow. Zudem habe man die Sachanlage-Investitionen im Vergleich zum Vorjahr um rund 30 Prozent reduziert. Laufende Investitionsvorhaben würden aber fortgeführt. Er gehe unverändert davon aus, dass das Kohlekraftwerk in Datteln im ersten Quartal 2018 fertiggestellt sein werde, so Schäfer.

Bis Anfang September soll der Börsenprospekt von Uniper publiziert sein, voraussichtlich Mitte September würden die Uniper-Aktien erstmals an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt. Für das laufende Jahr strebt Uniper unverändert eine Dividendenausschüttung von 200 Mio. Euro an. In den Folgejahren  werde die Dividende dann vom freien operativen Cashflow abhängen. Von dieser Kenngröße sollen dann mindestens 75 Prozent als Dividende ausgezahlt werden.

Um die Verschuldung zu reduzieren und Wachstumsinvestitionen vornehmen zu können, will Uniper wie angekündigt bis Ende 2017 mindestens 2 Mrd. Euro durch den Verkauf von Teilen des Unternehmens erzielen. Auch ein Stellenabbau in nennenswertem Umfang ist geplant. "Wir wollen betriebsbedingte Kündigungen vermeiden, als Ultima Ratio sind sie aber nicht ausgeschlossen", so Schäfer. (hoe)