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Uniper will Beziehungen zu Großaktionär Fortum entspannen

Beide Unternehmen denken über Kooperationen nach. Das Uniper-Management gibt sich angesichts steigender Stromgroßhandelspreise optimistisch.

Beide Seiten bemühten sich, konstruktiv miteinander umzugehen, sagte Uniper-Finanzvorstand Christopher Delbrück am Montagabend in Frankfurt. Dabei müssten alle Seiten über ihren Schatten springen. Der finnische Energiekonzern Fortum hatte erst kürzlich die Übernahme des Uniper-Anteils von Eon abgeschlossen und hält nun etwas mehr als 47 Prozent an den Düsseldorfern. Zumindest zu Beginn war der Verkauf auf Widerstand im Uniper-Management gestoßen.

Jetzt überlege man, wie man "gemeinsam nach vorne schauen" könne. Die Kostensynergien zwischen den Unternehmen sieht Delbrück dabei als "relativ gering" an. Jedoch gebe es Überlegungen über Kooperationen. Als mögliche Option brachte der Manager etwa einen gemeinsamen Einkauf ins Spiel oder auch technologische Partnerschaften. Fortum ist mit seinem Finanzvorstand Markus Rauramo im Aufsichtsrat vertreten. Ob die Finnen einen zweiten Sitz im Gremium anstreben, konnte Dellbrück nicht sagen. Der Aufsichtsrat sei bis 2022 gewählt.

Eon schrieb Milliarden auf Kraftwerkspark ab

Fortum selbst steckt bei Uniper in der Zwickmühle. So kann der Konzern seinen Anteil an dem Energiekonzern nicht groß ausbauen. Würden die Finnen die Hürde von 50 Prozent überspringen - etwa beim Kauf von Anteilen über die Börse - würden sie Auflagen aus Russland reißen, die das Überschreiten dieser Schwelle untersagen. Der Konzern hatte daher erklärt, sich mit dem Anteil zufrieden zu geben und allenfalls Richtung 50 Prozent aufzustocken.

Uniper ist erst seit etwa zwei Jahren an der Börse. Eon hatte im Zuge der Energiewende in Deutschland sein Kraftwerksgeschäft mit Ausnahme der Atomkraftwerke unter diesem Namen ausgegliedert und an die Börse gebracht, um sich auf Netze, Vertrieb und erneuerbare Energien zu konzentrieren. Kritiker bezeichneten Uniper damals als "Resterampe". Eon musste im Zusammenhang mit der Ausgliederung Milliarden auf den Kraftwerkspark von Uniper abschreiben.

Energiehandel und Speichergeschäft im Fokus

Ging Uniper im September 2016 zu einem Preis von rund zehn Euro an die Börse, hat sich der Aktienkurs in den vergangenen zwei Jahren deutlich gemausert und erhielt im vergangenen Jahr reichlich Auftrieb durch das Übernahmeangebot durch Fortum. Aktuell notiert das Papier bei gut 26 Euro. Delbrück sieht mittlerweile auch viele kleinere Aktionäre, die zu den aktuellen Kursen einsteigen würden.

Mit Blick nach vorn erklärte Delbrück, die gestiegenen Stromhandelspreise gäben den Geschäften mittelfristig Auftrieb. Wegen der Verknappung des Angebots geht er von weiter steigenden Preisen aus. Der Konzern will seine Aktivitäten nicht nur in der Stromerzeugung, sondern auch im Energiehandel und im Speichergeschäft ausbauen. (dpa/hil)