Verbraucherzentrale mahnt Care Energy ab

Der Stromanbieter soll beim Abschluss neuer Verträge weitreichende Vollmachten fordern. Die Konsequenzen seien kaum abzusehen.

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen geht rechtlich gegen die Care-Energy Management GmbH vor. Nach dem Lieferstopp in zahlreichen Bundesländern habe die Unternehmensgruppe Care-Energy ihr Angebot neu strukturiert, heißt es in einer heute versandten Medienmitteilung der Verbraucherzentrale. Damit die Kunden wieder mit Strom versorgt werden können, würden sie aufgefordert, einen neuen Vertrag abzuschließen und neue Allgemeine Geschäftsbedingungen zu akzeptieren. Diese sind nach Einschätzung der Verbraucherzentrale aber sehr problematisch, da sie eine Vollmacht enthalten, mit der Kunden zahlreiche Rechte an Care-Energy übertragen.

Mit der Vollmacht wolle die Care-Energy Management GmbH die Grundlage dafür schaffen, als Energiedienstleister aufzutreten und den Kunden Verträge mit anderen Unternehmen zu vermitteln, so die Verbraucherschützer. Neben Strom und Gas umfasse die Erklärung auch die Produkte Wasser, Abwasser und Öl. "Wer die AGB akzeptiert, erlaubt Care-Energy also, gleich mehrere Verträge in seinem Namen abzuschließen", erklärt Tiana Preuschoff, Energierechtsexpertin bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Problematisch sei zudem das fehlende Mitspracherecht der Kunden. Darüber hinaus seien viele Formulierungen in der Vollmacht sehr schwammig und unverständlich.

Die Verbraucherzentrale ist der Ansicht, dass Kunden durch die Vollmacht unangemessen benachteiligt werden und hat die entsprechende Klausel in den AGB von Care-Energy wegen Intransparenz abgemahnt. Allein die Tatsache, dass eine so weitreichende Vollmacht in die AGB integriert werde, sei unüblich und aus Kundensicht sehr fragwürdig. (hoe)