Die Donau bei Wien: extrem niedriger Wasserstand drückt bei Verbund aufs Ergebnis
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Verbund: Österreichischer Versorger erwartet sinkende Gewinne

Noch stimmen beim Versorger Verbund die Zahlen. Der rekordverdächtige niedrige Wasserstand der Donau lässt jedoch die Prognose sinken.

Die Geschäftsentwicklung von Verbund verlief in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres sehr zufriedenstellend. Die Ergebnisse entwickelten sich trotz einer historisch niedrigen Wasserführung der Donau und ihrer Zuflüsse positiv, die Entschuldung des Konzerns konnte weiter vorangetrieben werden. Positiv auf die Ergebnisentwicklung wirkten ein höherer Ergebnisbeitrag aus dem Segment Netz sowie die Erfolge aus den Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogrammen der letzten Jahre.

Auch die Erlöse aus Flexibilitätsprodukten entwickelten sich besser als geplant, gingen aber im Vergleich zum Vorjahr zurück, da das Geschäftsjahr 2017 stark von positiven Effekten geprägt war. Das um Einmaleffekte bereinigte Konzernergebnis von Verbund erhöhte sich in den vergangenen drei Quartalen um 10,1 Prozent auf 277,6 Mio. Euro. Der operative Cashflow konnte um glatt zwölf Prozent auf 542,1 Mio., der Free Cashflow vor Dividende um 21,5 Prozent auf 389 Mio. Euro gesteigert werden. Dadurch sank die Nettoverschuldung von Verbund im bisherigen Verlauf des Jahres 2018 um 7,4 Prozent auf 2,66 Mrd. Euro.

Niedrigwasser lässt Prognose sinken

Der Erzeugungskoeffizient bei Verbund lag von Januar bis September 2018 nur vier Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt, denn im ersten Halbjahr führten die Flüsse überdurchschnittlich viel Wasser. Doch seit dem letzten Quartal schlägt nach und nach die historisch niedrige Wasserführung der Flüsse auf das Ergebnis; sie lag um 26 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt. Die Monate Juli, August und September zählten auch in Österreich zu den trockensten Monaten seit Beginn der Aufzeichnungen.

Bedingt durch die außergewöhnlich niedrige Wasserführung im Sommer 2018 reduziert Verbund die bisherige Ergebnisprognose. Der Wiener Versorger erwartet auf Basis einer durchschnittlichen Eigenerzeugung aus Wasser- und Windkraft im laufenden Quartal ein Konzernergebnis von 340 Mio. Euro für das Geschäftsjahr. Verbund plant für das Geschäftsjahr 2018 eine Ausschüttungsquote zwischen 40 und 45 Prozent, bezogen auf ein um Einmaleffekte bereinigtes Konzernergebnis, das in einer Höhe von rund 335 Mio. Euro liegen könnte. (sig)