Freudenau mit 172 MW Engpassleistung ist eines der zehn großen Laufwasserkraftwerke an der österreichischen Donau. Bild: © Verbund

Verbund steigert Konzernergebnis um zwei Drittel

Der Wiener Energiekonzern kann seine Ergebnisse gegenüber 2018 deutlich steigern. Die starke Ergebnisentwicklung senkt die Verschuldung und erhöht die strategische Flexibilität.

Die Wiener Verbund AG meldet für die ersten drei Quartale des laufenden Jahres 2019 positive Zahlen. In einem Umfeld, das durch steigende Großhandelspreise für Strom, erhöhte Volatilität in den Stromnetzen und einem starken Trend hin zu erneuerbaren Energien geprägt war, profitierten die Wiener von ihrer strategischen Positionierung. Die Geschäftsentwicklung nennt Verbund denn auch "sehr erfreulich". Die Ergebnisse konnten ebenso wie die steuerungsrelevanten Kennzahlen deutlich verbessert werden.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) konnte Verbund um 39,5 Prozent von 678,4 Mio. auf 946,1 Mio. Euro verbessern. Das berichtete Konzernergebnis stieg um 59,5 Prozent von 282,8 Mio. auf 450,9 Mio. Euro. Das um Einmaleffekte bereinigte Konzernergebnis erhöhte sich sogar um 63,3 Prozent von 277,6 Mio. auf 453,3 Mio. Euro. Eine fast ebenso deutliche Verbesserung zeigt auch der Operative Cashflow, der um 64,9 Prozent auf 893,8 Mio. Euro stieg. Verbund möchte mit dem verdienten Geld die Verschuldung des Konzerns reduzieren. 

Wasserkraft wieder in gewohnter Stärke

Durch eine starke strategische Basis in Verbindung mit der positiven Geschäftsentwicklung sieht Verbund die eigene Flexibilität gestärkt. Dabei halfen die im Vergleich zur Vorjahresperiode gestiegenen Terminmarktpreise auf dem Großhandelsmarkt für Strom, die mit höheren durchschnittlichen Absatzpreisen weitergegeben werden konnten. Positiv zur Ergebnisentwicklung trug das Segment Netz bei. Verbund kann auch auf Erfolge aus den Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogrammen verweisen. Die Erlöse aus Flexibilitätsprodukten gingen hingegen im Vergleich zum Vorjahr zurück.

Die Wasserführung der Flüsse lag mit einem Erzeugungskoeffizienten von 1,02 um zwei Prozent über dem langjährigen Durchschnitt und um sechs Prozentpunkte über dem Niveau der ersten drei Quartale 2018. Die Erzeugung der Jahresspeicherkraftwerke stieg um 0,8 Prozent. Die Erzeugung aus Wasserkraft stieg somit um 1372 GWh. Für das Geschäftsjahr 2019 erwartet Verbund auf Basis einer durchschnittlichen Wasserführung und eines durchschnittlichen Winddargebots im Quartal 4/2019 sowie der Chancen und Risikolage ein EBITDA zwischen rund 1190 und 1240 Mio. Euro und ein Konzernergebnis zwischen rund 540 und 580 Mio. Euro. (sig)