Überreichung des Preises (v.l.): Prof. Dr.-Ing. Hans Martin, Aufsichtsratsvorsitzender Bürgerenergie-Genossenschaft Wolfhagen eG (BEG); Prof. Peter Droege, Präsident Eurosolar; Wilfried Steinbock, Vorstandvorsitzender BEG; Christina Holzhauer, Prokuristin Stadtwerke Wolfhagen; Reinhard Schaake, Bürgermeister Wolfhagen; Stephan Grüger, MDL, Vizepräsident Eurosolar; Manfred Schaub, Geschäftsführer Energie 2000 e.V. Bild: Spitzlicht Fotografie / Daniel Schmitt

Wolfhagen nimmt Solarpreis entgegen

Eurosolar würdigt Stadtwerke für das Bürgerbeteiligungsmodell.

Am vergangenen Samstag (17. Okt. 15) bekamen die Stadtwerke Wolfhagen in Schwelm den deutschen Solarpreis verliehen. Die europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien, Eurosolar e. V., ehrt mit der Auszeichnung schon seit 1994 wegweisende Akteure der Energiewende. Stadtwerke-Prokuristin Christina Holzhauer nahm den Preis "für das Ziel, 100 % Erneuerbare Energien als eines der ersten Stadtwerke Deutschlands dezentral selbst zu produzieren sowie das ausgeprägte und innovative Bürgerbeteiligungsmodell" entgegen.

Im Anschluss an die Verleihung im Schwelmer Ibach-Haus betonte Holzhauer die Bedeutung des Solarpreises: "Dass wir von dem Verband, den Herrmann Scheer gegründet hat, ausgezeichnet werden, ist eine große Ehre." Die Ideen des 2010 verstorbenen Energiewende-Vordenkers Scheer lieferten wichtige Impulse für die Entwicklung in Wolfhagen. So plädierte der Träger des alternativen Nobelpreises für Energieerzeugung nah am Verbraucher durch den Verbraucher.

In Wolfhagen ist das heute Realität. 2008 hatten die Stadtverordneten beschlossen, den Strom, den die Stadt im Jahr braucht, erneuerbar vor Ort zu produzieren und die Bürger direkt daran zu beteiligen. Diesen Kurs bestätigten die Wolfhager wieder und wieder – zuletzt durch die Gründung der Bürgerenergie-Genossenschaft Wolfhagen eG (BEG), der seit 2012 ein Viertel der Stadtwerke und dadurch auch des Windparks und des Solarparks der Stadtwerke gehört.

"Der Wolfhager Weg macht deutlich, dass die Umsetzung einer dezentralen und sozial gerechten Energiewende nur mit der Öffnung zu einer demokratischen Mitsprache an der öffentlichen Daseinsvorsorge gelingen kann," heißt es in der Laudatio. Darin, so Christina Holzhauer, sei auch ein Auftrag formuliert: "Mitbestimmung und demokratische Teilhabe weiter mit Leben zu füllen." (al)