Zukunftshaus in Dresden: Unauffällig, aber oho

Alexander Haiden (links) und Franz Härting (rechts) zeigen die Potenziale und Wirkungsweisen des Hauses auf
Bild: © DREWAG

Das ist das Zukunftshaus mit seinem innovativen Energiemanagementsystem
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Gemeinsam mit anderen europäischen Städten will sich die sächsische Landeshauptstadt zur Smart City entwickeln. Ein Baustein bildet hierbei das moderne Energiemanagementsystem.

Am Dienstag eröffnete in Johannstadt Dresdens erstes Zukunftshaus mit einem innovativen Energiemanagementsystem, teilten die Stadtwerke Dresden (Drewag) mit. Robert Franke, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Dresden, sagte bei der Eröffnung: "Wir freuen uns, dass im Zukunftshaus bereits alle 14 Wohneinheiten vermietet sind. Ein intelligentes Energiemanagementsystem erhebt über einen Zeitraum von vier Jahren aussagekräftige Daten in einem realen Umfeld."

Es soll den Mietern die Möglichkeit zur bedarfsgerechten Energienutzung und -optimierung bieten. Das große Ziel des Projekts "MAtchUP" sei es, die gewonnenen Erkenntnisse auch auf andere Vorhaben übertragen zu können. Die Themenfelder Energieeffizienz und erneuerbare Energien, Mobilität, Digitalisierung sowie Bürgerbeteiligung bilden bei dem Projekt die Schwerpunkte.

Europäisch gedacht und vernetzt

Die Stadt Dresden ist eine der drei europäischen Leuchtturmstädte im EU MAtchUP-Projekt auf dem Weg zu einer nachhaltigen, smarten Stadtentwicklung. Das MAtchUP-Team präsentiert sich mit seinen Smart City-Lösungen aktuell bei der Smart City Expo in Barcelona. "Unsere europäischen Projektpartner verfolgen unsere Aktivitäten mit großem Interesse, da sich auch andere MAtchUP-Partnerstädte ganz ähnliche Fragen stellen", berichtet Alexander Haidan, Fachgruppenleiter Geschäftsfeldentwicklung und Projektleiter MAtchUP für die Drewag.

Was macht das Zukunftshaus smart und besonders?

Das neu errichtete Haus wurde mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach und entsprechender Batterie zur Speicherung im Keller des Gebäudes ausgerüstet. Verbunden ist das Ganze mit einem modernen Energiemanagementsystem mit Bediendisplays pro Wohneinheit und im Keller. Alrik Mutze, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Johannstadt, führt zur Funktionsweise aus: "Wenn günstiger ökologischer Strom aus der Anlage zur Verfügung steht, bekommt der Wohnungsnutzer das über ein in jeder Wohnung installiertes Energiemanager-Display angezeigt und kann somit sein Nutzerverhalten nach der zur Verfügung stehenden Stromart ausrichten".

Vernetzung für Serviceleistungen mitgedacht

Über das Display lässen sich ebenso die Heizungsanlagen in jeder Wohnung steuern und entsprechende Verbrauchswerte ablesen. Die Energie- und Gebäudemanager-Displays empfangen und senden digital Daten und sind zusätzlich eine Kommunikationsplattform zu Dienstleistern, wie der Drewag. Dort können zahlreiche Informationen abgefragt und eingestellt werden, wie die nächsten Wartungstermine oder Kontaktdaten des Hausmeisters. "Im Zukunftshaus probieren wir verschiedenste neue Technologien in der Energie- und Steuerungstechnik in bestimmen Anwendungsszenarien aus. Durch den täglichen Betrieb können wir Rückschlüsse für die praktische Anwendung auch in anderen Gebäuden ziehen", so Franz Härting, Mitarbeiter Energiedienstleistungen bei der Drewag.

MAtchUP als Leuchtturmprojekt

Dresden wurde 2017 im Rahmen der europaweiten Initiative "Horizon 2020 – Smart Cities and Communities" ausgewählt, das von der Europäischen Kommission geförderte Leuchtturmprojekt neben Valencia (Spanien) und Antalya (Türkei) umzusetzen. Insgesamt besteht das MAtchUP-Konsortium aus 28 Partnern in acht verschiedenen Ländern. Seit 2017 und bis 2022 fördert die Europäische Union das Vorhaben mit insgesamt rund 17,5 Mio. Euro. Etwa 4,5 Mio. Euro davon entfallen auf die Dresdner Partner. (ab)