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11 November 2016 | 10:45

EG-Trinkwasserrichtlinie im Arbeitsprogramm 2017

Die Europäische Kommission nimmt die Revision der Trinkwasserrichtlinie ins Programm. Der DVGW begrüßt diese Entscheidung.

Die Europäische Kommission will die Trinkwasserrichtlinie überarbeiten. Dies berichtet der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) in einer Pressemitteilung. Als Auslöser sieht der DVGW die "Right2Water-Initiative" und die detaillierte Stärken-Schwächen-Analyse, die die Branche vorgetragen hat.

Der DVGW hat insbesondere die sehr heterogenen und intransparenten Regelungen in Europa zu den hygienischen Anforderungen an Materialien und Produkte im Kontakt mit Trinkwasser kritisiert. Der Verein fordert die überfällige Einführung von europaweit einheitlichen hygienischen Anforderungen und schlägt eine einheitliche europäische Regelung in Form einer neuen EU-Verordnung für Materialien, Werkstoffe und Produkte im Kontakt mit Trinkwasser vor. "Nur so erreichen wir in ganz Europa eine hohe Produktqualität und Produktsicherheit in Bezug auf den Verbraucher- und Gesundheitsschutz und gleichzeitig Rechtssicherheit für die produzierende Industrie", betont Prof. Dr. Gerald Linke, Vorstandsvorsitzender des DVGW.

Der DVGW hat zusammen mit seinen nationalen Partnern aus Industrie, Ministerien, Behörden und Verbänden ein Lösungskonzept erarbeitet, das zurzeit im Rahmen der Evaluierung der Trinkwasserrichtlinie von der Europäischen Kommission begutachtet wird. Die Kommission plant, den WHO Water Safety Plan als Managementgrundsatz in die Richtlinie zu integrieren. Der DVGW begrüßt diese Entwicklung. Die Methode hatte bereits 2008 mit dem DVGW-Hinweis W 1001 "Risikomanagement im Normalbetrieb" Eingang in das DVGW-Regelwerk gefunden und wurde dann nahezu vollständig in eine europäische Norm überführt.

"Kritisch sehen wir", so Linke "die von der WHO vorgeschlagene Verknüpfung der mikrobiologischen Qualitätsparameter mit der Leistungsfähigkeit der Wasseraufbereitung." Gegen diesen Ansatz spräche, dass die Konzentrationen der Mikroorganismen im Rohwasser selbst in belasteten Oberflächenwässern viel zu gering sind, um die Eliminationsleistung bestimmen zu können. Außerdem sei bei der Vielfalt der technischen Aufbereitungsmaßnahmen, die jeweils auf die jeweilige Wasserbeschaffenheit und örtlichen Gegebenheiten zugeschnitten sind, dieses Konzept nicht einfach anzuwenden. (al)

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