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20 März 2017 | 08:47

PFC-Belastung in Mittelbaden ist kein Einzelfall

Expertenforum mit 50 Fachleuten traf sich in Rastatt. Finanzierungsmodelle sollen Belastungen auf mehrere Schultern verteilen.

Die perfluorierten Chemikalien (PFC) im mittelbadischen Grundwasser sind kein Einzelfall: Auch in anderen Bundesländern gibt es derartige Funde. Beim zweiten Expertenforum kamen über 50 Fachleute aus ganz Deutschland auf Einladung der Star Energiewerke aus Rastatt zusammen und diskutierten Lösungsansätze und Strategien für die Zukunft.

Es ging um freiwillige Kontrollen, Kooperations- und Finanzierungsmöglichkeiten bei Schadensfällen und um die Frage, wie PFC durch Filtrationstechniken wirkungsvoll und wirtschaftlich aus dem Grundwasser entfernt werden kann. Denn ein Bodenabtrag kommt bei rund 500 Hektar mit PFC verunreinigten Flächen nicht in Betracht.

Oberstes Gebot, das betonte Geschäftsführer Olaf Kaspryk als Gastgeber, sei der Schutz des Lebensmittels Nummer 1, dem Trinkwasser. Seit bei einer Vollanalyse im Grundwasser zweier Rastatter Wasserwerke PFC entdeckt wurden, hat er ein ganzes Bündel an Maßnahmen ergriffen.  Auf das dritte – und noch einzig in Betrieb befindliche – Hauptwasserwerk in Ottersdorf treibt die Fahne mit PFC-belastetem Grundwasser zu.

Einfach Preise anheben?
 
Zentrale Frage dabei: Wer bezahlt die bislang durchgeführten Sicherungsmaßnahmen und die Forschung? Allein für das Einzugsgebiet der Stadt Rastatt kalkuliert Olaf Kaspryk derzeit mit rund acht Millionen Euro Aufwendung zur Ressourcensicherung hinsichtlich PFC bis 2018 – für ein mittelständisches und kommunal verankertes Unternehmen kaum zu stemmen.

Landesumweltminister Franz Untersteller habe kürzlich empfohlen, den Trinkwasserpreis in Rastatt anzuheben. „Aber es kann doch nicht sein, dass die Bürger hier aus der Region über Generationen hinweg für eine Sanierungsmaßnahme bezahlen, die ein Fehler im Überwachungssystem verursacht hat“, hält Olaf Kaspryk entgegen. Die Rolle der Verursacher ist bis heute nicht geklärt.

Fünfstufiges Modell

Moderator Wilfried Ludwigs vom Steinbeis Transferzentrum Mittelstand sah am Ende ein mehrstufiges Modell zum Umgang mit den Belastungen durch PFC:

  • Das Schaffen einer Schadensplattform, um die Fälle bundesweit und auch international zuverlässig zu erfassen.
  • Die Selbstverantwortung der Wasserversorger zu erweiterten Kontrollen hinsichtlich PFC.
  • Die Kooperation von Versorgern innerhalb der Regionen.
  • Förderung von Innovation
  • Eine dreiteilige Finanzierung, an der sich sowohl die Verbraucher als auch Land sowie Bund und EU über Forschungsförderung beteiligen. (wa)

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