Auf dieser Seite können Sie sich in Ihr bestehendes Account einloggen oder für ein neues Account registrieren.
13 Juni 2017 | 11:10

Regierung: Stickstoffeintrag ganzheitlich verringern

Die Bundesregierung beabsichtigt, den Nitrateintrag nicht "isoliert" zu vermindern. Derweil rechnet das Umweltbundesamt die Kosten für die Wasserversorgung vor.

Der "Bericht der Bundesregierung zum Stickstoffeintrag in die Biosphäre" ist veröffentlicht. Die 21-seitige Vorabfassung geht auf die Folgen und Ursachen, die bisher erreichten Minderungen, den Handlungsbedarf und konkrete Maßnahmen ein.

Laut einem Bundestag-Newsletter von gestern hält die Exekutive das bisher Erreichte für "beachtlich". Es seien aber weitere Anstrengungen erforderlich, um die nationalen und europäischen Minderungsziele zu erreichen. Man setze dabei auf einen "integrierten Politikansatz" und eine "sektoren- und medienübergreifende Herangehensweise bei der Stickstoffminderung".

UBA: Bis zu 45 Prozent höhere Wasserpreise

Das bedeutet mit ausdrücklichem Bezug auf den Nitrateintrag im Grundwasser aus Sicht der Bundesregierung: "Bei einer isolierten Betrachtung und Behandlung von Einzelaspekten (…) bleiben chemische und ökosystemare Wechselwirkungen unterbewertet."

Am Freitag hatte das Umweltbundesamt (UBA) eine Studie veröffentlicht. Darin warnt die Behörde, dass die Überdüngung in besonders intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen letztlich die Trinkwasserkosten um 55 bis 76 Cent pro Kubikmeter erhöhen könnte. Das entspräche einer Preissteigerung von 32 bis 45 Prozent. "Eine vierköpfige Familie müsste dann bis zu 134 Euro im Jahr mehr bezahlen", heißt es in einer Pressemitteilung. Über 27 Prozent der Grundwasserkörper überschreiten derzeit den Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter.

OOWV, Rheinenergie und RWW machten mit

Das UBA hat dies mit Daten von und in Kooperation mit drei großen Wasserversorgern untersucht: OOWV (Oldenburgisch-Ostfriesischer Wasserverband), Rheinenergie und RWW (Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft). Ergebnis: In einigen Gebieten könnte das Wasser bald zusätzlich gereinigt werden muss. Dazu gibt es unterschiedliche Verfahren:

  • Elektrodialyse
  • Umkehrosmose
  • biologische Denitrifikation oder
  • das CARIX-Verfahren.

Welches Verfahren zur Anwendung kommen kann, wird durch lokale Faktoren wie die Wasserhärte oder die notwendige Vor- oder Nachbehandlung des Wassers bestimmt. Die Gesamtkosten für die Reinigung hängen neben der Art des Verfahrens auch noch ab von der konkreten Belastungssituation vor Ort, dem Nitrat-Zielwert und der Menge des aufzubereitenden Wassers. In jedem Falle bedeuten die Verfahren mögliche berechnete Mehrkosten von bis zu 76 Cent pro Kubikmeter für die Wasserkunden: diese müssen also für die Überdüngung in ihrer Region bezahlen. (geo)

------------
Einen ausführlichen Bericht zu Nitrat finden Sie in der aktuellen ZfK-Ausgabe, die als Abo erhältlich ist.

Hier externer Link zum "Bericht der Bundesregierung zum Stickstoffeintrag in die Biosphäre", 21 Seiten Vorabfassung

STELLENMARKT

Umfrage

Was kurbelt den Markt für E-Mobilität an?

Noch stockt die Verkehrswende. Was ist Ihrer Meinung nach die erfolgsversprechendste Maßnahme, um die E-Mobilität in Deutschland voranzutreiben?

,

Social media

Folgen sie uns auf:
Facebook Twitter Xing

Zahl des monats

165 000

Megawatt betrug der Zubau an Ökostromleistung weltweit in 2016, berichtet die Internationale Energieagentur (IEA). Das ist ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr und umfasst nahezu zwei Drittel der neuen Stromerzeugung.