Wasser ist unter ständiger Kontrolle der Behörden. Bild: Sigrid Roßmann / pixelio.de

Behördenstreit um Zwangschlorung von Trinkwasser

Das Landratsamt gibt Anweisungen aus, die dem Bürgermeister der Gemeinde Dinkelscherben nicht gefallen. Auslöser des Konflikts waren Fäkalkeime.

Im schwäbischen Dinkelscherben streiten sich die Behörden um eine Zwangschlorung des Trinkwassers. Nachdem in der Wasserversorgung der Marktgemeinde coliforme Keime nachgewiesen wurden, gilt bereits seit Mitte Mai eine Abkochanordnung für das Wasser. Dies reicht dem Landratsamt des Kreises Augsburg nicht, deswegen hat die Kreisbehörde nun die Chlorung angeordnet.

Doch Bürgermeister Edgar Kalb hält davon nichts und wehrt sich gegen das Chlor im Wasser. Der Rathauschef habe mitgeteilt, die Anordnung des Kreises nicht umsetzen zu wollen, teilte das Landratsamt am Mittwoch mit. Kalb wolle die Rechtmäßigkeit in einem Eilverfahren vor dem Verwaltungsgericht überprüfen lassen.

Woher kommen die Fäkalkeime?

Fäkalkeime wie in Dinkelscherben werden immer wieder in Kommunen im Trinkwasser gefunden. Diese können bei empfindlichen Menschen Magen-Darm-Erkrankungen verursachen. Woher die Keime in Dinkelscherben kommen, ist nicht bekannt.

In der rund 7000 Einwohner großen Gemeinde gibt es Vorbehalte, das Chlor könnte auch gesundheitsschädlich sein. Die Kommune hat zudem erklärt, dass die jüngsten Proben alle «im grünen Bereich» gewesen seien. Die Kreisbehörde spricht hingegen von «teilweise gravierenden hygienischen Mängeln». Zudem gebe es bei den in Deutschland zugelassenen Chlorkonzentrationen keine Gesundheitsgefährdung. (dpa/al)