Mit dem Spatenstich kann das Großprojekt an der Oleftalsperre nun starten.
© Kommunale Netze Eifel

Eifel-Pipeline: Wasser für 245 000 Menschen

Zwei Trassen, viele Möglichkeiten: Die „Eifel-Pipeline“ von der Oleftalsperre nach Trier ist in Bau. Energieversorgung und Kommunikation wurden gleich in die Doppeltrasse eingeplant.

Erster Spatenstich für ein Großvorhaben. Das sogenannte Verbundprojekt Eifel wird von der Oleftalsperre in Nordrhein-Westfalen auf 80 Kilometern Länge nach Trier verlaufen und 245 000 Bürger mit sauberem und bezahlbarem Trinkwasser versorgen. Gleich mit eingebaut werden Glasfaser- und Gasleitungen, ins System eingebunden sind zudem regional ausgelegte Leitungen für Strom aus Biogas, Wind, Sonne und Wasser. „Mit dem Verbundprojekt Westeifel ist Rheinland-Pfalz bundesweit Vorreiter bei der Schaffung einer innovativen und zukunftssicheren Infrastruktur", erklärte Jutta Blatzheim-Roegler, Stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen in Rheinland-Pfalz.

Bauherr der Eifel-Pipeline ist der Wasserversorger Kommunale Netze Eifel (KNE). Gebaut wird die Trasse unter dem Dach der voriges Jahr gegründeten Landwerke Eifel. Mit im Boot sind die Stadtwerke Trier, die ihrerseits mit 25,1 Prozent an den KNE beteiligt sind; der Eifelkreis und die Verbandsgemeinden im Bitburger Land halten zusammen 74,9 Prozent an der Projektgesellschaft.

Ein wahres Multifunktionsprojekt

Als Bauzeit für das 100-Millionen-Vorhaben sind fünf Jahre veranschlagt. Der Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe lobte das Vorhaben – es sei „für die gesamte Region ein Beispiel vorbildlicher Zusammenarbeit“. Und noch dazu eines, das technisch auf der Höhe der Zeit ist: Die regionalen Telekommunikationsunternehmen können in den Ortschaften, die die Pipeline berührt, knapp 30 000 Haushalte mit schnellem Internet versorgen.

Neben der Nord-Süd-Leitung wird als zweite Trasse eine Ost-West-Verbindung realisiert, die zusätzlich dem Transport von Biogas dient. Sie verläuft auf 45 Kilometern durch die Verbandsgemeinden Wittlich-Land, Speicher, Trier-Land, Bitburger Land und Südeifel. Dabei wird sie die bestehenden Biogasanlagen miteinander vernetzen. In der Nähe des Flugplatzes Bitburg soll das gelieferte Gas auf Erdgas-Qualität gebracht und ins vorhandene Netz eingespeist werden. (sig)