Glyphosat: EU-Ausschuss verschiebt Entscheidung

Der Fachausschuss der Mitgliedsstaaten hat die Abstimmung vertagt. Die EU-Kommission hat ihre Position unterdessen noch einmal korrigiert.

Der Ständige Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel der EU hat die mit Spannung erwartete Abstimmung über die Zukunft des Herbizids Glyphosat verschoben. Laut EU-Kommission fand in dem Gremium, in dem Vertreter aller 28 Mitgliedsstaaten sitzen, heute keine Abstimmung über die weitere Zulassung des Unkrautvernichters statt. Die Behörde will schon bald einen Termin für eine weitere Sitzung bekannt geben, teilt das Portal "Zeit.de" mit.

Die Zulassung von Glyphosat läuft im Dezember diesen Jahres aus. Die EU-Kommission hatte ursprünglich dafür plädiert, diese für zehn Jahre zu verlängern. Das EU-Parlament hingegen machte sich für maximal fünf Jahren stark. Die Kommission schwenkte daraufhin um und schlug als Kompromiss eine Fristverlängerung zwischen fünf und sieben Jahren vor. In dem zuständigen Ausschuss müssen mindestens 16 Staaten, die 65 Prozent der EU-Bevölkerung repräsentieren, einem der Vorschläge zustimmen.

"Nicht nach Gefühlslage entscheiden"

Der Deutsche Bauernverband hat unterdessen davor gewarnt, den Einsatz von Glyphosat in der Landwirtschaft einzuschränken. Leidtragende seien die Landwirte, die ihre Produktionsweise umstellen müssten, so Verbandspräsident Joachim Rukwied im "Deutschlandfunk". Die umweltpolitische Sprecherin der FDP im Europaparlament, Gesine Meißner, appellierte "politische Entscheidungen nicht nach Gefühlslage, sondern auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse zu fällen". Die EU-Agenturen für Lebensmittelsicherheit und Chemikalien hielten einen "sachgemäßen Einsatz" des Herbizids für unbedenklich. Das Internationale Krebsforschungsinstitut geht hingegen davon aus, dass die Chemikalie "wahrscheinlich krebserregend" ist. (hoe)