Die Star-Energiewerke in Rastatt sind von den Grundwasserverunreinigungen durch perfluorierte Chemikalien stark betroffen. Geschäftsführer Olaf Kaspryk (Bild) fordert, dass der PFC-Skandal nicht ohne Konsequenzen bleibt. Bild: @ Star Energiewerke

PFC-Skandal: Star-Energie appelliert an Politik

Die Staatsanwaltschaft Baden-Baden hat das Verfahren wegen PFC-Verunreinigungen in Rastatt eingestellt. Star-Energie will aber weiterkämpfen.

Zwei der drei Wasserwerke der Star-Energiewerke im badischen Rastatt sind seit Jahren außer Betrieb. Grund sind Verunreinigungen des Grundwassers mit perfluorierten Chemikalien (PFC). Auch auf die Wasserfassungen des dritten Werks treibt laut Medienmitteilung eine "PFC-Fahne" zu. Der Kommunalversorger hatte die Verunreinigungen zufällig entdeckt und 2013 Anzeige gegen Unbekannt gestellt. Die Staatsanwaltschaft Baden-Baden hat das Verfahren nun eingestellt. Unter anderem weil die Beweislage nicht eindeutig sei.

Resolution an Ministerpräsident Kretschmann noch unbeantwortet

Juristisch sei die Entscheidung nachvollziehbar, dennoch ist sie ein herber Rückschlag im Bemühen um einen besseren Schutz des wichtigsten Nahrungsmittels und seiner Konsumenten, sagt Olaf Kaspryk, Geschäftsführer der Star-Energiewerke. Der PFC-Skandal dürfe nicht ohne Konsequenzen bleiben. "Hier ist die Politik auf allen Ebenen gefragt. Sie sollen zum einen das ganze Ausmaß und die Ursachen gründlich erforschen", fordert Kaspryk. Zum anderen könnte der Umweltskandal durch einen Untersuchungsausschuss aufgeklärt werden. Gemeinsam mit Bürgermeistern aus der Region habe man eine Resolution an Ministerpräsident Kretschmann geschickt, darauf aber noch keine Antwort erhalten.

"PFC im Grundwasser ist eine tickende Zeitbombe"

Aber auch beim Thema Sanierung und deren Finanzierung seien noch viele Fragen offen, so Kaspryk weiter. Zwar hätten die Umweltminister ein gemeinsames Vorgehen gegen PFC beschlossen, nicht auf der Agenda stehe dabei aber die Entfernung von den Chemikalien aus Grund- und Trinkwasser. "PFC im Grundwasser ist eine tickende Zeitbombe", sagt Kaspryk. Es handle sich um Stoffe, die sich nicht abbauten und die im Verdacht stünden, krebserregend zu sein. Um die Trinkwasserversorgung der Rastatter Bevölkerung zu sichern, habe man unter anderem einen interkommunalen Wasserverband mit Gaggenau neu geschaffen. (hoe)