Wasser ist ein hohes schützenswertes Gut. Die Wasserbranche kämpft, dass Wasser nicht zur Handelsware verkommt. © Jewgenia Stasiok/pixelio.de

Trotz Sommerhitze: Trinkwasserversorgung in Bayern ist gesichert

Ausbleibender Regen und eine rekordverdächtige Hitzewelle haben Bayerns Trinkwasserversorgung in diesem Jahr nicht aus dem Takt gebracht. Trotzdem muss im Voraus geplant werden.

Große Trockenheit und hochsommerliche Temperaturen lassen seit Wochen die Böden und Flüsse in Bayern austrocknen, gleichzeitig werden bei vielen Wasserversorgern größere Mengen von Trinkwasser abgenommen. So meldet die Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO) einen "merklichen Anstieg" der Menge an abgegebenem Trinkwasser. Im Monat Juli lag diese 20 Prozent über der Menge des Vorjahresmonats. Und die Ingolstädter Kommunalbetriebe AöR haben im Juli 2018 ihren Wasserausstoß um beachtliche 74.490 m³ im Vergleich zum Vormonat gesteigert.

Doch die Lage in Bayern ist nicht dramatisch. "Die Trinkwasserversorgung ist aber unabhängig vom aktuellen Wetter und temporären Klimaeinflüssen gesichert", versichert Markus Rauh, Vorstandsmitglied des Verbandes der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (VBEW). In den Wasserwerken würden der Wasserbedarf und die verfügbaren Ressourcen rund um die Uhr überwacht und soweit notwendig den aktuellen Erfordernissen angepasst.

Langfristig muss wohl neu disponiert werden

In einigen Gebieten Bayerns kann es trotzdem sein, dass die örtlichen Versorger dringende Empfehlungen aussprechen, den Trinkwassergebrauch einzuschränken – wie zum Beispiel das Bewässern von Gärten und Grünanlagen. Dabei handele es sich jedoch, so der VBEW, um Ausnahmen, und am ehesten könnte diese Lage in Nordbayern eintreffen: viele Städte und Gemeinden werden dort aufgrund zu geringer eigener Ressourcen zuverlässig ganz oder teilweise von Fernwasserversorgungsunternehmen versorgt.

Längerfristig sind jedoch in einigen Regionen Bayerns sinkende Grundwasserpegelstände festzustellen. Insbesondere eine Veränderung der Niederschlagsverteilung über das Jahr gesehen wird hierfür als Hauptgrund angeführt. Dafür wiederum wird der Klimawandel verantwortlich gemacht. Im Allgemeinen wird von den Klimaexperten erwartet, dass sich längere trockene Perioden mit längeren nassen Perioden abwechseln. (sig)