Zum Auftakt der Erfassung der vorläufigen Netzentgelte durch ene’t, sind Werte von einem Strom- und vier Gasnetzbetreibern erfasst worden. Die Erfassung wird tagesaktuell weitergeführt.

Zum Auftakt der Erfassung der vorläufigen Netzentgelte durch ene’t, sind Werte von einem Strom- und vier Gasnetzbetreibern erfasst worden. Die Erfassung wird tagesaktuell weitergeführt.

Bild: © KI-generiert

Vier Gasnetzbetreiber und ein Stromnetzbetreiber: So viele veröffentlichte Netzentgelte weist die Übersicht des Datendienstleisters Enet für 2027 am 6. Oktober (dem Tag ihrer Veröffentlichtung) aus. Die erfassten Gebiete decken nach dessen Angaben 0,09 Prozent bei Gas und 2,90 Prozent bei Strom ab.

Die Zahlen geben damit einen ersten Einblick in einzelne Preisstellungen, bilden aber noch keinen belastbaren bundesweiten Vergleich. Die Übersicht stellt vorläufige oder endgültige Netzentgelte für 2027 den endgültigen Werten für 2026 gegenüber.

Wie unterschiedlich die Ergebnisse schon in diesen wenigen Fällen ausfallen, zeigen die Beispielrechnungen der Plattform. Für einen Stromhaushalt mit 1500 Kilowattstunden (kWh) Jahresverbrauch sinken die ausgewiesenen jährlichen Netzkosten im erfassten Netz um 5,01 Prozent, bei 4000 kWh um 4,09 Prozent.

Für Gashaushalte mit 7000 beziehungsweise 20.000 kWh Jahresverbrauch weist Enet dagegen Steigerungen um 3,28 beziehungsweise 4,16 Prozent aus. Das sind Werte einzelner erfasster Netze – keine Prognose für Haushalte in Deutschland.

Die Abdeckung ist noch kein Deutschlandbild

Enet recherchiert die Preisstellungen nach eigenen Angaben für seine Datenbanken zu Strom- und Gasnetznutzung. Das Unternehmen erfasst zunächst bevorzugt größere Flächennetzbetreiber. Kleinere Verteil- und Arealnetze folgen nach der Zahl der angeschlossenen Marktlokationen. Die Reihenfolge der Erfassung beeinflusst also, welche Netze früh in der Übersicht auftauchen.

Übertragungsnetz und Verteilnetz nicht verwechseln

Bei den Netzentgelten gibt es zudem zwei Ebenen, die nicht miteinander gleichgesetzt werden dürfen. Die Übertragungsnetzbetreiber transportieren Strom über weite Strecken; die Verteilnetzbetreiber bringen ihn bis zu den Haushalten und Betrieben. Während die Entgelte der Übertragungsnetzbetreiber bundesweit einheitlich sind, unterscheiden sich die Netzentgelte der Verteilnetze von Betreiber zu Betreiber. Das Entgelt am Anschluss enthält auch anteilige Kosten vorgelagerter Netze.

Die vier Übertragungsnetzbetreiber veröffentlichten ihre vorläufigen Entgelte für 2027 bereits am 1. Oktober. Sie beziffern den durchschnittlichen Preis auf der Höchst- und Umspannungsebene auf 3,54 Cent je Kilowattstunde; 2026 waren es 2,86 Cent.

In die Kalkulation ist ein geplanter Bundeszuschuss von 5,525 Milliarden Euro eingeflossen. Ohne ihn läge das durchschnittliche Entgelt nach Angaben der Unternehmen bei 6,52 Cent je Kilowattstunde.

Der Zuschuss für die Jahre 2027 bis 2029 war zum Zeitpunkt der Mitteilung noch nicht gesetzlich beschlossen. Die vorläufigen Übertragungsnetzentgelte stehen deshalb unter dem Vorbehalt, dass das Gesetz das parlamentarische Verfahren passiert.

Die Netzbetreiber verwiesen darauf, dass sich die endgültigen Werte erhöhen könnten, falls bis zum 7. Dezember 2026 keine Rechtssicherheit besteht. Selbst der bundesweite Wert auf der Übertragungsnetzebene sagt jedoch noch nicht, wie sich die Kosten in einer konkreten Region niederschlagen: Das hängt auch von den jeweiligen Verteilnetzen ab.

Die nächsten Tage bringen mehr Preisblätter

Für die Verteilnetzbetreiber sieht der Veröffentlichungsfahrplan den 15. Oktober als Stichtag für vorläufige Netzentgelte vor. Netzbetreiber veröffentlichen ihre Entgelte jährlich im Oktober für das Folgejahr vorläufig und im Januar des Geltungsjahres endgültig veröffentlichen. Die aktuelle Übersicht von Enet erscheint damit zu einem frühen Zeitpunkt des jährlichen Ablaufs.

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