Unter anderem weniger Wind als im Vorjahr ließ 2021 den Erneuerbaren-Anteil am deutschen Stromverbrauch schrumpfen.

Unter anderem weniger Wind als im Vorjahr ließ 2021 den Erneuerbaren-Anteil am deutschen Stromverbrauch schrumpfen.

Bild: © Christian Charisius/dpa

Die Stimmung der Windenergiebranche hat sich einer Umfrage zufolge in Deutschland und der Europäischen Union deutlich verbessert. Sowohl im Onshore- als auch im Offshore-Bereich – also der Windkraft an Land beziehungsweise auf hoher See – ließen sich positive Veränderungen in der Wahrnehmung der Marktentwicklung und der Rahmenbedingungen feststellen, heißt es im 13. Trendindex der WindEnergy Hamburg, der Weltleitmesse für Windenergie. Nordamerika, Asien und der Rest der Welt bewerteten den globalen Markt dagegen leicht schlechter.

Nach dem Rückgang in der vorangegangenen Befragung sei die durchschnittlich erwartete Leistung von neu installierten Offshore-Turbinen für das Jahr 2030 signifikant von 18 auf 19 Megawatt (MW) gestiegen. Ende 2023 seien Prototypen mit etwa 22 MW vorgestellt worden. Das übe Druck auf den Markt aus und habe dazu geführt, dass sich 20 Prozent der Befragten für eine Leistung von 22 bis 25 MW entschieden. Im Onshore-Bereich werde dagegen für das Jahr 2030 eine geringfügig niedrigere Leistung von neu installierten Turbinen erwartet – im Durchschnitt etwa 8,3 MW.

Offshore mit geringeren Hürden

Obwohl die Regulatorik, die Genehmigungen und der Netzausbau sowohl bei der On- als auch bei der Offshore-Windenergie für die Befragten große Hürden darstellten, seien die Werte im Onshore-Bereich deutlich höher. Mit 66 Prozent bereiten ausbleibende oder sich verzögernde Genehmgigungen die größten Sorgen. Darauf folgen der Netzausbau mit 61 Prozent und die Regulatorik mit rund 52 Prozent.

Anders sehe es im Bereich Investitionskosten aus: Dort sehe fast jeder Zweite eine große Hürde für die Offshore-Windenergie. Bei Onshore-Wind sind es nur 32 Prozent. Auch die technologischen Herausforderungen seien dort höher. Auffallend sei jedoch, dass die Hürden im Offshore-Bereich dennoch deutlich geringer wahrgenommen würden.

Weltweiter Index

Der WindEnergy-Trendindex wird den Angaben zufolge seit 2018 halbjährlich erhoben. Diesmal gaben bei der Umfrage von Mitte März bis Mitte Mai mehr als 800 Personen ihre Einschätzung zu den Entwicklungen der weltweiten On- und Offshore-Windindustrie ab. Damit seien seit 2018 mehr als 12.000 Online-Fragebögen von Expertinnen und Experten der Windenergie-Branche ausgefüllt worden. (jk/dpa)

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