Erneuerbare Wärme ist im Schnitt günstiger als fossil erzeugte, lautet das Ergebnis der Studie von co2online.

Erneuerbare Wärme ist im Schnitt günstiger als fossil erzeugte, lautet das Ergebnis der Studie von co2online.

Bild: © Andrei Merkulov/Adobe Stock

Fernwärme aus erneuerbaren Energien und Abwärme ist im Durchschnitt günstiger als fossil erzeugte Wärme. Das zeigt eine Auswertung der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online von mehr als 700 Fernwärmenetzen.

Netze mit einem Anteil von mehr als 90 Prozent erneuerbaren Energien oder Abwärme verlangen demnach im Schnitt zwei Cent weniger pro Kilowattstunde. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus errechnet co2online einen Preis von 15 Cent pro Kilowattstunde. Bei überwiegend fossil betriebenen Netzen sind es 17 Cent.

Auch bei Mehrfamilienhäusern zeigt sich ein ähnliches Bild. Dort kostet die Kilowattstunde aus erneuerbaren Energien und Abwärme durchschnittlich 14,1 Cent. Fossil geprägte Netze kommen auf 16,4 Cent.

Fossile Brennstoffe treiben die Kosten

Für die Auswertung hat co2online die Preise auf der Transparenzplattform Fernwärme des Energieeffizienzverbands für Wärme, Kälte und Kraft-Wärme-Kopplung (AGFW) untersucht. Die Gesellschaft gewichtete die Angaben nach der jeweils erzeugten Wärmemenge. Anschließend verglich sie die Preise mit dem Anteil erneuerbarer Energien und Abwärme.

Der Zusammenhang ist plausibel. Betreiber klimafreundlicher Netze hängen weniger von den Preisen für Erdgas und andere fossile Energieträger ab. Auch Kosten für Kohlendioxid-Emissionen fallen bei erneuerbaren Wärmequellen und Abwärme nicht in gleicher Weise an.

Hinzu kommen technische Effekte. Die Umstellung auf neue Wärmequellen geht häufig mit einer Modernisierung der Erzeugungsanlagen und der Leitungsnetze einher. Die Investitionen sind zunächst hoch. Moderne Netze können dann jedoch effizienter arbeiten und Wärmeverluste verringern.

Die günstigsten Netze liegen unter zehn Cent

Wie stark die Preise regional schwanken, zeigen drei Beispiele. In Mücheln (Sachsen-Anhalt) kostet die Kilowattstunde 8,5 Cent. Dort erzeugt ein Betreiber die Wärme seit 2008 mit Holzhackschnitzeln.

In Dortmund-Scharnhorst liegt der Preis bei 9,6 Cent. Dort fließt unter anderem industrielle Abwärme in das Netz. Im bayerischen Schwandorf sind es 9,7 Cent. Die Wärme stammt dort unter anderem aus der Verwertung biologischer Abfälle in einem örtlichen Müllkraftwerk.

co2online warnt zugleich davor, nur auf den aktuellen Arbeitspreis zu schauen. Die Beratungsgesellschaft hat deshalb auch die voraussichtliche Entwicklung der Heizkosten betrachtet. Ihrer Prognose zufolge steigen die Kosten für Erdgas und Heizöl über einen Zeitraum von 20 Jahren deutlich stärker als die Kosten für Fernwärme.

Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus ergibt sich daraus ein langfristiger Kostenvorteil von rund 20.000 Euro gegenüber dem Heizen mit fossilen Energieträgern. Eine Garantie für jeden Standort ist das nicht. Entscheidend bleibt, wie hoch der Anteil klimafreundlicher Wärme im jeweiligen Netz ist und welche Ausbaupläne der Betreiber verfolgt.

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