Das Geheimnis ist gelüftet: Peter Grabowsky, bislang Chef der Stadtwerke Oranienburg in Brandenburg, wird ab nächstem Jahr die Geschäftsführung in Erkrath übernehmen. Das teilte das nordrhein-westfälische Kommunalunternehmen am Freitagnachmittag mit.
Im September hatte Grabowsky seinen Abschied aus der brandenburgischen Kreisstadt verkündet. Offen blieb, wohin genau es ihn ziehen würde. Klar war nur, dass sein Arbeitsplatz wesentlich näher an seinem Wohnort nahe Düsseldorf liegen würde als das mehrere hundert Kilometer entfernte Oranienburg.
Nach mehr als drei Jahren Pendeln sei es Grabowskys Wunsch gewesen, diese Belastung zu reduzieren und wieder näher bei seiner Familie an seinem Heimatort tätig zu sein, hieß es. Erkrath, eine Stadt mit mehr als 45.000 Einwohnern, liegt im Einzugsgebiet von Düsseldorf.
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Jeken verabschiedet sich nach 27 Jahren
Grabowsky wird Nachfolger von Gregor Jeken, der seit 27 Jahren bei den Stadtwerken Erkrath arbeitet und 2009 Geschäftsführer wurde.
Jeken habe die Entwicklung des Versorgers "maßgeblich" mitgestaltet, heißt es in der Pressemitteilung. Er sei mit dem Auftrag ins Unternehmen gekommen, die Stromversorgung und den Geschäftskundenvertrieb eigenständig aufzubauen. "Er prägte die Modernisierung der Stromnetze und den weiteren Ausbau der Stromversorgung und schuf damit wichtige technische und vertriebliche Grundlagen für die Entwicklung des Unternehmens."
Unter Jekens Führung gründeten die Stadtwerke Erkrath 2012 zusammen mit zwei anderen Kommunalversorgern den regionalen Energievertrieb Neander Energie. Außerdem beteiligte sich das Kommunalunternehmen 2016 an der Trianel Erneuerbare Energien, einem Zusammenschluss von Stadtwerken und anderen Kommunalversorgern, um sich noch stärker im Bereich der Solar- und Windenergie zu engagieren. Die Stadtwerke Erkrath stiegen 2025 aus strategischen Gründen aus der Neander Energie aus.
Fernwärmegeschäft von Eon übernommen
Zu Jekens Erbe zählen außerdem der Ausbau der Elektromobilität, der Aufbau des Geschäftsfelds Glasfaser und Telekommunikation sowie die Übernahme der Fernwärme samt Heizwerk von der Eon-Fernwärmetochter Eon Energy Solutions. Erst im Februar dieses Jahres begannen die Stadtwerke Erkrath offiziell den Bau des nach eigenen Angaben größten Solarthermiefelds Nordrhein-Westfalens. Das Feld mit einer Spitzenleistung von sieben Megawatt soll ab Mitte 2027 erneuerbare Wärme direkt in das Fernwärmenetz einspeisen.
Aus der Pressemitteilung geht nicht hervor, was Jeken nach seinem Weggang Ende dieses Jahres machen wird. Die Stadtwerke wünschten ihm für seine Zukunft alles Gute, wird der Aufsichtsratsvorsitzende Christian Untrieser zitiert.
Jeken dürfte ein wirtschaftlich solides Unternehmen hinterlassen. Die Stadtwerke erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Umsatz von 64 Millionen Euro und einen Überschuss von zwei Millionen Euro. Die Beschäftigtenzahl betrug 138.