ZfK-NachhaltigkeitsAWARD 2022


ZfK-NachhaltigkeitsAWARD 2022: Machen Sie mit beim Online-Voting

Mit dem Start des Online-Votings erreicht die Ausschreibung für den ZfK-NachhaltigkeitsAWARD 2022 ihre heiße Phase. Ab Montag, 10. Januar, können ZfK-Leser in den Kategorien Energie, Entsorgung, Mobilität und Wasser/Abwasser ihren jeweiligen Favoriten küren. Die Abstimmung ist bis Sonntag, 23. Januar, möglich. Auf dieser Seite finden sich auch die jeweiligen Kurzbeschreibungen zu den einzelnen Projekten.

Eine Stimme für jede Sparte

Jeder Leser hat pro Sparte bzw. Kategorie eine Stimme; sechs Projekte stehen pro Kategorie zur Auswahl. Die Leserstimme geht mit 60 Prozent in die Wertung ein, die Stimme der ZfK-Redaktion mit 40 Prozent. In jeder Sparte wird ein Leserpreis in Gold, Silber und Bronze vergeben.

Knapp 70 Bewerbungen

Die aktuelle Ausschreibung ist auf große Resonanz gestoßen: Knapp 70 Bewerbungen kommunaler Unternehmen aller Größen sind bei uns eingegangen – das ist ein neuer Höchstwert.

Aufgrund der ausgesprochen hohen Qualität vieler Einsendungen hatte die Redaktion bei der Entscheidung über die Finalisten die Qual der Wahl. Die Innovationsfreude und das Engagement der Kommunalwirtschaft rund um das Thema Nachhaltigkeit sind beeindruckend. Das gilt insbesondere auch für die vielen Bewerbungen kleinerer und mittlerer kommunaler Unternehmen. Dies zeigt einmal mehr, dass nicht die Größe entscheidend ist für ein stimmiges, stringentes Konzept, pfiffige Ideen und deren konsequente Umsetzung.

Preisverleihung im April

Neben den insgesamt zwölf Leserpreisen – je Kategorie gibt es den Preis in Gold, Silber und Bronze – wird auch ein Preis der Redaktion vergeben. Die Gewinner werden Ende Januar benachrichtigt und zur Verleihung des ZfK-NachhaltigkeitsAWARDS im Rahmen des Ludwig-Erhard-Gipfels an den Tegernsee (Oberbayern) eingeladen. Die Preisverleihung soll am 21./22. April stattfinden. VKU-Präsident Michael Ebling wird erneut persönlich bei der Veranstaltung anwesend sein.

Vorzeigeprojekte herausstellen

Mit dem zum dritten Mal vergebenen Preis will die ZfK die Anstrengungen kommunaler Unternehmen für den Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz herausstellen. Dieses Engagement soll einer breiten Öffentlichkeit präsentiert und entsprechend gewürdigt werden.

Mit der Preisverleihung sollen Vorzeigeprojekte als beispielhaft herausgestellt werden. Sie sollen auch andere kommunale Unternehmen motivieren, diese Schritte zu gehen, und zeigen, wie Nachhaltigkeit schon heute für wirtschaftliche und wettbewerbliche Vorteile stehen kann.

Dabei lehnt sich die Auswahl der Projekte an die globalen Sustainable Development Goals (SDG) der Vereinten Nationen an. Die SDG wurden 2016 entwickelt. An den 17 Zielen orientiert sich auch der Rat für Nachhaltige Entwicklung, der in Deutschland nachhaltige Projekte fördert sowie überprüft, dass das Prinzip der Nachhaltigkeit in der Arbeit der Bundesregierung angewendet wird.

Bitte beachten Sie: Sobald Sie in einer Kategorie abgestimmt haben, müssen Sie die Seite https://www.zfk.de/services/nachhaltigkeitsaward neu laden, um in anderen Kategorien abzustimmen. Pro Kategorie ist nur eine Stimmabgabe möglich.

Energie

Pebbles: Peer-to-Peer-Energiehandel auf Basis von Blockchain

In Kooperation mit weiteren Partnern haben die Allgäuer Überlandwerke (AÜW) eine Handelsplattform aufgebaut, die alle Teilnehmer miteinander verbindet und einen automatisierten Stromhandel untereinander ermöglicht. Hinter dem Projektnamen "Pebbles" verbirgt sich der Peer-to-Peer-Energiehandel auf Basis von Blockchain. Die Teilnehmer nehmen über eine App am lokalen Energiemarkt teil.

Zudem könnten ebenso Flexibilitäten, etwa von Batteriespeichern oder Elektroautos, gehandelt werden. Zusätzlich wird die reale Verteilnetztopologie berücksichtigt, sodass Netzengpässe vermieden werden. Das Projekt zeigt, dass durch lokale Energiemärkte der Abgleich zwischen Erzeugung und Verbrauch vor Ort verbessert werden kann und mehr erneuerbare Energien aufgenommen werden können.

„Biomasseheizwerk für Brennstoff aus aufbereiteten Grünabfällen“

Die thüringischen Südharzwerke Nordhausen haben ein Biomasseheizkraftwerk mit einem Spezialkessel installiert, um aufbereitete Grünabfälle weiter zu verwerten. Denn der Brennstoff hat keine Holzhackschnitzelqualität. Der Spezialkessel und eine dazugehörige besondere Zuführungstechnik ermöglichen es, dass benachbarte Gebäude mit einem Wärmebedarf von rund 1,65 Mio. kWh pro Jahr von dem Kraftwerk versorgt werden können.

Hierfür wurde zudem ein Heizhaus nebst Lagerhalle errichtet und ein Nahwärmenetz mit 580 Meter Leitungslänge verlegt. Der Betrieb des Heizhauses erfolgt weitestgehend vollautomatisch.

Kampagne "BIE a Hero"

Die Stadtwerke Bielefeld beteiligen ihre Kundinnen und Kunden mit der Kampagne "Bie a Hero" aktiv an der Erreichung der eigenen Klimaschutzziele. Zusammen mit der IT-Schmiede Changers entwickelten sie eine App, über die ihre Kunden ihren CO2-Abdruck festhalten können. Ziel war es, über tägliche Aktivitäten, etwa bei der Mobilität oder bei der Ernährung, Emissionen einzusparen.

App hat bereits 7000 Nutzer

Ein dahinterliegendes Punkte-System wandelte diese Einsparungen in Punkte um. Wenn ein Nutzer genügend Punkte zusammen hat, spendet das nordrhein-westfälische Unternehmen einen Baum. Insgesamt sollen so 50.000 Bäume gepflanzt werden. Bereits im Oktober 2021 hatte die App 7000 User.

„Energieautarkes Quartier Sigmaringen“

Ein weiträumiges altes Bundeswehr-Areal wird von den Stadtwerken Sigmaringen modernisiert. Ziel ist ein Autarkiegrad von 75 Prozent. Ein „Virtuelles Kraftwerk" stellt das Herzstück des Projektes dar und optimiert die Erzeugung sowie den Verbrauch. Die erzeugte Energie wird je nach Bedarf verbraucht und soll primär vor Ort genutzt werden. Hierbei werden neueste Technologien eingesetzt, etwa PV-Anlagen, Solarthermie, Wärmepumpe, Blockheizkraftwerk oder Holzhackschnitzelanlage sowie Pufferspeicher.

„Regionales Biogas aus der Eifel“

Die Stadtwerke Trier (SWT) veredeln in einer eigenen Biogas-Aufbereitungsanlage regionales Biogas zu grünem Erdgas. Ein Speicher ist ebenso integriert. Für das Projekt wurden sieben Biogasanlagen durch eine 45 Kilometer lange Leitung vernetzt. Das aufbereitete Biomethan wird in das Erdgasnetz eingespeist und kann flexibel in anderen Sektoren verwendet werden.

Power2Gas-Anlage denkbar

Zudem wird es regional vermarktet: Einerseits für die EEG-geförderte Stromerzeugung in BHKW; andererseits auch für die anteilige Belieferung von Haushalts- und Gewerbekunden. Das Projekt bietet gute Voraussetzungen für den Aufbau einer Power2Gas-Anlage: Abgeschiedenes CO2 soll künftig mit vor Ort erzeugtem Wasserstoff drucklos zu grünem Methan verarbeitet werden.

"Kaltes Nahwärmenetz für das Wohngebiet Lehmkuhle in Werther"

Die Thüringer Wärme Service (TWS) hat im Rahmen eines ganzheitlichen Quartierskonzeptes ein kaltes Nahwärmenetz aufgesetzt: Besonders ist hierbei, dass das dazugehörige 8000 m2 große Geothermie-Kollektorfeld nicht per Aushub, sondern mittels Flugverfahren realisiert wurde. Dadurch wurden unter anderem die Kollektoren sowie die Netze innerhalb von sieben Monaten errichtet.

Die Sole-Wasser-Wärmepumpe (WP) mit Direktkondensation im Wärmespeicher soll die Energiequelle effektiv und wirtschaftlich nutzen. Die Stromversorgung wird mittels PV-Batteriespeicher-Systemen realisiert. Der Gesamtautarkiegrad des Quartiers soll über 70 Prozent betragen.

Kategorie Energie

Entsorgung

Kampagne "Bio ohne Plaste"

Die Qualität der Bioabfälle verbessern – das ist das Ziel der sachsenweiten Kampagne „Bio ohne Plaste“ der Stadtreinigungsbetriebe der Stadt Chemnitz. Kooperationspartner sind die Stadtreinigung Leipzig, die Stadt Dresden und der Zweckverband Abfallwirtschaft Westsachsen. Aus Bioabfall können Kompost oder Biogas gewonnen werden; aber nur, wenn er frei von Fremdstoffen ist.

"Micha", Wächter der Biotonne

Im Mittelpunkt der Kampagne steht Michael, der Wächter der Biotonne. In Anlehnung an einen Türsteher bewacht "Micha" die Biotonnen und lässt nur organische Abfälle hinein. Er ist sowohl analog als auch digital (Social-Media) im Einsatz. So hat Michael ein eigenes Fahrzeug mit der Botschaft "Du kommst hier nicht rein."

„Bonn geht den Mehrweg“

Bürger zum Gebrauch von Mehrweg- statt Einwegbechern zu motivieren – das steht im Mittelpunkt der Kampagne "Bonn geht den Mehrweg" des kommunalen Entsorgungsunternehmens bonnorange. Zentrales Element ist eine Stadtkarte, auf der Geschäfte eingetragen sind, die Kaffee und Wasser in mitgebrachte Becher abfüllen oder ein Mehrwegsystem anbieten.

Dort sind schon über 150 Betriebe eingetragen. Mittlerweile werden Mehrwegbehältnisse jeglicher Art gefördert. Mit Blick auf die Corona-Pandemie wurde 2021 ein neuer Hygieneleitfaden entwickelt, der online und im Rahmen der monatlichen „Gaststättenunterrichtung“ der IHK zur Verfügung gestellt wird.

"Mehrwegpfandprodukte als Verpackungsersatz"

Die Darmstädter Heag-Holding hat gemeinsam mit dem Göttinger Unternehmen FairCup ein universelles, bundesweites Mehrpfandsystem mit einem breiten Produktportfolio aufgebaut. Hierzu wurde das Gemeinschaftsunternehmen Heag FairCup GmbH gegründet.

Der Fokus liegt nicht nur auf den Einwegbechern. Neben etablierten Mehrwegbechern in unterschiedlichen Größen wurden ebenso Schalen für das Mehrwegpfandsystem entwickelt. Die Gegenstände können 500 bis 1000 Spülzyklen überleben und dann deutschlandweit an über 1000 Stellen zurückgenommen werden, weil dazugehörige Standardautomaten bereitstehen.

"Biovergärungsanlage Westheim"

Die rheinland-pfälzische Kreisverwaltung Germersheim hat eine Biovergärungsanlage in Westheim realisiert, um Bioabfälle zu Biogas zu verarbeiten. Hierbei handelt es sich um eine Kooperation zwischen einer öffentlichen Institution und der Firma BVB. 2016 war ein solcher Anlagenbau in Bietigheim-Bissingen am Widerstand der Bürger gescheitert. Beim erneuten Anlauf wurde deshalb erfolgreich auf eine Erhöhung der Bürgerakzeptanz gesetzt. So wurde das Projekt eng mit Pressearbeit und Informationsveranstaltungen flankiert.

Kampagne 2020 für Biomüll ohne Fremdkörper

Eine 2020 durchgeführte Kampagne sollte zudem den Biomüll "fremdkörper-freier" machen. 23.000 Aufkleber und Flyer sollten darauf aufmerksam machen. Externe Unterstützung half zudem bei Kontrollen am Abfuhrtag, ob Störstoffe enthalten waren. Die Anlage kann pro Jahr ca. 48.000 t Biomüll verarbeiten, wodurch rund 34.000 MWh/a Energie aus der Gaserzeugung entstehen.

"Verantwortungsvoller Umgang mit Elektronikschrott – Sammelaktion Drive Through"

Um die Sammelquote für Elektro- und Elektronikaltgeräte zu erhöhen, haben die KreisWirtschaftsBetriebe Goslar das Projekt  "PuRe" (Public Relation Work für Recycling) ins Leben gerufen: So wurde an einem zentralen Ort ein "drive through" geschaffen, wo Menschen ihren Elektroschrott kontaktlos abgeben können. Zwei Sammelaktionen fanden bereits in dem Kontext statt.

Um die Aufmerksamkeit bei der Zielgruppe zu erhöhen, wird das Projekt durch ein Wirtschaftskommunikationsformat begleitet. Kooperationspartner des Entsorgungsunternehmens ist die Technische Universität Clausthal.

"Methanolsynthese aus CO2"

Wohin mit dem CO2, das bei der Abfallverwertung anfällt? Die Antwort des thüringischen Zweckverbandes für Abfallwirtschaft Südwestthüringen (ZAST) ist die Methanolsynthese. Hierbei wird Kohlenstoffdioxid aus dem entstehenden Rauchgas extrahiert. Durch die Turbine des Müllheizkraftwerkes wird ein 10-MW-Elektrolyseur betrieben und dadurch Wasserstoff hergestellt.

CO2 und Wasserstoff zusammen ergeben dann Methanol. Etwa zehn Prozent der Rauchgase sollen entnommen werden. Dieses Methanol wird durch eine anschließende Destillation gereinigt, um es entweder zu verkaufen oder mit ihm das Heizöl für die Hilfskessel zu substituieren.

Kategorie Entsorgung

Mobilität

"ESWE Community Ladesäule"

Die ESWE Versorgungs AG aus Wiesbaden bezieht bei der Planung eines bedarfsgerechten Ladesäulen-Netzwerks alle Bürger:innen mit ein. Die Mobilitätswende entwickelt sich so zum selbstgestalteten Projekt der Menschen in der Stadt. Bürger:innen  können vorschlagen, wo in der Region eine neue E-Tankstelle errichtet werden soll. ESWE-Experten prüfen alle potenziellen Standorte auf Flächeneignung sowie Umsetzbarkeit.

Interessierte Bürger unterstützen Bau der Ladesäule finanziell

Im Fortgang bestimmen die Interessierten persönlich, welches der Projekte realisiert wird: Mit einem Betrag zwischen 50 und 500 Euro unterstützen sie den Bau der „Community Ladesäulen“, die in die Liste aufgenommen wurden. Wird das Sparziel für eine Säule erreicht, beginnen die Bauarbeiten. Der von den Geldgebern hinterlegte Betrag wird auf der ESWE-Ladekarte gutgeschrieben.

Starke Kooperationen für den Aufbau von Schnellladestationen im ländlichen Raum

Um die Attraktivität des Main-Tauber-Kreises als Tourismus- und Wirtschaftsstandort zu steigern, setzt das Stadtwerk Tauberfranken (SWTF) beim Aufbau der Ladeinfrastrutkur auf starke Partnerschaften. Das schließt eine Kooperation mit einem Wettbewerber im Bereich der Gasversorgung, einem regionalen Tankstellenbetreiber, mit ein. Ziel ist in diesem konkreten Fall der Aufbau eines Netzes an Schnellladestationen.

Umfassendes Angebot an Mobilitätsdienstleistungen

Eine erste Ladesäule wurde bereits installiert, weitere vier im Main-Tauber-Kreis sind in Planung. Derartige Kooperationen haben laut SWTF Vorbildcharakter für das Gelingen der Verkehrswende im ländlichen Raum. Abgerundet wird die Strategie des SWTF durch ein ganzheitliches und umfassendes Angebot von Mobilitätsdienstleistungen.

„Voltap“

Mit einer gemeinsam entwickelten Schnellladestation Voltap wollen die Stadtwerke Tübingen (swt) und der Schweizer Oberleitungsspezialist Furrer+Frey die Elektrifizierung im Bahnbereich beschleunigen. Rund 40 Prozent des deutschen Schienennetzes sind noch nicht elektrifiziert. Eine wichtige Alternative stellen hier Batteriezüge dar. Das Fehlen einer Schnellladestation verminderte aber bisher die Chancen, fossile Antriebe durch Batteriezüge zu verdrängen.

Ziel ist eine rasche Marktzulassung

Voltap schließt laut swt hier nicht nur eine technische Lücke, sondern ist auch ein Baustein für eine klimafreundliche Bahn-Infrastruktur. Die Lösung ist flexibel, modular, schnell einsetzbar und kostet nur einen Bruchteil im Vergleich zu Oberleitungen – auch im Betrieb. Nach einer mehrjährigen Testphase wird nun die rasche Marktzulassung angestrebt.

"swu2go – die E-Sharing-Angebote der SWU"

Flexible und ergänzende Mobilitätsangebote zusätzlich zum ÖPNV sind gerade im ländlichen Raum von großer Bedeutung. Als Antwort darauf haben die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm Energie ein regionales Shared-Mobility-Angebot aufgebaut, das aktuell an 44 Standorten E-Carsharing umfasst. Am neuen Mobilitätsstandort in Ulm sind auch die ersten E-Lastenräder im Einsatz.

Deutschlandweite Buchungen auch bei anderen Anbietern

20 neue Standorte in der Region sind bereits beschlossen und weitere in Planung. Über das SWU-Buchungsportal oder die App „Carsharing Deutschland“ können die Nutzer deutschlandweit auch bei anderen Anbietern verschiedene Fahrzeugkategorien buchen. Buchung und Bezahlung erfolgen dabei immer über die SWU, auch für die Fahrzeuge anderer Verbundpartner (Quernutzung).

Umstellung der gesamten Bus-Flotte auf Elektroantrieb bis 2031

Die Stadtwerke Völklingen haben sich im Bereich der Energie- und der Mobilitätswende ambitionierte Ziele gesetzt. Ab März dieses Jahres nehmen die ersten beiden E-Busse den Betrieb auf. Für das Saarland ist das eine Premiere. Bis 2031 soll die gesamte Flotte von aktuell rund 35 Bussen auf Elektromobilität umgestellt sein.

Ganzheitliches Mobilitätskonzept

Basis für dieses Leuchtturmprojekt bildet ein ganzheitliches, konzernweit umgesetztes Mobilitätskonzept mit Fokus auf Eigenregie, lokale Wertschöpfung und Mobilitäts-Angeboten für jeden. Gestartet sind die Stadtwerke Völklingen 2017 mit einem Kombiprodukt aus Leasing für einen E-Smart und Ökostrom-Vertrag.

"Stadtbus 2022"

Die Stadtwerke Weilheim in Oberbayern haben den Stadtbusbetrieb in der 22.000-Einwohnerstadt in Oberbayern vollständig elektrifiziert. Durch den Einsatz von fünf batterieelektrischen Midibussen mit dichterem Takt sollen mehr Bürger:innen zum Mitfahren bewegt werden. Die bisher in einem Normaljahr circa 140.000 beförderten Fahrgäste sollen auf mindestens 200.000 anwachsen.

Erhöhung der Taktung, Optimierung der Linienführung

Die Busse werden über Nacht bei dem Kommunalunternehmen geladen – ab circa 2023 dann auch mit gespeichertem Solarstrom aus der PV-Anlage auf der Stadtwerkezentrale. Außerdem wird die Taktung der Busse werktags und am Wochenende erhöht, die Linienführung optimiert und der Wiedererkennungswert der Busse und der Haltestellen deutlich gesteigert.  

Kategorie Mobilität

Wasser/Abwasser

"Konzeption eines Nachhaltigkeitscontrollings zur konsequenten Verfolgung der Sustainable Development Goals"

Die Stadtentwässerung Stuttgart (SES) baut stufenweise ein Nachhaltigkeitscontrolling auf und setzt dieses um. Sukzessive werden die bereits bestehenden Informations- und Steuerungsinstrumente, wie das Investitionscontrolling, die Gemeinwohlbilanz, die Ziellandkarte (Balanced Scorecard) und das Qualitäts- und Umweltmanagementsystem verstärkt auf die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals – SDG) ausgerichtet und deren Beiträge gemessen.

Konzept ist auf andere Entwässerungsbetriebe übertragbar

Diese Ausrichtung anhand der SDGs soll eine nachhaltige Unternehmensentwicklung sicherstellen. Das Konzept ist auf andere kommunale Entwässerungsbetriebe übertragbar und kann laut SES den Leistungen der Abwasserbranche ein neues Gesicht und ein Alleinstellungsmerkmal verschaffen.

Kampagne: "Macht’s klar – Weniger Medikamente im Abwasser"

Bürger:innen der Großstadt Essen für die richtige Entsorgung von Medikamenten über die Restmülltonne sensibilisieren und dadurch den Schutz von Grundwasser und Wasserfauna verbessern – das ist das Anliegen einer mehrjährigen Kampagne von Emschergenossenschaft/Lippeverband. Neben  Kommunikationsmaßnahmen in Ärzte- und Apothekerschaft, gehörten auch Fortbildungen für Lehr- und Pflegekräfte dazu.

Messbare Verhaltensänderungen

Besonders hervorzuheben ist die Entwicklung von Bildungsmaterialien für Lehrkräfte und ihr Einsatz in Schulklassen. Vorher-Nachher-Umfragen zeigten, dass sich das Problembewusstsein der Bevölkerung dadurch deutlich erhöht und dies zu einer messbaren Verhaltensänderung geführt hat. Mittlerweile nutzen weitere Städte, Gemeinden und Institutionen die Materialien und passen diese auf ihre individuellen Gegebenheiten an.

"Smartes Brunnenbetriebsmanagement"

Die schonende Förderung des Grundwassers steht im Fokus des Pilotprojekts „Smartes Brunnenbetriebsmanagement“ von Hamburg Wasser. Die Auswahl der Förderbrunnen erfolgt dabei mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI).

Optimierung der Rohwasser-Qualität

Dabei werden unter anderem chemische Parameter des Rohwassers, die Absenkung des Grundwasserspiegels, Energiedaten der Förderpumpen, Vorgaben zur Betriebszeit sowie Abhängigkeiten zwischen den Brunnen berücksichtigt. Dadurch soll auch die Qualität des geförderten Rohwassers optimiert und der Energiebedarf in der Förderung reduziert werden. Zusätzlich ist die Maßnahme auch mit einer Entlastung der Mitarbeiter:innen verbunden.

"Klimaneutrales Trinkwasser"

Seit Sommer vergangenen Jahres ist die Augsburger Wasserversorgung klimaneutral. Der für den Betrieb der Trinkwassergewinnung und des Wassernetzes nötige Energiebedarf wurde komplett auf Ökostrom aus der Region umgestellt. Die verbleibenden Rest-Emissionen in Höhe von circa zwei Prozent werden durch Zukauf von Gold-Standard-Zertifikaten eines Klimaschutzprojektes in Indien für sauberes Trinkwasser ausgeglichen.

"Augsburger Modell"

Das klimaneutrale Trinkwasser ergänzt dabei die nachhaltigen Wertvorstellungen des Kommunalversorgers im Bereich der Wasserversorgung. Seit über 30 Jahren verfolgen die swa mit dem "Augsburger Modell" der extensiven Bodenbewirtschaftung den Ansatz, Wasserressourcen langfristig zu schützen, anstatt den Weg der Wasseraufbereitung zu wählen.

"Wasserwirtschaftliche Strategie"

Mit ihrer langfristig angelegten, neuen wasserwirtschaftlichen Strategie wollen die Stadtwerke Pforzheim Resilienzen für absehbare Auswirkungen des Klimawandels schaffen, die Trinkwasserversorgung langfristig sichern, die Wasserqualität weiter steigern und die CO2-Emissionen der Trinkwasserproduktion senken.

Eigenwasserquote soll deutlich gesteigert werden

Im Fokus steht dabei eine Steigerung der Wasserneubildungsrate, die Eigenwasserquote soll von aktuell 36 auf 70 Prozent bis 2030 gesteigert und langfristig auf die Supplementierung von Fernwasser verzichtet werden. Außerdem wird die energetische Optimierung des gesamten Wasserversorgungssystems vorangetrieben. 

Smartes Monitoring von Wasserqualität und Grundwasserständen

Ein digitales Frühwarnsystem für den Gewässerschutz haben das Referat Digitalisierung und Wirtschaft und das Umweltamt der Stadt Wolfsburg, die Wolfsburger Entwässerungsbetriebe sowie die Stadtwerke-Tochter Wobcom eingeführt. An drei Stellen in der Stadt wird die Wasserqualität und an zehn weiteren Standorten der Wasserstand mittels Sensoren gemessen.

Frühzeitige Gegenmaßnahmen können Umkippen von Gewässern verhindern

Die Daten werden über LoRaWAN-Gateways verschlüsselt an die Server gesendet und stehen den Projektbeteiligten über ein Dashboard zur Verfügung. So erhalten die Beteiligten ein Bild von der jeweilig aktuellen Grundwasser-Situation und konnten bereits erfolgreich das Umkippen von Gewässern verhindern und frühzeitig Gegenmaßnahmen einleiten. Das IoT-Projekt wird aus Födermitteln des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI) und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) finanziert.

Kategorie Wasser/Abwasser


Über die ZfK

Die ZfK ist auch 2021 der einzige Titel aus dem Energiebereich, der im Top-100-Ranking der deutschen Fachmedien der Zeitschrift „Horizont“ vertreten ist. Die Zeitung ist mit einer IVW-geprüften Auflage von 14.040 verkauften Exemplaren nicht nur Print-Marktführer dieser Branche, sondern mit dem werktäglichen „ZfK-Morning Briefing“ sowie dem reichweitenstarken Internetauftritt www.zfk.de ein unverzichtbares Medium der kommunalen Wirtschaft.

Die ZfK erreicht pro Ausgabe  45.000 Leserinnen und Leser und das digitale Morning Briefing geht an 35.000 Entscheider in der Branche. Die Fachzeitung wird in Deutschland von den Top-Entscheidern in Stadtwerken, kommunalen Unternehmen und den Rathäusern gelesen. Neben dem Hauptthema Energie rücken aktuell Mobilität, Telekommunikation, Digitalisierung, Personal & Karriere, Wasser/Abwasser und Entsorgung immer stärker in den redaktionellen Fokus um das Team von Chefredakteur Klaus Hinkel. Die ZfK erscheint im VKU Verlag.

Die ZfK-NachhaltigkeitsAwards werden verliehen durch: