Nachhaltigkeitsaward

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ZfK-NachhaltigkeitsAward 2021: Jetzt stimmen die Leser ab

Mit dem Beginn des Publikums-Votings erreicht die Ausschreibung für den ZfK-NachhaltigkeitsAWARD 2021 ihre heiße Phase. Ab Montag, 9. November, können ZfK-Leser in den Kategorien Energie, Wasser/Abwasser, ÖPNV und Entsorgung ihren jeweiligen Favoriten küren. Die Abstimmung erfolgt online über unsere Website (www.zfk.de/unternehmen/award) und ist bis Sonntag, 22. November, möglich.

Wichtig: Bei jedem Seitenaufruf kann aktuell nur eine Stimme abgegeben werden, für die jeweilige Stimmabgabe in den restlichen Sparten muss die Seite für jede Sparte jeweils neu geladen werden.

Eine Kurzbeschreibung zu jedem Projekt und die Abstimmungsmöglichkeiten zur jeweiligen Sparte finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

Eine Stimme für jede Sparte: Jeder Leser hat pro Kategorie eine Stimme. Zur Auswahl stehen pro Sparte fünf bis sechs Projekte. Die Leserstimme geht mit 60 Prozent in die Wertung ein, die Stimme der ZfK-Redaktion mit 40 Prozent. In jeder Sparte wird ein Leserpreis in Gold, Silber und Bronze vergeben.

Knapp 50 Bewerbungen: Die aktuelle Ausschreibung ist auf große Resonanz gestoßen. Knapp 50 Bewerbungen kommunaler Unternehmen sind bei uns eingegangen. Aufgrund der hohen Qualität vieler Einsendungen hatte die Redaktion bei der Entscheidung über die Finalisten die Qual der Wahl. An dieser Stelle schon einmal ein herzliches Dankeschön an alle Bewerber.

Preisverleihung im Januar: Neben den insgesamt zwölf Leserpreisen wird auch ein Preis der Redaktion vergeben. Die Gewinner werden Ende November benachrichtigt und zur Verleihung des ZfK-NachhaltigkeitsAWARDS im Rahmen des Ludwig-Erhard-Gipfels eingeladen. Die Preisverleihung wird am 21./22. Januar 2021 stattfinden. VKU-Präsident Michael Ebling wird erneut bei der Veranstaltung anwesend sein. Mit Blick auf die aktuelle Coronalage kann sich die Art der Verleihung respektive der Termin noch ändern.

Vorzeigeprojekte herausstellen: Mit dem zum zweiten Mal vergebenen Preis will die ZfK die Anstrengungen kommunaler Unternehmen für den Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz würdigen. Dieses Engagement soll einer breiten Öffentlichkeit präsentiert und entsprechend gewürdigt werden. Mit der Preisverleihung sollen Vorzeigeprojekte als beispielhaft herausgestellt und gleichzeitig andere kommunale Unternehmen motiviert werden, ebenfalls diesen Schritt zu gehen.

Entsorgung

„Organisation: wie Nachhaltigkeit zum Dauerbegleiter wird“
Der Entsorgungs- und Wirtschaftsbetrieb Landau (EWL) sorgt als kommunales Unternehmen für die Abfallentsorgung, Abwasserreinigung und betreibt den Bauhof. Als Umweltunternehmen treibt der EWL Nachhaltigkeit auch mit organisatorischen Veränderungen voran.

Bewertung von Umweltfolgekosten

So werden Entscheidungsvorlagen für die oft ehrenamtlich besetzten Gremien um eine fachliche Bewertung der Nachhaltigkeit eines jeden Projekts ergänzt. Bei Ausschreibungen werden zudem die Umweltfolgekosten mit bewertet. Hierzu wird, wo dies rechnerisch möglich ist, ein kalkulatorischer Preis von 160 Euro je Tonne CO2 bei der Bewertung unterschiedlicher Angebote oder Varianten berücksichtigt.

Durch den Ansatz des kalkulatorischen CO2-Preises beim Transport erhielt nach Jahren wieder ein regionaler Verwerter von Bioabfall den Zuschlag einer Auftragsausschreibung.

Etablierung eines neuen Denkens

Seit Juli dieses Jahres baut der EWL auch ein eigenständiges Controlling auf, das Nachhaltigkeit mit Hilfe harter Fakten im Blick hat. Der EWL definiert aktuell Kriterien, die als Bewertungshilfe für künftige Entscheidungen herangezogen werden. Durch diese Maßnahmen soll in dem kommunalen Unternehmen und in seinem Umfeld ein neues Denken etabliert werden.

NOCHMALL Alles außer Neu
Die Förderung der Wiederverwendung ist ein zentraler Pfeiler der Unternehmensstrategie der Berliner Stadtreinigung (BSR). Mit dem im Sommer eröffneten Gebrauchtwarenkaufhaus NOCHMALL will die BSR ihre Anstrengungen in diesem Bereich verstärken.

Erlebnisort für Kreislaufwirtschaft

Die NOCHMALL ist dabei weit mehr als ein Secondhand-Kaufhaus. Hier werden nicht nur gebrauchte Möbel, Kleidung, Elektrogeräte, Haushaltswaren, Spielzeug, Bücher und vieles mehr auf über 2000 Quadratmetern verkauft, sondern es soll auch ein Erlebnisort für Kreislaufwirtschaft und Abfallvermeidung sein. Trendsettern, Initiativen und Unternehmen werden hier Flächen angeboten, um ihre nachhaltigen Produkte in Pop-up-Stores zu präsentieren.

Zudem werden Repaircafes und Upcyclingworkshops organisiert und Veranstaltungen mit Vorreitern aus der Re-Use- und Umweltszene angeboten.

So profitiert die Umwelt

Bis zu 17.000 Kubikmeter Sperrmüll und andere Stoffströme werden durch das neue Gebrauchtwarenkaufhaus pro Jahr der Wiederverwendung zugeführt und bis zu 4000 Tonnen CO2 pro Jahr werden durch die Wiederverwendung von Gebrauchtwaren vermieden. Zudem wurden bis zu 20 neue Dauerarbeitsplätze geschaffen, darunter auch leistungsgewandelte und niedrigschwellig zu besetzende Stellen. https://www.nochmall.de/  

Hamburgs Wertstoff Innovative
Hamburgs Wertstoff Innovative hat eine Waschmittel-Flasche entwickelt und in den Handel gebracht, die zu 100 Prozent aus recyceltem Kunststoff aus der Hamburger Wertstofftonne respektive dem gelben Sack besteht.

Regionaler Kreislauf aus Kunststoffen

Damit beweist die Hamburger Stadtreinigung gemeinsam mit lokalen Projektpartnern, dass ein regionaler Kreislauf mit Kunststoffen funktioniert. Das Produkt kommt ohne Beimischung von Rezyklaten aus Produktions-/Industrieabfällen aus. Die Projektpartner konnten mit wissenschaftlicher Begleitung zeigen, dass trotz einiger Unterschiede zu Neuware aus hochwertigem Rezyklat eine neue, hochwertige Verpackung entstehen kann.

Entlang der Wertstoffkette – von der Forschung über Sammlung, Sortierung, Recycling der Wertstoffe, Herstellung und Produktion bis zum lokalen Verkauf in über 100 Filialen eines Lebenmittelhändlers – ist je ein Projektpartner vertreten.

Das erhofft sich die Stadtreinigung

Neben der konkreten Ressourcenschonung zeigt das Projekt, dass Recycling wirkt. Die Hamburger Stadtreinigung erhofft sich hiervon vor allem positive Effekte für das Konsum- und Trennverhalten der Verbraucher. https://hamburgs-wertstoff-innovative.de/

Werde Cupster: Bonn geht den Mehrweg
Täglich landen in Bonn 40.000 Kaffeebecher im Müll. Dem begegnet die bonnorange AöR aktiv mit der Initiative „Werde Cupster: Bonn geht den Mehrweg“. Sie will ohne erhobenen Zeigefinger zur Nutzung von Mehrwegbechern motivieren.

Microsite als Lotse

Das Herzstück ist die Microsite www.bonn-geht-den-mehrweg.de mit einer Stadtkarte, auf der die Nutzer Betriebe finden, die Mehrwegsysteme führen oder den Ausschank im eigenen Becher anbieten. Gleichzeitig wird erfasst, wo man eigene Flaschen mit kostenlosem Wasser füllen kann. Zur Motivation der Gastronomie dienten ein Mailing mit Hygieneleitfaden und ein Mediakit.

Bis heute machen über 100 Betriebe mit. Flankiert wird die Initiative von einer Kampagne: Als Guerilla-Aktion fungierte unter anderem eine 2 x 3 m hohe Wand, auf der ein Berg von Einwegbechern abgebildet wurde. Darüber hinaus begleitet der Instagram-Kanal @werdecupster die Aktivitäten.

Community-Bildung

Der Kanal unterstützt die Vernetzung der Akteure und schafft eine Community-Bildung. Begleitend zu allen Maßnahmen erhielt die Wagenflotte eine neue Motivreihe. Sie fährt täglich durch die Stadt und ist so eine ideale Kommunikationsmaßnahme. https://www.bonn-geht-den-mehrweg.de/

Umwelt- und Ressourcenschutz im Leitungsbau
Bei Baumaßnahmen im Leitungsbau für Gas- und Wasser-/Abwasserrohre sowie Stromkabel fallen große Mengen Aushubmaterial an, das bisher abtransportiert und auf Deponien entsorgt werden musste. Insbesondere die sehr hohen Qualitätsanforderungen an das Füllmaterial im Bereich der Bodenphysik/-chemie haben ein Recycling des Aushubmaterials bisher verhindert.

Neues Aufbereitungsverfahren

Die Gelsenwasser AG und die GWA – Gesellschaft für Wertstoff- und Abfallwirtschaft Kreis Unna mbH haben deshalb in einer mehrjährigen Entwicklungsphase ein Aufbereitungsverfahren entwickelt, welches den Bodenaushub aus technischer und auch wirtschaftlicher Sicht wieder einsatzfähig für die Neuverlegung von Rohren und Kabeln macht.

Gemeinsam wurde die GWM gegründet und die Anlage zur Produktion des Recyclingbaustoffs „GWM-Sand“ am GWA-Standort in Kamen-Heeren-Werve realisiert. Die Produktion läuft seit Oktober 2018 störungsfrei.

Verwertungsquote von 90 Prozent

90 Prozent des Aushubmaterials können beim GWM-Verfahren verwertet, nur zehn Prozent müssen deponiert werden. Deponievolumen wird geschont, vor allem aber sinkt der Verbrauch der begrenzten Ressource „Natursand“ deutlich. Das bundesweite Umweltentlastungspotenzial ist laut GWM immens. www.gwm-sand.de

ÖPNV

Energiewirtschaftlich optimierte E-Bus-Flotte
Die vollständige Dekarbonisierung des ÖPNV ist das Ziel der VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft aus Nürnberg: Das Unternehmen betreibt derzeit eine Stadtbusflotte von gut 180 Fahrzeugen. Diese wird aktuell mit emissionsarmen Diesel- und Erdgasmotoren betrieben. Bis Mitte der 2030er Jahre sollen diese vollständig elektrifiziert werden.

Innovatives E-Bus-Carport im Bau

Sieben E-Busse sind bereits im Einsatz. Parallel wird der Aufbau hochleistungsfähiger Ladeinfrastruktur erfolgen. Ergänzend ist ein großes E-Bus-Carport inklusive Photovoltaikanlage und Gründach geplant. Die Baumaßnahmen hierfür laufen bereits; die Fertigstellung und Betriebsaufnahme mit etwa 40 Elektrobussen ist für Ende 2021 geplant.

Durch die Entwicklung innovativer Ladestrategien versucht die VAG zusammen mit ihrem kommunalen Schwesterunternehmen N-ERGIE in dem Projekt zusätzlich die Kosten für den notwendigen Fahrstrom zu senken.

Vollständige Vermeidung von CO2-Emissionen

Durch die Umstellung auf emissionsfreie E-Busse und durch den konsequenten Einsatz von Ökostrom für den Antrieb all ihrer Fahrzeuge möchte die VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft nicht nur lokal, sondern auch global Treibhausgas- und Schadstoffemissionen vollständig vermeiden.

Mobil Flat und City Zone
Mit der Bündelung von ÖPNV sowie Car- und Radsharing in einer Flatrate beschreiten die Stadtwerke Augsburg (swa) neue Wege als Mobilitätsdienstleister. Die Nutzung des ÖPNV und der Verleih-Systeme wird dadurch erheblich vereinfacht. In der Mobil-Flat der swa sind der städtische ÖPNV, das swa-Carsharing mit bis zu 30 Stunden Ausleihdauer pro Monat bei unbegrenzten Kilometern und 30 Minuten swa-Rad kostenlos bei jeder Ausleihe inbegriffen.

City Zone reduziert Parksuchverkehr

Weiter wird die Nutzung des innerstädtischen ÖPNV durch die City Zone erheblich vereinfacht. Diese umfasst neun Haltestellen im Kernbereich der Stadt und unter anderem auch den Augsburger Hauptbahnhof und die Fußgängerzone. Dadurch wird der Parksuchverkehr in der Innenstadt erheblich reduziert.

Auftwertung des ÖPNV-Angebots

Insbesondere die Kombination der Angebote mache es für die Augsburger und Besucher attraktiv, auf das eigene Auto zu verzichten, so die swa. Der ÖPNV könne einfach für alle regelmäßigen und spontanen Fahrten genutzt werden. Werde doch einmal ein Auto benötigt, sei die Nutzung des swa-Carsharings einfach und ohne Zusatzkosten möglich.

„Vernetzte Mobilität bewegt das Schussental“
Die Kommunen des Schussentals wachsen – täglich pendeln 30.000 Menschen nach Ravensburg und Weingarten. Klimaschutz und Verkehrskollaps erfordern Veränderungen. Als Antwort darauf hat die Technische Werke Schussental GmbH & CO. KG (TWS) ein neues, modulares Mobilitätskonzept erarbeitet; das Projekt wird vom Bundesumweltministerium unterstützt.  

Mobilitäts-App als Herzstück

Dreh- und Angelpunkt ist dabei die selbstentwickelte Mobilitäts-App tws.mobil. Diese Plattform ist die Buchungs- und Vernetzungsbasis für die Nutzung diverser Sharing-Angebote der TWS. Die App schlägt dem Nutzer auch die beste Verbindung der eingebundenen Optionen vor.

Diese reichen von einem öffentlichen Pedelec-Verleihsystem mit aktuell 16 Stationen und bald 128 Zweirädern über Carsharing-Angebote bis hin zu einem betrieblichen Mobilitätsmanagement für Kommunen und Unternehmen. Die Einbindung des ÖPNV in die Plattform steht kurz bevor.

Weniger Emissionen, weniger Staus

Durch den Ausbau der vernetzten Mobilität werden Ressourcen geschont. Gleichzeitig steige die Lebensqualität in der Region durch weniger Emissionen, weniger Parkdruck und Staus, so die TWS. Die Mobilitätsplattform ist auch für andere Regionen mit ähnlichen Strukturen nutzbar.

omobi Ortsbus, Murnau
Mit einem digitalen Ortsbus will der Markt Murnau in Oberbayern die Mobilität und Lebensqualität insbesondere älterer Bewohner in Randgebieten erhöhen. Das Start-up omobi entwickelte hierzu ein maßgeschneidertes Konzept: Seit Juli dieses Jahres fährt ein über einen Algorithmus gesteuerter digitaler Bus die Menschen bedarfsorientiert von Haustür zu Haustür.

Software errechnet effizienteste Route

Ob per App oder Telefon gebucht, errechnet die Software immer in Echtzeit die effizienteste Route für alle Fahrgäste und fasst so Fahrten zusammen (Ride-Pooling). Durch die Bündelung von Fahrten und den Algorithmus würden Fahrtstrecken und Belastungen durch motorisierten Individualverkehr entschärft und effizient gebündelt und somit würde umwelt- als auch verkehrstechnisch für mehr Nachhaltigkeit gesorgt, heißt es in den Bewerbungsunterlagen.

Digitale Datenbasis

Auch das Thema Parkraum könne somit anders und nachhaltiger gedacht werden. Durch die digitale Datenbasis ließen sich in Zukunft jegliche Anpassungen, Verbesserungen und Ausweitungen auf die tatsächliche Nachfrage optimieren. https://www.omobi.de/ortsbus-murnau

https://www.youtube.com/watch?v=BwFyJ43zkGs

SEEFAHRER – Transformation vom ÖPNV-Anbieter zum modernen Mobilitätsdienstleister
Mit der Einführung eines Ein-Euro-Tickets sind die Stadtwerke Radolfzell bereits 2017 neue Wege im Stadtbusverkehr gegangen. Der Fahrpreis für eine Einzelfahrt wurde von 2,30 Euro auf 1,00 Euro gesenkt. Dies führte zu einer Verdoppelung der Fahrgastzahlen im Einzeltarif.

Anruf-Sammel-Taxi

Für die Wochenenden haben die Stadtwerke ein Anruf-Sammel-Taxi (AST) für die räumliche und zeitliche Abdeckung im Anschluss an den Stadtbus-Fahrplan ins Leben gerufen, auch hier kostet die Fahrt einen Euro. Ende 2019 ergänzte der Kommunalversorger das Mobilitätskonzept durch E-Carsharing. Die Flotte besteht aktuell aus sechs reinen Elektrofahrzeugen, das Angebot hat aktuell rund 300 Nutzer.

Die Stadtwerke betreiben zudem 30 Ladepunkte am unteren Bodensee. Für 2021 sollen dann zusätzlich E-Bike Lastenfahrräder im Sharingmodell angeboten werden.

Verringerung des Motorisierten Individualverkehrs

Die Steigerung der Fahrgastzahlen und die höhere Frequentierung im Stadtbus-Netz bewirkten eine merkbare Verringerung des motorisierten Individualverkehrs. Durch das E-Carsharing werde es zudem gerade bei einer Fahrleistung von unter 10.000 km im Jahr interessant, ein Kraftfahrzeug öffentlich zu teilen, anstatt sich einen eigenen PKW anzuschaffen, heißt es weiter. https://www.stadtwerke-radolfzell.de/mobilitaet/

Energie

Projekt: „Strom-Autarkie“ mit H2-Community im Neubaugebiet Anwandeweg
Brennstoffzelleneinheiten statt klassischer Heizung- und Wärmepumpenanlagen – das ist die Grundkonzeption eines Pilotprojekts der Aschaffenburger Versorgung GmbH (AVG) im Neubaugebiet Anwandeweg. Ziel ist die Schaffung eines stromautarken Areals.

Hard- und Softwarelösung als Herzstück

Eine zentrale Rolle bei dem Vorhaben spielt eine Hard- und Softwarelösung zur Optimierung des Eigenverbrauchs. Diese managt Erzeugung, Verbrauch und Zwischenspeicherung der erzeugten Energie. Die AVG stellt den Haushalten den eigenerzeugten Strom bedarfsgerecht zum Eigenverbrauch und an den stadtweiten AVG-Ladesäulen kostenfrei für E-Mobilität zur Verfügung.

"Modell für eine dezentrale Energiewende"

Als Gegenleistung erhält sie für die Energiemanagementleistung eine monatliche Pauschale.  Das Projekt ist laut AVG ein Modell für eine dezentrale Energiewende. Die Brennstoffzelle setze im Vergleich mit anderen Wärmeerzeugern und Anlagen zur Eigenstromversorgung bei Wirkungsgrad, Energiebedarf sowie CO2-Emission neue Maßstäbe und gelte als Schlüsseltechnologie einer Power-to-Gas-basierten dezentralen Energiewende, schreibt die AVG.

CO2-freie Quartierslösung mit kalter Nahwärme
Mit einem Kalte-Nahwärme-Projekt auf der Basis von oberflächennaher Geothermie für rund 1200 Bewohner im Quartier Bad Nauheim Süd treiben die dortigen Stadtwerke die Wärmwende in der hessischen Kurstadt voran. Kern des Konzeptes ist die Wärmeversorgung mit dem laut Unternehmensangaben bundesweit größten Erdkollektor und einem kalten Nahwärmenetz mit einer Länge von circa 64 Kilometern.

Wärmepumpen sind zentraler Bestandteil

Das Herzstück des Projekts ist die Energiezentrale, in der alle Daten zusammenlaufen sowie die Steuerung und Optimierung des Gesamtsystems erfolgt. Die Wärme wird vor Ort in den Häusern über Wärmepumpen erzeugt. Im Sommer kehrt sich das System mit vernachlässigbarem Energieeinsatz auf Kühlung um und erspart energieintensive Kühlgeräte.

Flankierendes Forschungsprojekt

Die Anschlussquote liegt bei rund 90 Prozent und übertrifft laut den Stadtwerken die Wirtschaftlichkeitsannahmen. Begleitet wird das Vorhaben von einem vom BMWi geförderten Forschungsprojekt mit drei Hochschulen. Ziel sind dabei Effizienzverbesserungen durch unterschiedliche saisonale Nutzungen der Ebenen des Kollektors. Insgesamt werden mit diesem Geschäftsmodell 750 Tonnen CO2 jährlich eingespart.

CO2-Neutralität für Dinslaken mit dem Dinslakener Holz-Energiezentrum
Die Stadtwerke Dinslaken verfügen über langjährige Erfahrungen im Bau und Betrieb von Frischholz-, Altholz- und Biomasseheizkraftwerken. Mit dem Bau eines neuen Altholzkraftwerks will der zu 100 Prozent kommunale Versorger nun den vollständigen Ausstieg aus der Wärmeerzeugung mit Steinkohle und eine annähernd CO2-neutrale Fernwärmeversorgung in Dinslaken realisieren.

Größtes Kraftwerks-Projekt in der Unternehmensgeschichte

Die erste Teilgenehmigung zum Bau liegt vor, die Inbetriebnahme soll Anfang 2023 erfolgen. Das Dinslakener Holz-Energiezentrum (DHE) hat eine Feuerungswärmeleistung von zweimal 49,5 MW, es wird mit Altholz der Kategorien A I bis A III betrieben und vorwiegend wärmegeführt gesteuert.  Das DHE stellt mit einem Investitionsvolumen von rund 180 Millionen Euro das größte Erzeugungsanlagen-Projekt in der dann 120-jährigen Geschichte der Stadtwerke dar.

Massive CO2-Einsparungen

Das Unternehmen kalkuliert mit einer Wärmeerzeugung von 380 Mio. kWh pro Jahr. Dies bedeutet eine Einsparung von rund 125.000 Tonnen CO2 im Jahr gegenüber einer konventionellen Energieerzeugung und für die Fernwärme und den Strombedarf der Dinslakener Haushalte annähernde CO2-Neutralität.

https://www.stadtwerke-dinslaken.de/unternehmen/die-stadtwerke-dinslaken/uebersicht/dinslakener-holz-energiezentrum.html

Großtechnische Phosphor-Rückgewinnungs-Pilotanlage aus Klärschlamm
Zur Schonung natürlicher Ressourcen strebt die Bundesregierung die Rückgewinnung von Phosphor (P) aus Klärschlämmen an. Die MVV Umwelt Asset GmbH aus Mannheim hat dies zum Anlass genommen, am Heizkraftwerk Mannheim Anlagen zur thermo-chemischen Klärschlammbehandlung mit direktem P-Recycling zu realisieren.

Annähernd reststofffreie Verwertung

Hierfür wird der Anlagenpark des HKW um zwei Drehrohre im Seitenstrom zu den mit Abfall befeuerten Kesseln 4 und 6 erweitert. Für das direkte P-Recycling kommt das EuPhoRe®-Verfahren zum Einsatz. Hierfür werden kommunale Klärschlämme als Rohstoffbasis genutzt, nahezu reststofffrei verwertet und Phosphate hoher Reinheit und guter Pflanzenverfügbarkeit hergestellt.

Neben dem P-Recycling aus Klärschlamm ist ein weiterer, wesentlicher Aspekt die Nutzung der im Klärschlamm gebundenen Energie mit Kraft-Wärmekopplung (KWK). Durch die direkte Gewinnung einer düngetauglichen Asche wird auf der gesamten Linie bis hin zum Düngemittel eine hohe Energieeffizienz erreicht.

Siebenfach bessere Energiebilanz

Im Vergleich zum P-Recycling aus Klärschlammasche zeigt sich eine bis zu siebenfach bessere Energiebilanz. Die Überschussenergie aus der Klärschlammbehandlung wird verstromt und in das Fernwärmenetz eingespeist.

https://www.mvv.de/de/ueber-uns/unternehmensgruppe/mvv-umwelt/aktuelle-projekte/klaerschlamm-und-phosphor-recycling

Projekt: SolarHeatGrid
Im Rahmen des kommunalen Klimaschutz-Modellprojektes "SolarHeatGrid", haben die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim die nach eigenen Angaben aktuell größte Freiflächen-Solarthermieanlage in Deutschland sowie einen großen Wärmespeicher errichtet und in das bestehende Fernwärme-Verbundnetz der Stadt Ludwigsburg eingebunden.

Anschluss von Fernwärme-Inselnetzen

Die Anlage hat eine Kollektorfläche von etwa 14.800 Quadratmetern und eine Spitzenleistung von rund neun MW. Zusätzlich wurden drei bisher fossil versorgende Fernwärme-Inselnetze an den Verbund angeschlossen und die übergeordnete Wärmenetzregelung sowie die bestehenden Heizwerke an die neue Situation angepasst und optimiert.

Neben der Wärmeerzeugung durch die Solarthermieanlage, die Verteilung über die neuen Verbindungsleitungen und unterstützt durch die optimierte Regelung und die Speicherung im Wärmespeicher wird auch der Wärmeverbrauch beim Kunden im Projektumfang betrachtet.

Erneuerbaren-Anteil von 66 Prozent

Ausgewählte Fernwärme-Übergabestationen wurden bezüglich Optimierungsmaßnahmen zur Rücklauftemperaturabsenkung untersucht. Unter anderem dank des SolarHeatGrid-Projektes erreicht das Fernwärme-Verbundnetz in Ludwigsburg mittlerweile einen Anteil erneuerbarer Energien von 66 Prozent. Das Großprojekt führt so zu CO2-Einsparungen von 3700 Tonnen pro Jahr.

https://www.swlb.de/solar-heat-grid

Energetische und ökologische Sanierung der Wehranlage am Wasserkraftwerk Hinterstein
Die Allgäuer Kraftwerke GmbH haben das mehr als 120 Jahre alte Wasserkraftwerk Hinterstein ausgebaut. Die bestehende Bausubstanz aus dem Jahr 1897 wurde dabei erhalten, die Wehranlage vollständig saniert.

Innovatives Anlagenkonzept

Dabei entstand an der Wehranlage ein neues und innovatives Anlagenkonzept mit zwei Wasserkraftschnecken: Eine größere Wasserkraftschnecke für den Fischabstieg und zur Erzeugung elektrischer Energie mit einer Leistung von 115 kW und eine kleinere Fischaufstiegsschnecke.

Der Fluss Ostrach erhält dabei seine ökologische Durchgängigkeit an dieser Stelle wieder zurück. Durch die ökologische Ausrichtung des Projekts wird der Wandel zur nachhaltigen und regenerativen Energieerzeugung unterstützt.

Beitrag zu klimapolitischen Zielen

Die entwickelte Lösung kann nun in Folgeprojekten genutzt werden. Mit dem realisierten energetischen und ökologischen Ausbau werden laut Allgäuer Kraftwerke die Energieeffizienz insgesamt gesteigert, zusätzliche regenerative Energie erzeugt, die Gewässerökologie verbessert und gleichzeitig ein Beitrag zu den klimapolitischen Zielen erreicht.

https://www.allgaeukraft.de/wasserkraftwerk-hinterstein-konrad-zuse.html

Wasser

Abdeckung des Faulschlammspeichers und Erweiterung der Gasaufbereitungskapazität
Das Klärwerk Hamburg entwickelt sich zunehmend von einem der größten Energieverbraucher der Stadt zu einem wesentlichen Energielieferanten erneuerbarer Energien. Mit der Inbetriebnahme von zwei neuen Anlagen, der Abdeckung eines Faulschlammspeicherbeckens (Klimahaube) und einer neuen Gasaufbereitungsanlage (GALA 2), geht Hamburg Wasser diesen Weg weiter.

Neue nutzbare Potenziale

Versuche an zwei offenen Faulschlammspeicherbecken haben gezeigt, dass ein nutzbares Potenzial zur Faulgasgewinnung aus bereits ausgefaultem Klärschlamm vorhanden ist. Um zugleich Methan zur energetischen Verwertung zu gewinnen und klimaschädliche Emissionen künftig zu vermeiden, hat Hamburg Wasser das Becken mit einer Haube überspannt.

Erste Betriebsergebnisse bestätigen eine mittlere zusätzliche Menge von etwa 1700 Kubikmetern Faulgas pro Tag. Gleichzeitig ist ein Gasspeichervolumen entstanden, dass es ermöglicht, Schwankungen in der Gasproduktion besser auszugleichen und Verluste über die Gasfackel nahezu vollständig zu verhindern.

Deutliche CO2-Einsparungen

Weitere Energieüberschüsse in Form von Biomethan speist das Klärwerk Hamburg in das öffentliche Gasnetz ein. Klimahaube und Gasaufbereitung sparen circa 19.000 Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr ein.

https://www.hamburgwasser.de/privatkunden/unternehmen/presse/mehr-bio-methan-aus-abwasser-staedtische-unternehmen-steigern-erneuerbare-energien-im-gasnetz/

Smartes Trinkwassermonitoring mit LoRaWAN
Die Digitalisierung sämtlicher Wasserversorgungsanlagen der Stadt Oberzent in Hessen steht im Mittelpunkt eines Projektes der Entega. Bereits sieben Anlagen wurden mit Sensoren ausgestattet. Diese erfassen die Füllstände in den Wasserhochbehältern, die Durchflussgeschwindigkeit in den Wasserleitungen sowie Wasserqualität und Wasserdruck.

Wassermeister sparen Zeit und lange Wege

Die entsprechenden Daten werden zukünftig über LoRaWAN-Gateways der Entega übertragen und können vom Wassermeister auf einem Dashboard für alle Anlagen eingesehen werden. Dies spart nicht nur Zeit, lange Wege und CO2-Emissionen, sondern trägt zur Sicherheit in der Wasserversorgung bei und ermöglicht schnelle Reaktionsmöglichkeiten.

Überblick über alle Füllstände

Die weiteren zwei Projektstufen sollen bis Ende 2020 fertig gestellt werden. Insgesamt werden in dem Projekt 19 Anlagen in dem rund 165 Quadratkilometer großen Gebiet digitalisiert und in das neue System der Stadt Oberzent integriert. Der Wassermeister hat laut Entega künftig jederzeit einen Überblick über die Füllstände in den Wasserhochbehältern und kann diese entsprechend aussteuern.

Zukunftsfähige Wasserversorgung unter Einbeziehung der Energiewende
Der Wasserzweckverband Ohmbachtal (WZVO) hat durch teils ungewöhnliche Maßnahmen den elektrischen Energiebedarf seit dem Jahr 2000 um 30 Prozent reduziert. Als besondere Maßnahme wird der Wasserspeicher mit einem Fassungsvermögen von 20.000 Kubikmetern als indirekter Energiespeicher genutzt.

Ausnutzen von Hochlastzeitfenstern

Die Wasserförderung wird in sogenannten Hochlastzeitfenstern (derzeit 10 Stunden von Montag bis Freitag) unterbrochen. Hierdurch wird dem Zweckverband der Leistungspreis von circa 45.000 Euro für 450 Kilowatt von den Pfalzwerken zurückerstattet.

Bei einem Jahresstrombezug von ca. 1,85 Mio. kWh beansprucht der WZVO in den Hochlastzeitfenstern lediglich circa 10 kW. Insbesondere unter Berücksichtigung der immer weiter steigenden regenerativen Energieanteile würden flexible Energiebezieher immer wichtiger, heißt es in der Bewerbung.

Amortisierung in 3 bis 12 Jahren

Da die Infrastrukturen, insbesondere die Hochbehälter, vorhanden seien, könnten Wasserversorger aktiv bei der Bewältigung der Probleme der Energiewende mitwirken. Die finanziellen Aufwendungen für die Reduzierung und Verschiebung des Energiebedarfs haben sich laut dem WZVO in minimal drei bis maximal zwölf Jahren amortisiert.

"Trinkwasser Pflanzen"
Ehrenamtlicher Einsatz der Mitarbeiter für soziale und gesellschaftliche Projekte in der Region Frankfurt/Rhein-Main – dieses Anliegen verfolgt der Regionalversorger Mainova seit 2013 mit dem Mitarbeiterprogramm „Mainova-Alltagshelden“. In diesem Jahr lag der Fokus auf dem Bereich Umwelt.

Dem Waldsterben entgegenwirken

In Kooperation mit dem gemeinnützigen Verein Trinkwasserwald e.V. haben 40 Mainova-Mitarbeiter im September 600 Bergahorne und Vogelkirschen im Taunus gepflanzt. Übergeordnetes Ziel des Projektes „Trinkwasser Pflanzen" ist es, dem Waldsterben entgegenzuwirken und für eine nachhaltige Trinkwasserversorgung zu sorgen.

Verbesserung des Trinkwasserhaushalts

Das Projekt zahlt in vielfältiger Weise auf das Thema Nachhaltigkeit ein, unter anderem indem es den Trinkwasserhaushalt verbessert und zum Klimaschutz beiträgt. Allein die 600 neuen Bäume ermöglichen perspektivisch rund 150.000 Liter zusätzlichen Grundwasserertrag im Jahr, dies entspricht dem lebenslangen Trinkwasserbedarf von 150 Menschen. Durch die Aufforstung konnte außerdem die Biodiversität in den heimischen Wäldern gesteigert werden.

Wasser- und Klimaschutzbrot (Wa-Kli’s Brot)
Für Landwirte kann Wasserschutz zunächst einen Mehraufwand bedeuten. In Trinkwasser-Schutzgebieten müssen sie Einschränkungen bei der Düngung und beim Anbau der Kulturen beachten. Um aus diesem „Mehr-Aufwand“ für die Beteiligten einen „Mehr-Wert“ zu schaffen, hat der südbadische Energiedienstleister Badenova ein Wasser- und Klimaschutzbrot kreiert.  

Weizen aus Wasserschutzgebiet

"Wa-Kli’s Brot" entsteht mit regenerativ angebautem Weizen aus Feldern im Badenova Wasserschutzgebiet. Die Landwirte bauen vor Ort ihr Getreide an, die regionale Mühle mahlt das Getreide und liefert es zur nahegelegenen Bäckerei. Dadurch entfallen weite Transportwege.

Klimaschutz beginnt vor der Haustüre

So entsteht ein kleiner regionaler Kreislauf. Das Brot wird laut Badenova aufgrund des erhöhten Produktionsaufwands zu fairen Preisen verkauft. Dabei geht es um mehr als um das Thema Wasserschutz. Auch die Stärkung der Wertschöpfung in der Region und die Sensibilisierung von Kunden für verantwortungsvollen Konsum steckten in dem Brot. Es mache sichtbar, dass Klima- und Wasserschutz alle angeht und direkt vor der eigenen Haustüre beginnt.

Die ZfK-NachhaltigkeitsAwards werden verliehen durch: