Welche Faktoren bestimmen in Zukunft die globalen Arbeitsmärkte? Wer sind die Vorreiter, wer die Schlusslichter in verschiedenen Branchen, Regionen und Ländern? Und welche Auswirkungen hat dies für Investoren? Um all diese Fragen zu beantworten, führte PGIM die Studie "Die Zukunft der Arbeit – Gewinner und Verlierer in einer neuen Ära" durch.
Die vier Schlüsselfaktoren
Nach Auswertung benannte PGIM vier Schlüsselfaktoren:
1. Demographische Trends verändern die Erwerbsbevölkerung weltweit: Insbesondere die „doppelte Alterung“ von Unternehmern und sesshaft gewordenen Arbeitnehmern dämpft die Bereitschaft zu unternehmerischer Initiative und Innovation. So ist in den USA beispielsweise ein deutlicher Rückgang der Unternehmensgründungen zu verzeichnen.
2. Strukturelle Diskrepanz zwischen Arbeitskräftenachfrage und -angebot: Technologie, Reshoring und Industriepolitik verstärken das Ungleichgewicht zwischen Arbeitskräfteangebot und -nachfrage. Deshalb rechnet die US-Halbleiterindustrie damit, dass bis 2030 mehr als die Hälfte der benötigten Stellen unbesetzt bleiben, weil beispielsweise Arbeitskräfte mit dem technischen Know-how zur Herstellung von Chips fehlen.
3. KI bringt die Automatisierung von der Fabrikhalle ins Büro: Arbeit und Technologie stehen in einem komplexen Verhältnis zueinander – sie steigern die Produktivität und ersetzen gleichzeitig Arbeitsplätze. KI kann zwar in Zukunft Arbeitskräfte vom Arbeitsmarkt verdrängen – insbesondere in Dienstleistungsbranchen wie Recht, Finanzen, Pharmaforschung und Bildung –, aber nicht sofort und nicht in dem Ausmaß, wie es aktuelle Medienberichte suggerieren.
4. Die sich wandelnde Globalisierung beeinflusst Arbeitsstrukturen: Das goldene Zeitalter der Globalisierung ist vorbei, und es findet ein Paradigmenwechsel statt. Dieser wird von den Anlegern gern übersehen. Faktoren, die Anleger berücksichtigen müssen, sind: die Migration, die Verlagerung globaler Lieferketten und die gestiegene Verhandlungsmacht der Arbeitnehmer. Denn sie alle haben das Potenzial, Wachstum, Inflation und Geldpolitik in dieser neuen Ära der Arbeitsmärkte grundlegend zu verändern.
Shehriyar Antia, Head of Thematic Research bei PGIM
Neue Gewinner und Verlierer
„Der tiefgreifende Strukturwandel auf den Arbeitsmärkten war bereits vor der Corona-Pandemie deutlich spürbar“, sagt Shehriyar Antia, Head of Thematic Research bei PGIM. „Das Zusammenspiel aus einem knappen Arbeitskräfteangebot, zunehmenden Spannungen auf dem Arbeitsmarkt, dem Boom der künstlichen Intelligenz und dem Widerstand gegen die Globalisierung wird erhebliche Auswirkungen auf das globale Wachstum und die Inflation haben.“
Und Taimur Hyat, Chief Operating Officer von PGIM, ergänzt: „Technologie und Trends, wie die Verlagerung von Lieferketten, führen in den Industrieländern zunehmend zu einem Ungleichgewicht in den Arbeitsmärkten. Der Wandel wird je nach Branche und Region neue Gewinner und Verlierer hervorbringen.“ (ah)


