Der Dortmunder Übertragungsnetzbetreiber Amprion bündelt die Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) in einer eigenen Tochtergesellschaft. Die Gesellschaft Alphagrid hat ihren Sitz in Berlin und soll Anwendungen für Netzplanung, Systemführung und Energiemarkt entwickeln. Der Kölner Softwareanbieter Envelio ergänzt unterdessen seine Plattform für Netzbetreiber um KI-Assistenten. Die Ansätze unterscheiden sich: Amprion entwickelt zunächst für den eigenen Bedarf, Envelio integriert neue Funktionen in eine bestehende Softwareplattform.
Amprion will in den kommenden zehn Jahren einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag in Alphagrid investieren. Zunächst soll die Tochter vor allem Anwendungen für Amprion entwickeln. Kooperationen mit Partnern aus der Energiewirtschaft, Technologie und Wissenschaft sind im Rahmen von Forschungsprojekten geplant.
Amprion setzt zunächst auf eigene Anwendungen
In der Netzplanung soll KI laut Amprion helfen, Stromnetze effizienter zu modellieren und Ausbauoptionen besser zu bewerten. In der Systemführung sollen Anwendungen kritische Netzsituationen früher erkennen. Für den Energiemarkt will Alphagrid nach Unternehmensinformationen KI-Prognosen nutzen, um Entwicklungen und Wechselwirkungen zu analysieren. Ein konkreter Zeitplan steht bisher noch aus.
Envelios KI-Assistenten sind Teil der Softwareplattform Intelligent Grid Platform (IGP). Nutzer:innen sollen Aufgaben in natürlicher Sprache formulieren können. Die Software soll die Anfragen verstehen, Arbeitsschritte aufteilen und auf Funktionen und Daten der Plattform zugreifen. Dazu gehören nach Unternehmensangaben auch Simulationen, mit denen sich technische Auswirkungen auf das Netz untersuchen lassen.
Envelio erprobt die Assistenten bei Netzbetreibern
Als mögliche Anwendungen nennt Envelio Analysen zur Zuteilung von Batteriespeichern, die Suche nach Fehlerursachen in Netzmodellen und die Erkennung kritischer Netze. Die IGP Agents befinden sich nach Unternehmensangaben bei mehreren Netzbetreibern bereits in einer Erprobungsphase. Der Marktstart ist für das erste Quartal 2027 geplant. Beim "Treffpunkt Netze" des größten deutschen Energiewirtschaftsverbands BDEW zeigt Envelio die Anwendung erstmals öffentlich.
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Envelio zufolge können die Assistenten Analysen oder Maßnahmen vorschlagen, aber nichts ohne ausdrückliche Freigabe ausführen. Sensible Netzdaten würden weder an kommerzielle KI-Anbieter übermittelt noch zum Training der Modelle genutzt. Der Zugriff des Sprachmodells sei auf Lesevorgänge begrenzt.