Die einen machen sich um ihr Erneuerbaren-Geschäft Sorgen, die anderen nicht. Die beiden Energiekonzerne EWE und Mainova haben ihre Halbjahreszahlen vorglegt. Insgesamt vermelden beide ein eher positives Bild.
EWE: Schwierige Vermarktung von Gasspeichern
"Unsere Halbjahreszahlen zeigen ein insgesamt solides Bild in einem anspruchsvollen Marktumfeld“, sagt EWE-Finanzvorstand Frank Reiners. Der Umsatz ist um 4,9 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro (2025: 4121,5 Millionen Euro) zurückgegangen. "Dahinter stehen vor allem Mengen- und Preiseffekte im Strom- und Gasvertrieb – so haben wir zu Jahresbeginn die Preise für unsere Privatkundinnen und -kunden gesenkt."
Das für die Wachstumsphase besonders wichtige bereinigtes EBITDA läge mit 582,5 Millionen Euro acht Prozent unter dem Vorjahreswert (633,3 Millionen Euro). "Hier wirken unter anderem geringere Erlöse aus der Vermarktung von Gasspeichern, ein schwächeres Ergebnis im Energiehandel sowie der Verkauf des Wärmecontractingeschäftes", sagt Reiners. Gleichzeitig entwickelten sich beispielsweise das Geschäft mit erneuerbaren Energien, die Elektromobilität und Teile des Netzgeschäfts positiv.
Mainova: Zunehmende Komplexität bei Erneuerbaren
Mainova erzielte im ersten Halbjahr 2026 ein bereinigtes Ergebnis (EBT) in Höhe von 159,2 Millionen Euro (1. Halbjahr 2025: 169,7 Millionen Euro). "Unser robustes Kerngeschäft, eine vorausschauende Beschaffung und unsere breite Aufstellung entlang der energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette bilden die Grundlage für das gute Halbjahresergebnis", sagt Michael Maxelon, Vorstandsvorsitzender der Mainova. Trotz volatiler Energiemärkte und anspruchsvoller Rahmenbedingungen entwickele sich das operative Geschäft insgesamt stabil.
Zu dem guten Ergebnis haben laut der Mainova insbesondere ein stabiles Vertriebs- und Netzgeschäft sowie ein erfolgreiches Handelsgeschäft beigetragen. Belastet wurde das Konzernergebnis demnach vor allem durch höhere Aufwände und eine zunehmende Komplexität bei der Umsetzung von Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien.
Im Segment Erneuerbare Energien und Energiedienstleistungen erreichte Mainova ein Ergebnis von 11,6 Millionen Euro (Vorjahr: 18,7 Millionen Euro). Der Rückgang sei insbesondere auf die schwierige Marktentwicklung bei erneuerbaren Energien zurückzuführen. "Der Ausbau von Wind- und Solarenergie bleibt zentral, neue Projekte werden aber zunehmend anspruchsvoller", ordnet Maxelon das Ergebnis ein. "Verzögerungen beim Netzausbau, lange Wartezeiten bei Netzanschlüssen und zusätzliche Anforderungen wie Batteriespeicher oder Umspannwerke erhöhen Komplexität und wirtschaftliche Risiken." Positiv entwickelte sich dagegen das Contractinggeschäft.