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Fast 20 Prozent der Unternehmen werden Ende 2019 immer noch nicht mit der Umsetzung der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) fertig sein, die bereits seit 25. Mai vergangenen Jahres gilt. So lautet das Ergebnis der zweiten Blitzumfrage des auf CRM spezialisierten Unternehmens Cobra aus Konstanz. Die erste Abfrage wurde im Frühjahr 2018 bei über 50 mittelständischen Unternehmen in Deutschland vorgenommen  – und damit vor der tatsächlichen Umsetzungspflicht der neuen Richtlinien. An der zweiten Umfragewelle zum Jahreswechsel 2018/2019 waren insgesamt 51 Unternehmen beteiligt.

Fast 20 Prozent der Teilnehmer der Cobra-Erhebung sehen sich beim Fertigstellen der DSGVO-Bemühungen erst Ende 2019 auf der sicheren Seite. Optimistisch, die Aufgabe bis Mitte 2019 hinter sich gebracht zu haben, sind immerhin zwei Drittel beziehungsweise 67 Prozent. Bei einer Fertigstellung bis Ende 2019 steigt dieser Wert auf fast 80 Prozent der Unternehmen an. Bis Ende 2018 konnten laut Umfrage nur 31 Prozent der Unternehmen die Umstellung abschließen.

Zwei Drittel geben an gute oder sehr gute Kenntnisse der DSGVO zu haben

Manche scheinen es nicht eilig zu haben, sich neue Kenntnisse bezüglich der DSGVO anzueignen, so ein Fazit. So gaben in der aktuellen Erhebung immer noch fast vier Prozent an "gar keine Kenntnisse" zu besitzen. Das ist dennoch eine Verbesserung im Vergleich zum Frühjahr 2018. Zu diesem Zeitpunkt waren es noch ganze 17 Prozent. Über 35 Prozent der Unternehmen bzw. mehr als ein Drittel gaben zum Jahreswechsel 2018/2019 immer noch an, "keine Erkenntnisse" oder nur "einige Kenntnisse" zu haben (Frühjahr 2018: 39 Prozent).

Erfreulich: Der Rest, fast 65 Prozent bzw. fast zwei Drittel, können zurzeit aber zumindest gute oder sehr gute Kenntnisse vorweisen (Frühjahr 2018: 61 Prozent).

Berücksichtigung in IT-Systemen

Auch bei der IT bestehe nicht unbedingt Grund zum Zurücklehnen: So gaben die Befragten an, dass ihre IT-Systeme bis dato lediglich zu 39,22 Prozent die Pflichtanforderungen erfüllten, zu 5,88 Prozent berücksichtigten die Systeme die Forderungen der DSGVO gar nicht, 9,8 Prozent nur unzureichend. Immerhin: 45,1 Prozent betrachten die DSGVO-Features für sämtliche Stakeholder in ihrer IT-Landschaft schon jetzt als umfassend umgesetzt.

Viele Unternehmen versuchen den Alleingang

Erstaunlich ist, dass sich trotz der offenbar hohen Hürden bei der DSGVO-Umsetzung 41,18 Prozent der Unternehmen keine externe Unterstützung holen. Immerhin setzen 23,53 Prozent sowohl auf IT-Dienstleister als auch auf einen Rechtsberater. 15,96 Prozent bauen nur auf die Unterstützung eines Rechtsberaters, ebenfalls 15,96 Prozent bauen ausschließlich auf ihren IT-Dienstleister. Hinsichtlich der Beratungsleistung haben die Unternehmen den Rechtsberatern zu 75 Prozent die Schulnote "gut" erteilt, 25 Prozent gaben sogar ein "sehr gut". IT-Dienstleister müssen sich hier jedoch nicht verstecken: Auch ihnen haben die befragten Unternehmen zu 25 Prozent die Note "sehr gut" gegeben, was die Beratungsleistung betrifft. 62,5 Prozent der IT-Dienstleister erhielten ein "gut" als Bewertung und 12,5 Prozent ein "befriedigend".

Kaum Vorteile in der Umsetzung

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang auch, dass viele Unternehmen in der DSGVO-Umsetzung einfach keinen Kosten-Nutzen-Vorteil sehen. Auf die Frage, wie sich die DSGVO-Umsetzung bis Ende 2020 auf den Erfolg auswirken wird, antworteten 66,67 Prozent mit "überhaupt nicht". 19,61 Prozent gaben sogar an, dass sich die DSGVO negativ auf den Erfolg auswirken wird. 1,96 Prozent der Befragten konnten oder wollten sich dazu nicht äußern. "Positiv" sehen die Umsetzung nur 9,8 Prozent der Unternehmen, "sehr positiv" gar nur 1,96 Prozent – insgesamt also nicht einmal zwölf Prozent. (sg)

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