Die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm betreiben aktuell 96 Ladepunkte, weitere 24 sind geplant. Das Bild zeigt die Ladestation in der Sterngasse in der Ulmer Innenstadt. Zu sehen sind Wolfgang Rabe (rechts), Geschäftsführer der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm Netze GmbH, und Dirk Feil, Geschäftsführer der Sanierungstreuhand Ulm.

Die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm betreiben aktuell 96 Ladepunkte, weitere 24 sind geplant. Das Bild zeigt die Ladestation in der Sterngasse in der Ulmer Innenstadt. Zu sehen sind Wolfgang Rabe (rechts), Geschäftsführer der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm Netze GmbH, und Dirk Feil, Geschäftsführer der Sanierungstreuhand Ulm.

Bild: © SWU

Die regulierte elektronische Kommunikation zwischen den verschiedenen Marktrollen in der Stromwirtschaft ist weitgehend standardisiert – aber weder bei der E-Mobilität, noch bei der netzdienlichen Steuerung von Flexibilitätsanbietern sei das so, beklagt der Edna Bundesverband Energiemarkt & Kommunikation. Er will mit einer neuen Projektgruppe sowie der Erweiterung einer alten auch in diesen Geschäftsfeldern eine Standardisierung erreichen. Die neue heißt "E-Mobility", die alte "Energiehandel, Compliance und Regulatorisches Reporting". Das ist das Ergebnis eines Fachtreffens vergangene Woche in Mannheim, über das die Edna am Montag berichtete.

Was der Wildwuchs bei E-Ladesäulen bedeutet, erläuterte Edna-Vorstand Bernhard Mildebrath von Schleupen in Mannheim so: Es existierten nicht einmal einheitliche Namen für die Marktrollen: "Einmal ist vom EMP, dem E-Mobility-Provider, einmal vom CSP, dem Charge-Service-Provider, die Rede. Ähnlich ist es bei CPO, dem Charge-Point-Operator. Alle damit zusammenhängenden Prozesse sind proprietär, Standards existieren nicht."

Lieferantenwechsel für 25 Cent

Mildebraths Kollege bei Schleupen, Alexander Stroband, ergänzte: "Auch im Bereich der Flexibilitäten sind viele Prozesse noch nicht sauber definiert." Mit "Flexibilitäten" meint man in der Branche in der Regel die kurzfristige Abnahme oder Verhinderung von Überschussstrom im Netz, etwa angebotsseitig, indem Direktvermarkter Windräder aus dem Wind drehen, oder verbrauchsseitig, indem große Konsumenten aus Industrie und Gewerbe mehr Elektrizität abnehmen.

Die österreichische Standardisierungslösung lobte Michael Merz vom IT-Anbieter Ponton auf dem Fachtreffen. Eine Nachricht in der stromwirtschaftlichen Marktkommunikation koste dort nur vier Cent, ein kompletter Lieferantenwechsel lediglich 25 Cent. 99,9 Prozent aller Anbieterwechsel liefen mittlerweile im Hintergrund automatisch ab.

"EDA ist eh da"

Warum? Der dortige Regulierer E-Control schreibt die Abwicklung aller Marktkommunikation über die zentrale Plattform EDA ("Elektronischer Datenaustausch") vor. Alle Prozesse sind definiert, das Format ist auf ebXML festgelegt, das Kommunikationsprotokoll auf AS4. Und da jeder Marktteilnehmer niederschwellig mitmachen können muss, gibt es auch Alternativen zu teuren Schnittstellen: etwa Mail-Add-ons oder Marktkommunikation über gehostete Services. Merz: "Und weil EDA eh da ist, laufen heute in Österreich bereits zahlreiche weitere Marktprozesse über diese Plattform." (geo)

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