Plattformstärke der 22 analysierten IT-Lösungen

Plattformstärke der 22 analysierten IT-Lösungen

Grafik: © BEMD

Komplexe Anforderungen von Seiten der Energieversorger sowie Trends wie Cloud-Lösungen und Service-orientierte Architekturen führen dazu, dass sich viele IT-Anbieter verstärkt auf Plattformlösungen konzentrieren. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Neuauflage der Transparenzinitiative „IT-Lösungen: Meter to Cash“ des Bundesverbands der Energiemarktdienstleister (BEMD), die den deutschen Markt für Abrechnungsprozesse mit 22 IT-Lösungen umfassend analysiert hat.

Für die Energiewirtschaft und ihre Dienstleister sind die Anforderungen an ihre IT-Lösungen Meter to Cash in den vergangenen Jahren weiter kontinuierlich gestiegen – Tendenz anhaltend. Anbieter von Software-Lösungen sind gefordert, mit Herausforderungen wie zunehmender Wettbewerb sowie der Entstehung neuer, plattformbasierter Systeme Schritt zu halten, um sich selbst am Markt zu behaupten. In welcher Form ihnen das gelingt, hat der BEMD in seiner Neuauflage der Transparenzinitiative für den Meter to Cash-Prozess untersucht; mit nunmehr 21 Anbietern und insgesamt 22 IT-Lösungen deckt sie den deutschen Markt fast vollständig ab. Neben der Kernfrage, welche IT-Lösungen es für den kompletten Abrechnungsprozess im deutschen Markt derzeit gibt, wurde unter anderem auch die Plattformfähigkeit der IT-Lösungen näher analysiert.

Von den monolithischen Lösungen hin zu Plattformlösungen

Die Komplexität von Anforderungen der EVU nimmt stetig zu. Dieser Komplexität kann aber in der Regel eine einzelne Lösung nicht mehr gerecht werden. In der Analyse der Transparenzinitiative lässt sich bei den 21 IT-Anbietern dementsprechend eine Entwicklung weg von monolithischen Lösungen hin zu Plattformen beobachten. Eine Plattform ist in diesem Kontext eine Menge von Softwarelösungen, die gemeinsam die Anforderungen im Sinne eines Best-of-Breed-Ansatzes erfüllen. Diese Entwicklung wird durch Trends wie Cloud-Lösungen und Service-orientierte Architekturen verstärkt. Im Rahmen der Transparenzinitiative wurde daher – neben vielen anderen Kriterien – auch das Thema Plattformfähigkeit der Lösungen analysiert und in einer Größe „Plattformstärke“ zusammengefasst.

Auf welche Komponenten es ankommt

Für den Einsatz als Komponente in einer Plattform sind verschiedene Eigenschaften einer Software-Lösung entscheidend, die sich in sieben Kategorien unterteilen. Im Rahmen der Basiseigenschaften werden grundlegende Eigenschaften wie Modularität, die Verfügbarkeit eines WebClients oder Mehrmandantenfähigkeit beleuchtet. Für die reibungslose Integration verschiedener Stammdatenmodelle ist die Transparenz des Datenmodells entscheidend. Eine gekapselte Bereitstellung von Daten über eine API ist hier einer Offenlegung der SQL-Datenbankstruktur vorzuziehen. Lösungen, die eine größere Vielfalt an Datenbanken unterstützen, bieten Vorteile hinsichtlich Flexibilität.

Analog hierzu erleichtert eine Vielzahl an offenen Schnittstellen die Anbindung von weiteren Komponenten und reduziert die Anzahl notwendiger Adapter-Lösungen. Lösungen, die echtzeitfähige Kommunikation via Web-Services unterstützen, bieten Vorteile gegenüber einer Stapelverarbeitung, wie etwa via CSV-Schnittstelle. Darüber hinaus werden die eingesetzten Programmiersprachen bzw. Frameworks für die Applikation als auch die Middleware sowie die Entwicklungsplattform betrachtet. Dazu werden Softwarelösungen auf Basis höherer Programmiersprachen als geeigneter für die Integration in Plattformen eingestuft. Auf dem Forum IT-Lösungen: Meter to Cash am 19./20. März in Frankfurt, werden die Ergebnisse sowie weitre Entwicklungen im Bezug auf Plattformlösungen in der Energiewirtschaft detailliert vorgestellt. (sg)

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