Die Schleswig-Holstein Netz AG ist für den Betrieb der Energienetze für rund 1000 Kommunen im nördlichsten Bundesland verantwortlich. Im Zuge der Energiewende wurden zusätzlich noch rund 35.500 EE-Anlagen an die bestehenden Netze angeschlossen. Insgesamt betreibt der Versorger rund 52.500 Kilometer Mittel- und Niederspannungsnetze sowie fast 16.000 Kilometer Gas- und 7500 Kilometer Kommunikationsnetze. Diese werden von einer hochmodernen Netzleitstelle aus überwacht und gesteuert.
Als Mitglied im Eon-Konzernverbund erbringt Schleswig-Holstein Netz auch Leistungen für andere regionale Betreiber, darunter Avacon Netz in Niedersachsen, Bayernwerk Netz in Bayern und Edis Netz in Brandenburg.
Neue Infrastruktur für mehr Versorgungssicherheit
Um die Verfügbarkeit der Basisdienste für alle vier Partnernetzbetreiber zu garantieren, hat Schleswig-Holstein Netz eine über ganz Deutschland verteilte Infrastruktur aufgebaut. Das Unternehmen verfügt über vier Hauptrechenzentren und speichert seine Daten dort jeweils in zwei getrennten Serverräumen, die kontinuierlich synchronisiert werden. Beim Ausfall eines Serverraums kann das verbleibende System nahtlos übernehmen.
Denn ein Ausfall des Netzmanagement-Centers könnte Auswirkungen auf Millionen Haushalte und Firmen bundesweit haben. Daher suchte der Netzbetreiber nach einer neuen zuverlässigen Prozess-IT (PIT)-Plattform, die mit den gewachsenen Anforderungen Schritt halten und flächendeckende Versorgungssicherheit gewährleisten kann.
Enge Verzahnung unterschiedlicher Ressourcen
Bei der Auswahl der neuen PIT-Plattform spielten laut Schleswig-Holstein Netz AG Versorgungssicherheit und Flexibilität eine entscheidende Rolle. Daher habe man sich für eine Infrastruktur entschieden, bei der die Computing-, Speicher-, Netzwerk- und Virtualisierungs-Ressourcen eng miteinander verzahnt sind und sich dadurch leicht verwalten und skalieren lassen. So könne man schnell auf neue Anforderungen reagieren.
Mit der Lösung Cisco HyperFlex bieten sich flexible Erweiterungsmöglichkeiten: Durch gezieltes Nachrüsten des Arbeitsspeichers oder der Prozessorleistung lassen sich auch Performance-Anforderungen bestimmter Applikationen schnell erfüllen. Aufgrund positiver Erfahrungen und ihrem guten Zusammenspiel mit der Cisco-Lösung entschied sich das IT-Team für die Veeam Availability Suite als Verfügbarkeitslösung.
Neustart innerhalb von Minuten
Sollte ein Standort komplett wegfallen, sorgt eine ständige Replikation zwischen den Rechenzentren dafür, dass das PIT-Team die betroffenen Anwendungen in kürzester Zeit an einem anderen Standort starten kann. Dadurch erfüllt der Netzbetreiber auch die anspruchsvollen Wiederherstellungsziele von unter zwei Stunden für kritische Anwendungen.
Die Prozess-IT-Abteilung sorgt so für die maximale Verfügbarkeit der virtuellen Ressourcen als auch der physischen Server. Zu letzterem gehören der Domain-Controller, also ein Server, der zentral Computer und Benutzer in einem Rechnernetz authentifiziert, sowie SQL-Datenbanken. Über die Veeam Availability Suite kann das Team ebenfalls Daten auf externen Storage-Systemen und Tape (Magnetbändern) sichern.
Unterschiedliche Optionen zur Datenwiederherstellung
Die Lösung bietet nach Angaben von Veeam mehrere Optionen zur Wiederherstellung von Daten und Anwendungen: Beispielsweise lassen sich virtuelle Maschinen, also virtuelle Abbildungen existierender Rechner, direkt aus dem Backup heraus neu starten und sind so innerhalb von Minuten wieder verfügbar. Auch ein granularer Restore sei möglich, dabei werden nur einzelne Elemente eines Backup-Satzes wiederhergestellt. Da meist der First Level Support diese Aufgaben übernehmen könne, gewinne das PIT-Team so Zeit für andere Tätigkeiten.
Risikovorsorge im Griff
Die neue Infrastruktur unterstützt den Netzbetreiber nach eigenen Angaben, den besonderen gesetzlichen Verpflichtungen als Betreiber kritischer Infrastruktur (KRITIS) nachzukommen. So prüfe die Software automatisch die Wiederherstellbarkeit von virtuellen Maschinen. Diese Informationen würden dem Team den Nachweis erleichtern, dass sie die Datensicherung und Risikovorsorge im Griff haben. Die Leistung und Verfügbarkeit der virtuellen Maschinen werden nach Angaben von Schleswig-Holstein Netz laufend überwacht und es werden regelmäßig Backup-Reports erstellt. Die Software für Monitoring und Analysen liefere außerdem wertvolle Daten zur Auslastung der Infrastruktur.
Der Systemadministrator von Schleswig-Holstein Netz ist zufrieden: Beide Lösungen spielen ihm zufolge auf allen Ebenen sehr gut zusammen. Dies biete die Kombination „von maximaler Verfügbarkeit und Effizienz, die wir für einen sicheren und wirtschaftlichen Netzbetrieb benötigen“. (sg)


